Das Bild zeigt eine Frau, mit einer Schüssel in der Hand.
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Kümmel

Als Kümmel werden umgangssprachlich die Früchte des gewöhnlichen Kümmels (Carum carvi) bezeichnet. Ursprünglich ist der Kümmel in Asien beheimatet, mittlerweile ist er jedoch auch in Europa und Nordafrika verbreitet.

Allgemeines

Der Kümmel ist eine Pflanze, die im ersten Jahr eine Blattrosette bildet, ab dem zweiten Jahr jedoch einen Blütenstängel mit fein gefiederten Blättern austreibt, der bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Die kleinen weiß-rosafarbenen Blüten wachsen in Doppeldolden. Typisch für den Kümmel sind sein aromatischer Duft und sein Geschmack. Nicht verwechselt werden sollte der Kümmel mit dem Kreuzkümmel, dem Schwarzkümmel oder anderen, teilweise giftigen Doldenblütlern.

Die jungen Blätter und die Wurzel des Kümmels können als Suppengewürz verwendet werden. Außerdem wird er zur Branntwein- und Likörherstellung genutzt. Medizinisch werden die Kümmelfrüchte und daraus gewonnene ätherische Öle verwendet. Hergestellt wird die Droge größtenteils im östlichen Teil Deutschlands sowie in Polen, Ägypten und Holland.

Wirkung und Inhaltsstoffe

Kümmel enthält ein ätherisches Öl, das zum größten Teil aus der geruchsbestimmenden Komponente Carvon und verschiedenen Terpenen wie Limonen besteht. Diesen werden die Hauptwirkungen des Kümmels zugeschrieben. Weiterhin sind fettes Öl, Polysaccharide, Proteine, Cumarine und Flavonoide enthalten.

Das ätherische Öl wirkt krampflösend im Magen-Darm-Trakt und verdauungsfördernd. Außerdem bewirkt Kümmel eine vermehrte Freisetzung von Gallensäuren, regt die Magensaftproduktion an und fördert den Appetit. Carvon hat zudem eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Pilze.

Anwendungsgebiete

Kümmel wird zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen im Magen-Darm-Bereich sowie bei Völlegefühlen und Blähungen eingesetzt. Besonders häufig werden Kümmelpräparate dabei in der Kinderheilkunde eingesetzt. Andere Anwendungen des Kümmels erfolgen als Gurgelmittel oder äußerlich als Einreibungen zur Durchblutungsförderung. Außerdem wird Kümmel traditionell als Gewürz und bei der Zubereitung von schwer verdaulichen oder blähungsfördernden Lebensmitteln, wie beispielsweise bei verschiedenen Kohlsorten und frischem Brot, verwendet.

In der Volksmedizin wird Kümmel zusätzlich von stillenden Müttern angewendet, um die Milchproduktion zu fördern. Auch bei Husten, Zahn- und Kopfschmerzen sowie zur Linderung von Menstruationsbeschwerden kann Kümmel verwendet werden. Eine Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.

Dosierung und Anwendung

Kümmel kann in Form eines Tees oder als reines ätherisches Öl angewendet werden. Ätherische Öle zeichnen sich durch leicht flüchtige Inhaltsstoffe aus, haben einen charakteristischen Geruch und einen aromatischen, bitteren oder scharfen Geschmack. Die Tagesdosis sollte 1,5 bis 6 g Kümmel nicht überschreiten.

Teezubereitung: Ein halber Teelöffel (1,5-2 g) getrocknete und zerquetschte Kümmelfrüchte mit einer Tasse siedendem Wasser übergießen und zugedeckt 10 bis 15 min ziehen lassen. Täglich sollten zwei bis drei Tassen warmer Kümmeltee zwischen den Mahlzeiten getrunken werden. Da die ätherischen Öle leicht flüchtig sind, ist es wichtig, den Tee jedes Mal frisch zuzubereiten und während des Ziehens abzudecken.

Bei Verwendung des ätherischen Öls sollten ein bis zwei Tropfen auf Zucker bis zu dreimal täglich eingenommen werden. Die Droge sollte kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Häufig ist Kümmel zusammen mit anderen ätherische Öle enthaltenen Pflanzen Bestandteil von Magen- und Darmmittel und Milchbildungstees. Aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung wird es auch Mundwässern zugesetzt.

Hinweise

Langzeitige und hochdosierte Einnahme von Kümmel kann zu Nieren- und Leberschäden führen. Außerdem sollte Kümmel nicht bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Kümmel oder anderen Apiaceen wie Sellerie, Mohrrüben, Petersilie, Anis, Kreuzkümmel oder Koriander eingenommen werden.

Während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit sollte vor der Behandlung mit Kümmel der Rat eines Arztes eingeholt werden. Die Verwendung als Gewürz scheint aber unbedenklich.

Bei akuten Beschwerden, die trotz Behandlung über eine Woche andauern oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden.