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Lynch-Syndrom: Wenn Krebs vererbt wird
Schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Menschen in Deutschland tragen das Lynch-Syndrom in sich, die meisten wissen es jedoch nicht. Das erbliche Syndrom erhöht das Risiko für Darmkrebs und andere Krebsarten erheblich, verursacht aber selbst keinerlei Beschwerden. Wer die Hinweise kennt, kann früh handeln.
Was das seltene Lynch-Syndrom ausmacht, wie es erkannt wird und was die Diagnose für Betroffene bedeutet, erfahren Sie in der Bildergalerie.
Lynch-Syndrom: ein oft unbekanntes vererbtes Krebsrisiko
Das Lynch-Syndrom zählt zu den häufigsten erblichen Krebssyndromen, dennoch ist es vielen unbekannt. Die genetische Veränderung selbst verursacht keine Beschwerden, weshalb die meisten Betroffenen lange nichts davon ahnen. Auffällig wird sie oft erst, wenn sich in einer Familie bestimmte Krebsarten häufen oder Diagnosen ungewöhnlich früh fallen.
Lesetipp: Wann ist Krebs erblich?
Wie entsteht das Lynch-Syndrom?
Ursache für das seltene Syndrom sind meist Veränderungen in Genen wie MLH1, MSH2, MSH6, PMS2 oder EPCAM. Diese Gene helfen normalerweise dabei, Fehler zu korrigieren, die bei der Zellteilung und beim Kopieren der DNA entstehen. Funktioniert dieser Reparaturmechanismus nicht richtig, können sich Veränderungen in Zellen ansammeln und das Krebsrisiko steigt.
Erhöhtes Risiko für Darmkrebs und Gebärmutterkrebs
Besonders bekannt ist das Lynch-Syndrom wegen des erhöhten Risikos für Darmkrebs. Bei Frauen spielt außerdem Gebärmutterkrebs eine wichtige Rolle. Daneben können auch andere Krebsarten häufiger auftreten, etwa
- Eierstockkrebs,
- Magenkrebs,
- Dünndarmkrebs,
- Bauchspeicheldrüsenkrebs oder
- Gallenwegskrebs.
Das Krebsrisiko ist erhöht, aber nicht bei allen gleich
Wer das Lynch-Syndrom hat, erkrankt nicht automatisch an Krebs. Das Risiko ist jedoch deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Typisch ist außerdem, dass Krebserkrankungen oft früher auftreten als üblich. Diese Kombination aus erhöhtem Risiko und frühem Erkrankungsalter macht es besonders wichtig, mögliche Warnsignale ernst zu nehmen.
Lesetipp: Diese 10 Gewohnheiten können das Risiko für Darmkrebs senken
Warnsignale für das Lynch-Syndrom
Bestimmte Muster in der Familiengeschichte können auf ein Lynch-Syndrom hinweisen:
- nahe Verwandte mit Darmkrebs, Gebärmutterkrebs oder anderen Lynch-assoziierten Krebsarten
- mehrere Betroffene über verschiedene Generationen hinweg
- Krebsdiagnosen vor dem 50. Lebensjahr
- mehrere Krebserkrankungen bei derselben Person
Keine typischen Symptome – das macht es tückisch
Das Lynch-Syndrom selbst verursacht keine Beschwerden. Symptome entstehen meist erst dann, wenn sich tatsächlich ein Tumor entwickelt hat. Dann können je nach Krebsart auftreten:
- Darmkrebs: anhaltende Veränderungen des Stuhlgangs, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen
- Gebärmutterkrebs: ungewöhnliche Blutungen, etwa zwischen den Perioden oder nach den Wechseljahren
Lesetipp: Diese Symptome sind wichtige Warnzeichen für Darmkrebs
So schützen sich Menschen mit Lynch-Syndrom
Wird ein Lynch-Syndrom früh erkannt, sind gezielte Vorsorgeuntersuchungen möglich. Dazu gehören vor allem eine regelmäßige Darmspiegelung, um Veränderungen frühzeitig zu entdecken.
Auch ein Gentest kann nach ärztlicher Beratung sinnvoll sein, insbesondere, wenn es Hinweise in der Familie gibt. So lässt sich das eigene Risiko besser einschätzen und gegebenenfalls auch für Angehörige klären.
Schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Menschen in Deutschland tragen das Lynch-Syndrom in sich, die meisten wissen es jedoch nicht. Das erbliche Syndrom erhöht das Risiko für Darmkrebs und andere Krebsarten erheblich, verursacht aber selbst keinerlei Beschwerden. Wer die Hinweise kennt, kann früh handeln.
Was das seltene Lynch-Syndrom ausmacht, wie es erkannt wird und was die Diagnose für Betroffene bedeutet, erfahren Sie in der Bildergalerie.
- Online-Informationen von DocCheck: Lynch-Syndrom: https://flexikon.doccheck.com/de/Lynch-Syndrom (Abruf: 03/2026)
- Online-Informationen von SemiColon: Früherkennung, Vorsorge und Krebsbehandlung: https://www.semi-colon.de/hnpcc-lynch-syndrom/frueherkennung-vorsorge-und-krebsbehandlung/ (Abruf: 03/2026)
- Online-Informationen von MSD Manuals: https://www.msdmanuals.com/de/profi/gastrointestinale-erkrankungen/tumoren-des-gastrointestinaltrakts/lynch-syndrom (Abruf: 03/2026)
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, AWMF-Registernummer 021 - 007OL: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-007OL (Abruf: 03/2026)