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Schneller Anstieg des PSA-Wertes

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  • Schneller Anstieg des PSA-Wertes

    Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann,

    ich bin 52 Jahre alt und im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung wurde bei mir im April 2015 ein PSA-Wert von 3,5 ermittelt. Eine weitere Blutprobe im Juli 2015 ergab einen PSA-Wert von 4,3. Eine Untersuchung beim Urologen ergaben keine Auffälligkeiten beim Urin, Ultraschall und Abtasten der Prostata. Eine weitere Blutabnahme in diesen Tagen ergab nun einen PSA-Wert von 8,7!
    Mein Urologe rät nun zu einer Biopsie.
    Mich würde nun auch gerne Ihre Meinung interessieren.
    Vielen Dank!


  • Re: Schneller Anstieg des PSA-Wertes

    Der von Ihnen angegeben PSA Anstieg ist sehr steil. Wie Sie sicher wissen ist der PSA-Wert kein Tumormarker sondern ein Marker für Veränderungen im Prostatagewebe jeglicher Art. Der gestiegene PSA-Wert kann auch von intensivem Radfahren am Tag vor der Blutentnahme oder aber auch durch Verkehr bedingt sein. Der schnelle Anstieg würde mich auch dazu veranlassen, Ihnen eine Biopsie der Prostata zu empfehlen. Ggf. kann davor noch ein multiparametrisches MRT der Prostata gemacht werden, um dann unter Umständen gezielt auffällige Areale in der Prostata zu biopsieren. Haben Sie Beschwerden beim Wasserlassen oder auch Schmerzen im Dammbereich, die ein Hinweis auf eine Entzündung der Prostata sein könnten?

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    • Re: Schneller Anstieg des PSA-Wertes

      Aufgrund des rasch gestiegenen PSA-Wertes habe ich mich zu einer Biopsie entschlossen.
      Das Ergebnis liegt mir nun vor:
      9 von 10 Stanzen sind unauffällig. Nun, bei einer Stanze hat sich leider rechts lateral ein Karzinom bestätigt. Dies wurde im Gleason-Score mit 7a (3+4) eingestuft.
      Mein Urologe sieht die Komplettenentfernung der Prostata als alternativlos.
      Sehen Sie das auch so?

      Kommentar


      • Re: Schneller Anstieg des PSA-Wertes

        Das ist keineswegs so.

        Der Urologe müsste Sie eigentlich über die PREFERE Studie aufklären und aufgrund der Leitlinien zur Behandlung des Prostatakarzinoms mehrere Therapieoptionen darlegen. Die Leitlinie und die Studie sehen bei einer einzigen Biopsie von Gleason 3+4 die Möglichkeit von 4 verschiedenen Therapieoptionen vor. Dies sind neben der Radikaloperation die Optionen Active Surveillance, die externe Bestrahlung und die Brachytherapie. Zur Therapieentscheidung würde ich mich an Ihrer Stelle auf jeden Fall in einer interdisziplinären Sprechstunde beraten lassen.
        Weiterhin würde ich nochmals einen PSA Wert bestimmen lassen und auch die histologischen Schnitte zu einem Referenzpathologen schicken lassen.
        Erst danach würde ich eine Therapieentscheidung treffen. Diese Entscheidung muss nicht kurzfristig getroffen werden. Sie können sich in Ruhe beraten lassen und danach entscheiden.

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