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Ich lebe in zwei parallelen Welten

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  • Ich lebe in zwei parallelen Welten

    Mit meinem Mann bin ich seit ca. 25 Jahren zusammen. Bereits von Anfang an hat er sich viel Raum in unserer Beziehung genommen. Deutlich mehr als ich und ich habe ihm diesen Raum gegeben. Für ihn ist es sehr wichtig, dass ich für ihn da bin, immer verfügbar. Auf Personen, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit beanspruchten, reagierte er stets ungehalten. Dauerten Gespräche mit meinem besten Freund, den ich in unsere Beziehung mitbrachte, meiner Familien oder anderen Bkannten zu lange, reagierte er ungehalten. Im Laufe der Jahre schwanden somit tiefere sozialen Kontakte nach außen. Ihm reicht zum Glücklichsein "seine" Familie. Das bin ich und unsere Tiere. Genau in diesem kleinen Kreis haben sich unsere letzten 20 Jahre abgespielt. Meinem Mann war es stets genug. Mir reichte es eigentlich nicht, wie ich im Nachhinein feststellen muss.

    Er hat viele Jahre in einem Job gearbeitet, der ihn psychisch sehr belastet hat. Ein Mann verarbeitet seine Probleme dadurch, dass er über sie redet. Stundenlang, durchaus sich wiederholend, wochenlang nächtelang hintereinander. Zuhörer war stets ich. Wenn ich dann nach vielen durchdiskutierten Nächten um 3:30Uhr vorsichtig anmerkte, ich sei jetzt wirklich sehr müde, reagierte er sehr empfindlich um nicht zu sagen beleidigt. Ich selbst arbeite in einem sehr stressigen Job mit problemlos 50-60Stunden pro Woche. In unserer Beziehung war ich an sich die Stärkere von beiden. Ich bin eher die Pragmatikerin und zupackend, er der feinsinnigere, verletzlichere von uns beiden. Mit persönlichen Kränkungen kann er nicht gut umgehen.
    Vor ca. 3 Jahren hat er sich eine Zeit stark von mir zurückgezogen, mich wochenlang nicht angefasst. Ich machte mir schon Gedanken, ob er vielleicht eine andere hätte. Ein wenig später stieg bei mir die berufliche Belastung stark an, was bis heute anhält. Ich bräuchte meinen Mann als Unterstützer, der nicht ständig Stärke von mir fordert, sondern auch mal Stärke geben kann. Nur funktioniert das leider nicht.

    Gleichzeitig war unser Hund dem Junghundealter entwachsen, sodass ich täglich mit ihm joggen gehen konnte. Ich kompensierte meinen beruflichen sowie privaten Stress mit exzessiven Läufen und einer gewissen Appetitlosigkeit, sodass sich mein Gewicht im Laufe eines Jahres um gut 10kg reduzierte. Irgendwann sagt mir mein Mann, er hätte mich deshalb nicht mehr angefasst, weil ich ihm zu viel gewogen hätte. Wobei man dazu sagen muss, dass wir hier von 62kg bei 1,65m reden, die sich auf 52kg reduziert haben.

    Über den Hund habe ich in einem Forum vor ca. 2,5 Jahren einen Mann kennengelernt. Wir wohnen nur ca. 10 Autominuten voneinander entfernt. In der Zwischenzeit hat sich zwischen uns eine sehr tiefe Freundschaft entwickelt. Von Anfang an bin ich daheim offen damit umgegangen. Mein Mann war nie ausgeschlossen, hätte meinen besten Freund jederzeit kennenlernen können, aber er wollte und will nicht. Zunehmend reagierte er aggressiv darauf, wenn ich sagte, dass wir verabredet seien. Dazu muss ich sagen, dass es sich bei diesen alle 2-4 Wochen stattfindenden Verabredungen darum handelt, dass wir in aller Öffentlichkeit mit unseren Hunden eine gemeinsame Runde drehen, die ca. 1 Stunde dauert. Da ich den heimischen Stress und die Diskussionen darüber irgendwann leid war, begann ich, diese Verabredungen daheim nicht mehr mitzuteilen.
    Mein Leben findet seither in zwei parallelen Welten statt: Der heimischen mit Stress verbundenen Welt und der anderen Welt, wo ich locker sein kann und die ich auch als Ausgleich brauche.

    Mein Wunsch wäre es, beide Welten friedlich zu vereinen, aber es will mir nicht gelingen.



  • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

    Behalte deinen Ausgleich auf jeden fall bei, deinem Mann kann nicht dran gelegen sein, dich frustrierter und unzufriedener zu erleben. Ich erlebe eine in gewisser weise ähnliche Situation, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Jedoch ignoriert mein partner solche Verhaltensveränderungen, womit ich auch nicht glücklich bin.

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    • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

      Ja, diesen Ausgleich behalte ich auf alle Fälle bei. Ich lasse mir den nicht nehmen, denn er ist mir wichtig.

      In der Vergangenheit habe ich "gehorcht", wenn mein Mann etwas wollte. In diesem Fall bleibe ich unbeeindruckt. Genau deshalb gibt es Stress daheim, weil ich nicht so funktioniere, wie mein Mann es gewohnt war, wie er es gerne hätte und wie es jahrelang funktioniert hat.

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      • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

        "In diesem Fall bleibe ich unbeeindruckt."

        Das sollten Sie auch. Jeder Mensch hat das Recht, auch in einer Partnerschaft ein Individuum zu bleiben. D.h. sich nicht vom Partner unterdrücken zu lassen und sich völlig auf ihn einzustellen.
        Es ist aber kein Doppelleben, wenn man nur gelegentlich seinen Neigungen nachgeht. Dies brauchen Sie unbedingt für Ihr inneres Gleichgewicht. Und das kommt dann auch Ihrem Partner zugute.

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        • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

          Hi zu Allen...

          Mir ist aufgefallen, dass immer irgendwer sagt, das geht nicht, oder das lass lieber sein.

          Hallo liebe Titanum- komm drauf, dass jedes Bestreben zuerst einmal auf Grenzen stößt und auf angebliche Hindernisse. Davon darfst du dich nicht beeindrucken lassen. Vergiss die Streitgespräche und Worte, die kommen, wenn du dich hinweg setzt über "Verbote". Nimm sie deinem Mann nicht übel, ( seine Ängste wehren sich, nicht er) mach trotzdem, was du vor gehabt hast und sei nicht bequem, nicht feige, schon gar nicht auf einmal ein Lügner, nur weil du dir nimmst, was dir wichtig ist.
          Auf alles, was du bisher verzichtet hast, das hast du aus Angst vor Konflikten nicht getan. DU hast dir diese Grenzen geschmiedet, nicht dein Mann. Dein Mann hat nur behauptet, er will das nicht. Schon hast du den Rückzug angetreten. Dabei hätte sicher auch er mehr Mut bekommen, wenn du nicht auf seine Ängste eingeschüchtert reagiert hättest.
          Ich würde fröhlich kundtun, heute gehe ich spazieren. Kommst du mit? Auf keinen Fall würde ich anfangen ein heimliches Doppelleben aufzubauen. Das ist nicht nur sehr unbequem, es schafft Zwiespalt, Zorn, ganz viele, viele Probleme, die weit größer sind, als ein Ausstehen von müden Bedrohungen. Leb, es ist DEIN Leben! Mach deinem Mann vor, wie es geht.

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          • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

            Hallo "Titanium"...
            schön, dass du (?) den Mut aufbringst ,hier zu Schreiben, es fällt einem Menschen ja nicht immer leicht , sich anderen zu öffnen...
            Klar, in einer Beziehung gibt es meist einen stärkeren und einen Schwächeren Part...
            Aber, man kann nicht IMMER NUR die Starke Schulter zum Anlehnen sein, gerade als Frau!
            Ihr beide seid sehr angespannt im Beruf, da braucht man einen "Ausgleich", der einem die "Akkus" wieder auffüllt...
            Klar, als Frau hört man zu, wenn der Mann seine Sorgen , Ängste, Nöte mitteilen möchte..
            Aber : Wer hört DIR zu? Wer kümmert sich um um DEINE Sorgen?
            DEIN Mann sicherlich nicht, dafür ist er zu sehr mit seiner eigenen Person beschäftigt!
            Auch wenn es sich komisch anhören mag:
            Dein Mann ist leider ein Egoist (Feinfühligkeit sehe ich hier nicht!), er Interessiert sich scheinbar wenig, wie DU als seine "Persönliche Psycho -Beraterin" mit den ständigen, bis in die Nacht dauernden " Beratungs-Stunden" zurecht kommst!?
            SO kann eine Ehe auf dauer nicht Funktionieren!
            "Mann" kann nicht immer nur nehmen!
            Ich spreche hier dann immer von "Energie-Räubern".. Sie nehmen einem alle Energie , geben aber keine Positive Energie zurück, man selber steht also hinterher mit leerem "Akku" da, und keiner ist da um diesen "Akku" wieder Positiv" auf zuladen.... Ja Danke, sage ich hier...
            Dein Mann ist nicht nur UNSENSIBEL DIR gegenüber, er verlangt auch trotzdem, dass DU auf seine SENSIBILITÄT eingehst!?
            Also BITTE!
            Er sollte Erwachsen werden, die Welt dreht sich nicht nur um ihn!!
            Was du machst ist nachvollziehbar und richtig!
            Du hast dir einen Menschen "gesucht", der sich mal nur für DICH und deine Person Interessiert.. auch wenn es Anfang um den Hund ging...
            Laß `dir diesen "Ausgleich " nicht schlecht machen!!
            Jetzt "Zickt" dein Mann... der arme..
            Merkt er doch, dass er nicht mehr die Volle "Aufmerksamkeit" bekommt...
            Es verhält sich wie ein "Bockiger Junge" der an der Supermarkt-Kasse seinen Lolly nicht bekommt!!
            Daran sollte er sich Gewöhnen!!
            Du scheinst eine sehr Tolerante, liebevolle Frau zu sein, mit starken Nerven!
            Aber auch DU brauchst einen "Freund" an deiner Seite, der dich hin und wieder merken lässt, DASS du eine tolle Frau bist!
            Deine Bekanntschaft scheint dir gut zu tun!
            Eine Frau sollte ihren "Marktwert" hin und wieder testen....
            Viel Arbeit und einen Anstrengenden Mann??
            DAS geht SO nicht!
            Genieße die Zeit mit der Bekanntschaft, (..und dein Hund freut sich über den Auslauf.. ) daran ist nichts verkehrtes!!
            Du hast schon zuviel Zeit mit den "Unpässlichkeiten" deines Mannes vertan!
            DU bist wichtig!! Vergess´ das BITTE nicht!
            Und wenn MEIN Mann mir sagen würde, er würde mich "nicht mehr anfassen, weil ich ihm zu Fett bin", glaube mir, ER wäre dann derjenige der keinen Sex mehr hätte...... ( 62 kg bei 1,65 m.. Perfekt!!!) .. nur mal dazu....
            Du solltest in einer Ruhigen Minute mal ernsthaft über deine Ehe, bzw. die Gründe nachdenken, die Eure Ehe noch zusammenhält...
            Sowas wie eine Pro und Kontra Liste machen...
            Und du wirst staunen, was du alles feststellen wirst....
            Bist du noch Glücklich? SO wie es gerade ist? WANN ist DEINE Zeit für schöne Stunden?
            Willst du SO weitermachen?
            Ist das allen ernstes DAS was du im Leben noch zu erwarten hast?
            MIR wäre DAS zu wenig...
            Verschwende nicht die Zeit mit Unglück, die du mit Glücklichsein verbringen könntest....
            Oder ?
            Schreib´zurück, wenn du magst.....

            Alles liebe, Nesty



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            • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

              Eigentlich leben doch fast alle in so einer Parallelwelt.
              In fast jeder Beziehung hat man Kontakte, an denen sich der Partner nicht immer beteiligt.
              Das braucht man auch, es liegt in der menschlichen Natur das man soziale Kontakte braucht und sich auch dort holt was die Familie nicht bieten kann.
              Man definiert sich auch ein Stück weit über sein Umfeld, man bekommt Anerkennung, Impulse, Trost. Es ist also für die meisten Menschen genauso wichtig Freunde zu haben, wie die Partnerschaft selber.
              Sich für eine Sache entscheiden zu müssen funktioniert nicht, oder man gibt von sich selber zu viel auf, es sei denn man ist ein Mensch dem es genügt nur eine wichtige Person in sein Leben zu lassen.
              Den wenigsten genügt das, es kann sogar selbstzerstörerisch sein, wenn man nur einen wichtigen Menschen hat, aber der sich vor allem sich selber rundum umsorgt sehen will, ohne den anderen genauso viel Zuwendung und Verständnis entgegen zu bringen.

              Jemanden von zwischenmenschlichen Kontakten abzuschneiden gilt nicht umsonst als Foltermethode und verstößt gegen die Menschlichkeit.
              Bei dir ist es fast so wie in Einzelhaft, du bist von deinesgleichen abgeschnitten, hast zwar noch Kontakt zu Menschen, aber zu keinem mit dem du dich austauschen kannst. Niemand ist gerne in Einzelhaft und du solltest sie dir nicht selber auferlegen, aus falscher Rücksichtnahme.

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              • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                Vielen Dank für die Antworten, die mich nachdenklich gemacht haben.

                Ich stamme noch aus einer Generation, in der man beigebracht bekam, dass man sich in einer Partnerschaft anpassen muss, kompromissbereit und -fähig sein soll. Nur, niemand hat mir beigebracht, wo die Grenze liegt. Die Grenze zur Selbstaufgabe, die ich jahrelang praktiziert habe. Ich weiß, dass ich selber daran schuld bin, meinem Mann niemals Grenzen aufgezeigt zu haben. Stets um Harmonie, die mir sehr wichtig ist, bemüht, habe ich es fertig gebracht, mir meinen eigenen Käfig selbst zu zimmern, Elektraa. Wie kann ich diesem wieder entkommen?

                Eben genau, weil ich dieses Doppelleben nicht (mehr) führen möchte, gibt es diese Konflikte. Ich will eben nicht mehr heimlich telefonieren, mich nicht mehr heimlich zum Spaziergang verabreden, nicht mehr heimlich Kurznachrichten schreiben, nicht mehr heimlich am Leben des jeweils Anderen teilnehmen, sondern offen und ehrlich damit umgehen, Dr. Riecke.

                Ich bin durchaus selbstbewußt, zu Entscheidungen fähig. Ich arbeite in einem Beruf, der in einer reinen Männerwelt stattfindet. Meine näheren Bekanntschaften sind und waren schon immer Männer, selten Frauen. So hat mein Mann mich auch kennengelernt, es ist also nichts Neues. Ich habe damals meinen besten Freund mit in die Beziehung gebracht. Die beiden Männer verstanden sich super, was mir sehr wichtig war. Diese Freundschaft zerbrach leider nach ein paar Jahren. Daher war ich vor 2,5 Jahren froh, wieder jemand kennengelernt zu haben, mit dem ich auf einer Wellenlänge liege. Was beiderseitig ist.

                Momentan daheim ständig dagegen halten zu müssen, zehrt an meinen letzten Kräften. Ich fühle mich stets mit dem Rücken zu Wand, muss ich mich doch ständig für mein Tun rechtfertigen.
                Meine Gedanken sind eigentlich nur noch auf Flucht ausgerichtet. Weg aus der häuslichen Situation, die mich gequält. Nein, Nesty, ich bin nicht glücklich!

                Andersherum frage ich mich natürlich: Hat mein Mann vielleicht recht? Bin ich diejenige, die hier den Fehler macht? Bin ich jetzt zu egoistisch, wenn ich gegen seinen Willen Dinge durchsetzen will? Ich habe offensichtich kein Gefühl dafür, wann ich die Toleranzgrenze meines Mannes überschreite (will man ihm glauben)
                Wir finden da nicht den gleichen Nenner. Das ist mein Problem. Nur, wer kann objektiv den richtigen Nenner finden?

                Tired, natürlich habe ich meine sozialen Kontakte: Im Beruf, ich gebe zudem Sportkurse oder man kennt Leute, mit denen man ein gemeinsames Hobby ausübt. Freunde, richtige Freunde, hatte ich bisher nur wenige im Leben. Ich kann sie an einer Hand abzählen und mein bestern Freund gehört dazu. Genau deshalb ist mir dieser Mann so wichtig. Das Versprechen, dass man immer füreinander da ist, wenn der andere einen braucht (auch Weihnachten nachts um halb drei ;-) ), habe ich bisher nur wenigen gegeben.

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                • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                  "...nicht mehr heimlich am Leben des jeweils Anderen teilnehmen, sondern offen und ehrlich damit umgehen"

                  Als Wunsch ist das völlig einfühlbar. Aber hat man nicht auch die Pflicht, sein Wahrhaftigkeitsbedürfnis in ein gesundes Verhältnis zur Reaktion des Partners zu stellen?
                  Nach Ihrer Schilderung von 25 Jahren Assimilation Ihrer weiblichen Identität durch den Partner - völlig unabhängig davon, dass Sie es zugelassen haben - soll er jetzt die fest eingeschliffenen Bahnen verlassen und Ihnen plötzlich eine in seinen Augen völlig überflüssige Autonomie zugestehen? Wenn auch nur für ein paar Stunden in der Woche?
                  Wenn diese Situation im ersten Jahr Ihrer Ehe aufgetreten wäre, hätte sich bei ihm vielleicht noch etwas ändern lassen, aber jetzt?
                  Ich habe solch spätes Erwachen in manchen Langzeitbeziehungen erlebt und die entstandenen Probleme therapeutisch begleitet, aber fast immer ergab sich die Frage, ob eine stille Autonomie nicht die sehr viel schonendere Variante gewesen wäre.

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                  • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                    Hallo Titanium,
                    du hast Recht..
                    Einfach ist es keinesfalls...
                    Wer aber in einer Partnerschaft, Ehe feststellt, dass ihn diese Beziehung die Energie "raubt"oder ihn "einengt", der sollte etwas ändern..
                    Und NEIN!!! DU bist NICHT Egoistisch, oder überschreitest eine "Toleranzgrenze"!!
                    Jeder Mensch macht Fehler, klar, keine frage, aber:
                    Ist es ein "Fehler" , ein eigenständiger Mensch zu bleiben, trotz Ehe?
                    Ich muss nicht der Siamesische "Zwilling" meines Partners sein! DAS wäre nicht normal, ich bin eine eigene Persönlichkeit, die ich auch bleiben will.. ich gebe mich nicht vollends für einen anderen Menschen auf!!
                    Jeder sollte auch eigene Interessen Pflegen dürfen, DAS ist Toleranz und NICHTS anderes tust du oder forderst es.
                    Es ist wichtig und richtig.
                    Du aber scheinst dich eher wie in einem Gefängnis zu fühlen,und da sollst du nach Meinung deines Mannes auch noch gerne Leben und auch bleiben, damit für IHN alles ok ist, alles beim "alten" ist.. Für IHN...
                    Bloß alles unter Kontrolle haben,nur nichts Neues,denn es könnte sich ja was ändern....Für IHN...
                    Und man braucht keine 100 unechte Facebook Freunde, dann lieber 3 " echte" Treue Freunde zum Treffen, anfassen, Klönen,Spaß haben und die es wirklich Interessiert, wie es DIR geht!!
                    Ich selber habe wenig Freunde, aber die sind mir sehr wichtig und auch zur "Stelle" wenn ich sie brauche! Auch mal später am Abend... grins..
                    Du sagst, du bist Selbstbewusst... Im Beruf, ja..
                    Bei Freunden, bestimmt...
                    In deiner Ehe? ........... sage DU es mir!
                    Verstehe mich BITTE nicht verkehrt....
                    Du möchtest gerne Freiheiten haben(??), forderst diese ( berechtigterweise !! ) ein, aber hinterfragst es doch insgeheim (?) und stellst deine eigene Person in frage, indem du dir selber die Schuld zuschiebst ( an der Situation in deiner Ehe...) und gibst somit deinen Mann mit seiner Forderung, Kritik doch Recht , obwohl du WEIßT, dass ER falsch liegt!!
                    Widerspruch, sorry....
                    Wieso tust du dir DAS nur selber an!?!
                    WAS bist du dir selber Wert?
                    Du bist Unglücklich, willst einfach nur weg..
                    Sei´mir nicht böse, aber dein Mann ist Perfekt in Manipulation... zu SEINEM Vorteil....
                    Mach´deiner Frau einfach ein schlechtes Gewissen, rede ihr ein ,dass alles nur IHRE Schuld ist, schon macht sie wieder was "Mann" will...
                    LIEBST du deinen Mann noch ? Oder ist es nur das "Pflichtgefühl", weil man ja schon sooo lange Verheiratet ist..
                    Ist es einfach nur " Gewohnheit "??
                    WAS LIEBST du ( noch ) an deinem Mann??
                    Du bist eine Bemerkenswerte Frau, denn du erträgst Sachen, für die jeder andere Mann schon längst verlassen worden wäre...
                    Aber jeder muss die Last ( er-) tragen, die er nicht bereit ist ,von selber abzuwerfen....
                    Du musst selber herausfinden, wie lange du dir das noch antun willst...
                    Wie sollen dir andere helfen, wenn du dir selber immer wieder Gründe suchst, doch nicht DAS zu tun, was dein Herz dir schon so lange sagt...
                    Dir fehlt der Mut eine Entscheidung zu treffen, und genau DEN wünsche ich dir von ganzem Herzen!!
                    Egal was ich oder andere schreiben oder sagen,wenn DU nicht weißt ,WAS du überhaupt WILLST, unentschlossen bist , ist es wertlos...
                    Übrigens:
                    Meine ehemalige Nachbarin hat ihre Goldene Hochzeit damals gefeiert und dann ihre Koffer gepackt..
                    Sie hatte ihren Mann in seiner Lethargie vor dem Fernseher einfach nur satt, so ihre Aussage...
                    DAS war alles an Gründen..... scheint also auch schon zu reichen...
                    Aber auch DU hast doch nur dieses leben..WANN fängst du an zu Leben??
                    Lieber Unglücklich sein?
                    Ist es DAS , was du dir so vorstellst vom Leben??
                    Sei´mutiger, das Alter spielt hier echt keine Rolle, Glück, kennt keine Zeit...

                    P.s.:
                    Sei´mir nicht böse über meine offene Kritik, ich spreche aus einer eigenen Erfahrung...
                    Vor der Zeit meiner Ehe mit meinem Mann..
                    Ich habe so viele Jahre "verschwendet" , die ich mit meinem heutigen Mann hätte Glücklich verbringen können...
                    Diese Jahre sind unwiederbringlich weg....Leider..
                    LG, Nesty ( Claudia )











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                    • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                      Aber hat man nicht auch die Pflicht, sein Wahrhaftigkeitsbedürfnis in ein gesundes Verhältnis zur Reaktion des Partners zu stellen?
                      Absolut hat man diese Pflicht. Keine Frage. Nichts läge mir ferner, als meinen Mann bewußt verletzen oder Heimlichkeiten vor ihm haben zu wollen. Es ist ja nun auch nicht so, dass der andere Mann aufgetaucht ist und "zackbumm" ist eine Freundschaft daraus geworden. Diese hat sich über die vergangenen 2,5 Jahre sehr langsam entwickelt. Mein Mann war und ist stets eingeladen mitzukommen, meinen besten Freund kennenzulernen, der seinerseits überhaupt nix dagegen hat. Wie es so seine Art ist, hat mein Mann abgelehnt. Am Anfang -als es noch neutral war- habe ich mich dabei schlecht gefühlt, als ich trotzdem -ohne ihn- ging. Wie es halt bei der Entwicklung einer Freundschaft so ist, wurde die Kommunikation langsam aber sicher häufiger, die Vertrautheit enger. Das habe ich nicht daheim herausposaunt, aber auch nicht bewußt geheim gehalten. Ich tue nichts, wofür ich mich schämen oder was ich verbergen müßte. Jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich bewußt die Treffen verheimliche, um Streit und Stress daheim zu meiden. Ich würde es nicht wollen, dass man mir etwas verheimlicht.

                      Ich habe stets nach dem Motto gehandelt: Tue Deinem Partner niemals das an, was Du auch nicht angetan haben willst.
                      Dadurch, dass diese Freundschaft immer wieder ein Streitpunkt daheim ist, beschäftige ich mich (zwangsweise) zeitlich und gedanklich mehr mit meinem besten Freund, als ich es normalerweise tun würde. So ist er präsenter, als er es eigentlich sein würde.

                      Würde ich -dem Wunsch meines Mannes folgend- diese Freundschaft komplett aufgeben und den Kontakt abbrechen, wäre ich damit unglücklich und das würde meiner Ehe definitiv nicht gut tun. Ich mag diese Freundschaft nicht aufgeben. Aber das tut meiner Ehe ebenfalls nicht gut. Es gibt diesen Menschen in meinem Leben und er ist mir wichtig. Ihn zu verleugnen, würde ihm auch nicht gerecht werden. Ich stecke in einem Dilemma, das ich nicht lösen kann.

                      Kommentar


                      • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                        obwohl du WEIßT, dass ER falsch liegt!!
                        Wenn beide wissen das sie richtig liegen, wer liegt dann falsch?
                        Die Kunst dürfte sein sich trotzdem auf Kompromisse einzulassen, dazu muss man aber verstehen, oder zumindest tolerieren.
                        Das kann nicht jeder.

                        Wenn sonst alles gut wäre, dann fände ich den Gedanken Freundschaften im stillen zu pflegen am sinnvollsten, das ginge sicher gut, wenn vom Partner weiter keine Veränderungen erwartet werden.
                        Ich selber habe ein Problem mit dem Gedanken bei so einem Verhalten des Partners, alles so zu lassen wie es ist.
                        Der einfache Grund ist das ich mich überhaupt nicht verstanden fühlen würde, eigentlich ein einsamer Mensch in dieser Beziehung wäre, ein Partner mit dem man sich nicht austauschen kann und auch keinerlei Empathie zurückkommt, oder zumindest versucht wird den anderen auch zu unterstützen.
                        Solch eine Beziehung würde mir so gar nichts geben und ich frage mich was es an Gutem gibt, das diese Defizite aufwiegen kann, um trotzdem einigermaßen zufrieden zu sein.

                        Ich denke aber wenn du, Titanium, ansonsten gut klar kommst und es dir reicht noch jemanden zu haben mit dem du reden kannst, dann solltest du das auch so machen und deinen Mann in seiner Welt lassen. Die Alternative würde auf jeden Fall euer Leben erst mal auf den Kopf stellen, einiges lostreten.

                        Eigentlich lese ich aus deinen Beiträgen auch eher heraus, das du es im Großen und Ganzen so belassen willst wie es ist und vor allem ein Problem mit deinem heimlichen Kontakt hast?
                        Was spricht denn dagegen es einfach weiter so zu machen wie bisher?
                        Du belügst ja niemanden, du teilst die Verabredungen nur nicht mit und wenn dein Mann es wissen wollte würdest du es ihm wohl auch sagen.
                        Hätte er Interesse an deinen Kontakten zu dem Freund, wäre ihm doch schon längst aufgefallen das du den Freund nicht mehr erwähnst und er hätte von selber nachgefragt.
                        Ich denke er will es gar nicht wissen und somit ist jeder zufrieden, wenn es einfach so weiter läuft.
                        Vorausgesetzt du willst deine Beziehung so weiter führen wie sie ist.

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                        • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                          @Nesty: Kein Problem. Ich kann etwas ab ;-) Nur her mit Kritik :-) Manchmal muss sie drastisch sein, um Wirkung zu zeigen.

                          Ich will meinem Mann gegenüber nicht ungerecht sein. Deshalb die Zweifel. Ich bemühe mich, auch seine Sicht zu verstehen.

                          Ich bin Wissenschaftlerin in der Grundlagenforschung, es ist mein Beruf, Dinge, die wahr zu sein scheinen, zu hinterfragen. Aus dieser Haut kann ich wohl nur schwerlich heraus ;-)
                          Wer sagt oder entscheidet, wer von uns beiden recht hat? Kann oder sollte man überhaupt eine Schuldfrage stellen?

                          Ich würde mir einfach nur eine friedliche Koexistenz beider Welten wünschen. Diese scheint es nicht zu geben. Muss ich mich also zwischen beiden entscheiden?

                          Ja, ich habe Fluchtgedanken. Bin ich es einerseits gewohnt, Dinge bis ins Detail zu zerpflücken und zu diskutieren, so mache ich andererseits Dinge, die mich in meinem Inneren betreffen, nur mit mir selbst aus. Es ist momentan das unbedingte Alleinsein, das ich anstrebe.
                          Für mich ist es ein großer Schritt, mich damit an die "Öffentlichkeit" gewandt zu haben. Der Grund dafür ist meine Hilflosigkeit. Ich habe festgestellt, dass ich von allein aus der Situation nicht herauskomme.

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                          • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                            @Tired: Es ist eben nicht gut, so wie es ist. Mein Mann weiß sehr wohl, dass diese Freundschaft deshalb in die Heimlichkeit verschoben wurde, weil ich mir seinen Druck vom Hals halten wollte. Er sagt (zurecht), dass er mir misstraut. Ich würde meinem Partner auch misstrauen, wäre er nicht offen zu mir. Nichts wäre ich lieber, aber ich bin diesen (unsachlichen, mir die Worte im Mund herumdrehenden) Streitgesprächen nicht gewachsen. Mein Mann ist mir als Geisteswissenschaftler verbal deutlich überlegen.

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                            • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                              Ich habe nicht mehr die Kraft, seit fast einem Jahr nahezu allabendlich meinem hochgradig diskussionfreudigen Mann gegenüber diese Freundschaft verteidigen zu müssen.

                              Dass ich mich dadurch langsam aber sicher aus den körperlichen Zuwendungen entfernt habe, ist einer Einigung natürlich nicht förderlich.

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                              • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                Ich denke auch nicht das man die Schuldfrage stellen sollte und deshalb wäre vielleicht ein erster Schritt das du etwas weniger Schuld auf dich nimmst. Schuld macht ein schlechtes Gewissen, du hast aber keine, oder zumindest nicht mehr als dein Mann, aber du nimmst offensichtlich von vornherein viel auf deine Kappe, während er wahrscheinlich nicht mal im Traum daran denkt das er auch eine große Mitverantwortung an der Situation trägt.

                                Er misstraut dir?
                                Kannst du denn ihm vertrauen? Ihm dich und dein Innerstes anvertrauen?
                                Das kannst du nicht und trotzdem bist nur du es der "zu recht?" misstraut wird. Dein Mann hat nicht recht mit seiner Einschätzung, er hat dir doch gar keine Wahl gelassen, außer eine die dir schadet und deshalb solltest du nicht nur dein Tun bis ins tiefste hinterfragen, sondern auch seine Reaktionen darauf,. Es scheint als würdest du diese eher als gerechtfertigt ansehen, als das was du tust.
                                Warum?

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                                • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                  Darf ich mal fragen weshalb du so an deinem Mann festhältst, was er dir gibt das du das solange aushältst?

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                                  • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                    Ja, Tired, er misstraut mir. Besser formuliert, er misstraut meinem Tun. Fahre ich mit dem Hund in den Wald, weiß er nicht, ob ich verabredet bin oder nicht. Tippe ich eine Kurznachricht oder E-Mail, weiß er nicht, wem ich schreibe...etcpp. Dieses Mißtrauen kann ich durchaus nachvollziehen.
                                    Ich sehe es jedoch so: Er müßte mir nicht mißtrauen, ließe er mich offen sagen, was ich tue. Aber den offenen Umgang macht er mir durch seine ablehnende Haltung unmöglich.

                                    Ja, ich kann mich ihm anvertrauen, auch mein Innerstes. Wäre auch schlimm, wenn das nicht ginge ;-)
                                    Prinzipiell bin ich aber der Typ, der Probleme erst einmal mit sich selbst ausmacht, sie für sich behält. Nicht, weil ich es nicht daheim sagen kann. Ich verarbeite Probleme meist still für mich. Sind die Gedanken in meinem Kopf geordnet, kann ich damit auch nach außen treten. Das ist meine Art, damit umzugehen.
                                    Mein Mann ist bei Problemen, die unsere Beziehung miteinander nicht betreffen, stets ein wunderbarer Berater mit guten Ansatz- und Lösungsmöglichkeiten.

                                    Auf die Frage: "Bist Du glücklich verheiratet?" wäre vor 3 Jahren die spontane und absolut überzeugte Antwort ein: "Ja!" gewesen. Würde man mir die Frage heute stellen, würde ich schweigen. Ich könnte sie nicht beantworten. Auf der einen Seite ist mein Mann ein liebenswerter wunderbarer Mensch, der mir aber das Leben zur Hölle macht, wenn es nicht so läuft, wie er es sich vorstellt. Letzteres ist das, was mich immer weiter abrücken und davonlaufen lässt.

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                                    • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                      Der einfache Grund ist das ich mich überhaupt nicht verstanden fühlen würde, eigentlich ein einsamer Mensch in dieser Beziehung wäre, ein Partner mit dem man sich nicht austauschen kann und auch keinerlei Empathie zurückkommt
                                      Genau so ist es auch, Tired. Gut erkannt.

                                      Ich fühle meine Bedürfnisse nicht verstanden. Ich bekomme beruflich und daheim Druck. Daher ist mir mein bester Freund als Ausgleich eben auch wichtig: Locker, ohne Druck.

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                                      • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                        hi Titanium,

                                        ich glaube, ein bißchen mehr "skrupellosigkeit" im umgang mit deinem mann wäre angebracht. du bist ein erwachsener mensch mit eigenständiger persönlichkeit und kannst dich befreunden, mit wem auch immer du willst. du hast mit offenen karten gespielt und es gibt nix, was du deinem mann verheimlichen müßtest.
                                        du hast keinen grund, ein schlechtes gewissen zu haben, weil du die freundschaft zu diesem mann weiterführst. das misstrauen deines mannes ist sein problem!
                                        (meine theorie, zu der ich auch leider schon praktische erfahrung habe: wer anderen solchen vertrauensbruch zutraut, ist oft selber am ehesten dazu bereit.)

                                        kannst du deinem mann vermitteln, daß er durch sein verhalten im begriff ist, dich zu vertreiben? kannst du ihm offen sagen, daß erst durch sein verhalten deine harmlose freundschaft zu einem mann (zufälligerweise) eine bedeutung erhält (prinzip), die sie vorher gar nicht hatte?
                                        wenn dein mann dich in diskussionen "mundtot" macht ob seiner applizierten "redegewandtheit", dann schreib ihm doch einen brief. du bist ja durchaus in der lage, dich klar und überzeugend auszudrücken.

                                        versuch, auf der erwachsenenebene zu bleiben mit deinem mann.
                                        er ist nicht der vater, der dir dein verhalten vorschreiben kann.
                                        du bist nicht das kind, das traurig/trotzig einen wunsch durchsetzen will.

                                        meßt der situation nicht mehr bedeutung bei, als ihr gebührt, sondern seht es einfach als möglichkeit, euch mal auf gleiche ebene "miteinander auseinanderzusetzen". gibt es zwischen euch auch freundschaft?

                                        wenn dir die auseinandersetzung zuviel ist, dann folge dem rat von dr. riecke. ist ja möglich, daß dein partner nicht (mehr) so flexibel reagieren kann nach all den jahren der dominanz in eurer beziehung. und du wirst ja deine gründe gehabt haben, das 25 jahre lang so mitzumachen.
                                        und halte auf jeden fall an deiner freundschaft fest!

                                        alles gute wünsch ich dir/euch (allen beteiligten + den hunden)

                                        crashdog

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                                        • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                          Es gibt ja nur drei Möglichkeiten.
                                          Entweder du triffst deinen Freund ohne es zu kommentieren, oder du verzichtest wegen deinem Mann auf diese Verbindung, wobei mir da nicht klar wäre warum man auf jemanden Rücksicht nehmen sollte, der das selber nur tut wenn es für ihn keine Nachteile hat.
                                          Die dritte Möglichkeit ist da eigentlich mein Favorit, wenn ich nicht sicher wäre ob die Beziehung noch in meinem Sinne ist und Veränderungen möchte, dann würde ich einfach mein Ding durchziehen.
                                          Wenn der Partner sich beschwert würde ich klare Ansagen machen und wenn er versuchen würde mich mit intellektuellen Gedöns unterzubuttern würde ich mich ganz sicher fragen, was tragen intellektuelle Wortfluten zu der Lösung von Eheproblemen im emotionalen Bereich bei?
                                          Das ist doch keine Denkaufgabe, oder ein philosophisches Rätsel, es geht um die Partnerin und nur wie er und sie empfinden ist dabei relevant, erst wenn man das weiß kann man über Lösungen nachdenken.
                                          Das würde mich wahrscheinlich auf Abstand gehen lassen, er würde gesagt bekommen wie es von meiner Seite aus aussieht und seinen großartigen Darlegungen dazu würde ich sicher nicht mehr lauschen, besonders nicht ohne selber etwas dazu sagen zu dürfen was auch ankommt.

                                          Entweder würde er sich dann mal ein paar Gedanken machen und es mir am Ende zugestehen, vielleicht sogar gönnen, oder Missgunst wäre das was mir entgegenweht.
                                          Da wäre es, zumindest für mich, kaum eine Frage ob ich das alles noch weiter so haben wollte.
                                          Man kann doch nicht mit jemanden sein ganzes Leben verbringen, bei dem die Welt nur in Ordnung ist, solange sich andere unglücklich machen um ihm diesen Schein zu ermöglichen und sich dann auch noch einen Kopf machen, wie ich zurecht komme, ohne ihm auf die Füße zu steigen.
                                          Vielleicht würde er ein wenig umdenken wenn es für ihn eng wird, wenn er versteht das ihr tatsächlich eine Krise habt und du auch ohne ihn kannst.

                                          Ich verstehe nicht ganz diesen Eiertanz, das du etwas ändern möchtest, es ja auch schon getan hast und dann alles so durchwalgst um Möglichkeiten zu finden die alles klarer machen, die aber anscheinend so gestaltet sein müssen das dein Mann nicht belästigt wird, oder schlecht von dir denkt.
                                          Jedenfalls liest es sich so für mich, aber da gibt es nur entweder oder.
                                          Entweder du schonst ihn und kommst damit klar, oder du tust was du gerne tun möchtest und trittst ihm konsequent gegenüber, wenn er was zu kritisieren hat. Natürlich tut das Weh, es verletzt und vielleicht kratzt es auch an seinem Vertrauen zu dir, aber nur weil man sich davor scheut das der andere einiges in den falschen Hals bekommt, kann man doch nicht alles einfach schlucken.

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                                          • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                            kannst du deinem mann vermitteln, daß er durch sein verhalten im begriff ist, dich zu vertreiben? kannst du ihm offen sagen, daß erst durch sein verhalten deine harmlose freundschaft zu einem mann (zufälligerweise) eine bedeutung erhält (prinzip), die sie vorher gar nicht hatte?
                                            @crashdog: Genau so habe ich es ihm gesagt: Er macht mehr daraus, als es ist.
                                            Gegen Unsachlichkeit und Vorwürfe habe ich immer nichts entgegenzusetzen. Man lässt sich dann selbst in diese Schiene drücken, wird unsachlich Mir fehlt wohl nur der Mut, in diesem Falle aufzustehen und zu gehen

                                            du hast keinen grund, ein schlechtes gewissen zu haben, weil du die freundschaft zu diesem mann weiterführst.
                                            Ich habe kein schlechtes Gewissen :-) und ich stehe dazu. Formuliere ihm gegenüber das auch klar und deutlich.
                                            Die Freundschaft ist gut und meinem Freund und mir viel wert. Wir verstehen uns super und die Hunde auch. Zwei Rüden, dick miteinander befreundet, ohne jede Mißgunst :-)

                                            meßt der situation nicht mehr bedeutung bei, als ihr gebührt,
                                            Absolut meine Meinung!!! Nur: Wie bringt man ihm das bei, wenn er es nicht akzeptieren will? Das Rezept habe ich noch nicht gefunden.

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                                            • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                              @Tired:
                                              ...dann würde ich einfach mein Ding durchziehen.
                                              Wenn der Partner sich beschwert würde ich klare Ansagen machen ...
                                              Das ist das, was ich getan habe. Die Antwort meines Mannes lautet, dass ich egoistisch sei und meinen Willen auf Teufel komm raus durchdrücken würde.
                                              Das macht natürlich nachdenklich...(Stichwort "Eiertanz" ;-) ).
                                              Ich frage mich deshalb, ob er recht hat und ich unrecht?

                                              Da wäre es, zumindest für mich, kaum eine Frage ob ich das alles noch weiter so haben wollte.
                                              Ich will es definitiv nicht weiter so haben. Keine Diskussionen, keinen Streit. Ich kann es nicht mehr verkraften.

                                              Entweder du schonst ihn und kommst damit klar, oder du tust was du gerne tun möchtest und trittst ihm konsequent gegenüber, wenn er was zu kritisieren hat. Natürlich tut das Weh, es verletzt und vielleicht kratzt es auch an seinem Vertrauen zu dir, aber nur weil man sich davor scheut das der andere einiges in den falschen Hals bekommt, kann man doch nicht alles einfach schlucken.
                                              Hm.....damit hast Du wohl recht.


                                              Hier einfach mal meinen ganz herzlichen Dank an Alle, die mir hier helfen und sich Gedanken darüber machen!!!!
                                              Mir hat es geholfen, einiges klarer zu sehen.

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                                              • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                                Hallo Titanum

                                                Gehst du jetzt zu deinem Mann zurück, oder gehst du weg von ihm? Was hast du vor?

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                                                • Re: Ich lebe in zwei parallelen Welten

                                                  Hier nach längerer Zeit ein Update:

                                                  In der Zwischenzeit hat sich einiges ereignet. Es kam in der Vergangenheit zwischen meinem Mann und mir zu größeren Streitereien, bei denen er mich im wahrsten Sinne des Wortes "an die Wand gedrückt" hat. Ein für mich sehr unschönes Erlebnis bestand darin, dass ich mich bei einem nächtlichen Streit zu meiner Arbeitsstelle ins Büro flüchtete, er mich bis dorthin verfolgte und im Hof laut wurde (nachts um halb drei). Das gefühl "nirgendwo sicher zu sein, nicht weg zu können" veranlasste mich, mich um eine Wohnung zu bemühen, die ich auch bekam.

                                                  Just, als ich den Zuschlag für die Wohnung bekam, erkrankte mein Mann an einer Divertikulitis. Dort ans Krankenhaus gefesselt, eine mögliche Not-OP vor Augen, ging er in sich. Begann nachzudenken, mein Handeln zumindest zu begreifen, wenn auch nicht vollständig zu akzeptieren. Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus berichtete ich ihm von der Wohnung, was ihn sehr schockierte. Zumal ich ihm aus der Erfahrung der Vergangenheit heraus nicht sage, wo sich diese Wohnung befindet. Das ist mein Rückzugsort.

                                                  Selbstverständlich war es für mich, ihn bis zu seiner völligen Genesung zu begleiten. Momentan habe ich Urlaub, den ich tagsüber in meiner Wohnung damit verbringe, die letzte Überarbeitung meiner Dissertation durchzuführen. Das ist von ihm absolut akzeptiert und dafür hat er vollstes Verständnis.
                                                  Ich fühle hier in diesen Räumen nur für mich eine innere Zufriedenheit gepaart mit einem sehr guten Arbeits-Output. Frei von Stress im Hintergrund, der mich in der Konzentration zunehmend behinderte.

                                                  Zu meinen zwei parallelen Welten, die es immer noch gibt, ist eine dritte -meine sehr eigene- hinzugekommen. Momentan komme ich damit bestens zurecht, wobei mir meine dritte, eigene Welt sehr viel Stabilität in meinem Leben gibt. Sie mag egoistisch sein, aber dazu stehe ich.

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