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Wie zum Arzt??

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  • Wie zum Arzt??

    Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit meiner Mutter (70 Jahre). Soweit ist ihr Verhalten eigentlich "normal". Sie schmeißt den Haushalt, fährt Fahrrad und trifft sich 3-4x die Woche mit den Bekannten zum Frühstücken, zum Spielen oder zum Sport. Was allerdings auffällt ist, dass sie bei Zahlen schwer abgebaut hat. Ich muss aber auch zugeben, dass Rechnen noch nie eine Stärke meiner Mutter war. Ich hatte mit ihr mal den "Uhrentest" gemacht und da ist sie auch gescheiert. Ich wünschte mir, dass sie mal zum Arzt geht, aber sie weigert sich. Sie sagt, sie fühlt sich gut und wenn sie Alzheimer hat, dann hat sie eben Alzheimer. Ich bin völlig fertig. Diese Ungewissheit macht mich echt krank, aber sie geht nicht. Was kann ich denn tun? Vielen Dank schonmal für Tipps.


  • Re: Wie zum Arzt??


    Hallo Roberta70,

    das kann, muss aber keine Demenz sein. Aus einem Uhrentest und dem Abbau einer Fähigkeit, in der man früher auch nicht besonders gut war, läßt sich das nicht schließen.

    Aber dennoch wäre der Besuch des Hausarztes oder einer Gedächtnisambulanz nur von Vorteil, denn bei einer Früherkennung einer Demenz können bestimmte Medikamente viel besser wirken, als wenn diese erst spät verordnet werden. Zunächst würde ich es mit rezeptfreien Gingko-Extrakten versuchen (darüber aber bitte auch den Hausarzt informieren).

    Zum Arztbesuch kann man Menschen bewegen, wenn man die Vorteile vorbeugender Untersuchungen herausstellt. Krebsvorsorge, Grippeimpfungen, auch Impfungen gegen Tetanus - wie leicht kann man auch in Haushalt und Garten mal verletzten und Tetanus ist meist tödlich - können da ggf. motivieren. Auch ein Rundum-Gesundheitscheck ist immer mal gut - besonders im Alter, weil bei alten Menschen das Immunsystem nicht mehr so gut funktioniert wie bei jüngeren.

    Die Scheu vor dem Arztbesuch erklärt sich oft durch Ängste vor niederschmetternden Diagnosen. Dabei wird vergessen, dass ein guter Arzt IMMER etwa tun kann - selbst bei fortgeschrittenem Krebs kann man das Schicksal erleichtern, usw. Rechtzeitig erkannte Krankheiten haben dagegen oft noch Aussicht auf komplette Ausheilung oder enigstens große Zeiträume (mehrere Jahre!) bis zum Ausbruch schwerwiegender Symptome. Macht man hingegen nichts, so kann es auf einmal schnell bergab gehen und dann bereut man zutiefst, vorher nicht vernünftig gewesen zu sein.

    Sagen Sie Ihrer Frau Mutter, dass sie mit ihrer Gesundheit spielt und schnell verlieren wird, wenn sie gar nichts macht - und dass es kein "Mensch ärgere dich nicht" Spiel ist, sondern in Wirklichkeit bitterer Ernst. (Man muss zuweilen etwas dick auftragen, um Menschen zu motivieren.)

    LG
    Egon-Martin

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    • Re: Wie zum Arzt??


      Danke für die Info. Ich werde es mal mit einem Vorsorge-Check versuchen (ist ja auch in jedem Alter nur zu empfehlen).

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      • Re: Wie zum Arzt??


        Sehr geehrter Anonymer User,

        Sie sollten in der Tat, wie Egon-Martin bereits schrieb, darauf verweisen, daß eine späte Abklärung von Hirnleistungsstörungen gegenüber einer frühen prognostisch deutlich ungünstiger ist. Ursächlich behandelbare Erkrankungen werden "verschleppt", symptomatisch behandelbare in einem fortgeschritteneren Stadium (also auf einem niedrigeren Niveau) stabilisiert. "Dann habe ich eben Alzheimer" ist eine nachvollziehbare Trotzreaktion, sollte aber der Erkenntnis weichen, daß es gegen die Symptome dieser Krankheit Medikamente gibt, die, sofern sie nicht diagnostiziert wird, auch nicht verschrieben werden. Leider ist die Erkenntis, und insbesondere die der eigenen Defizite, oft gestört, so daß es möglicherweise nur mit den von Egon-Martin erwähnten Tricks gelingt, Ihre Mutter zum Arzt zu bewegen.

        Mit freundlichen Grüßen,

        Spruth

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