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Diagnose:Demenz.Aber welches Stadium???

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  • Diagnose:Demenz.Aber welches Stadium???

    hallo zusammen,

    ich habe mich gerade hier angemeldet und würde mich freuen einige informationen zu erhalten.
    meine schweigermutter liegt seit einer woche im krankenhaus,heute die diagnose.demenz.
    ich bin völlig ratlos und überfordert.
    morgen habe ich mit meinem schwiegervater einen termin beim sozialdienst des krankenhauses.

    ich habe mich jetzt ein wenig durch die stadien von alzheimer gelesen,aber ich bin sehr verwirrt,was das stadium betrifft.
    ich möchte mit ein paar stichworten ihren zustand beschreiben und würde mich sehr über hilfe/antworten freuen!


    *schlaflosigkeit
    *nächtliches umherwandern
    *sprachstörungen/spricht sehr langsam und vergisst dabei was sie sagen wollte.
    *motorikstörungen/bewegt sich manchmal wie in zeitlupe
    *einnässen
    *tagsüber oft nicht ansprechbar


    dazu kommt noch,das sie oftmals etwas *entrückt* scheint,ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll.sie lächelt dann einfach nur.
    in diesem zustand ist sie seit ca. 2-3 wochen.

    irgendwie passen ihre symptome auf alle stadien!? weiß wer rat?

    ganz lieben dank im vorraus!!!

    pumpkin

  • Re: Diagnose:Demenz.Aber welches Stadium???


    Hallo pumpkin,
    zunächst: weswegen wurde Ihre Schwiegermutter in die Klinik eingewiesen? Ging es da bereits um die Feststellung einer Hirnleistungsstörung oder gab es einen anderen Grund?
    Ich frage deshalb, weil Klinikaufenthalte alte Menschen in der Regel stark verstören und alle Beschwerden deutlicher und verschlimmert zu Tage treten. Die Diagnose "Demenz" tritt bei fast bei jedem eine emotionale Lawine los - lassen Sie die Diagnose erst einmal ein paar Tage auf sich wirken - informieren Sie sich weiter, Sie haben ja schon damit begonnen. Wenn Demenz, so werden Ihnen die Ärzte sicher noch genauer mitteilen, um welche Art es sich handelt und ob und wie sie therapierbar ist. Wie alt ist Ihre Schwiegermutter? Lebte sie mit bei Ihnen im Haushalt oder alleine? Falls Letzteres der Fall ist, so kann man davon ausgehen, dass sie sich möglicherweise nicht mehr ausgewogen ernährt hat und sicher auch der Flüssigkeitshaushalt eine große Rolle gespielt hat. Gerade das ausreichende (oder besser noch: etwas mehr als notwendig!) Trinken ist außerordenlich wichtig. Ein Mangel an Flüssigkeit und Mineralstoffen führt beim alten Menschen sehr rasch zu Desorientiertheit und Ausfallerscheinungen. Das von Ihnen beschriebene "Entrückt sein" könnte eine solche Folgeerscheinung sein.

    Warten Sie also zunächst einmal die entgültige Diagnose ab, überlegen Sie in der Familie genau, was Sie gemeinsam tun können - wo und wie Sie helfen können. Es gibt heute für fast jede Demenzform Behandlungsmöglichkeiten, die zumindest einen deutlichen Zeitgewinn bringen. Speziell bei Alzheimer Demenz werden Cholinesterasehemmer und Glutamatantagonisten eingesetzt.

    Hilfreiche Hinweise finden Sie auf folgenden Seiten

    http://www.deutsche-alzheimer.de
    http://www.alzheimerforum.de

    Grundsätzlich bekommen Sie über die Google-Suchfunktion unter dem Stichwort Morbus Alzheimer auch noch viele andere Hinweise (z. B. Altern in Würde etc., oft sind auch die Österreichischen und Schweizer Seiten interessant)

    Was das Stadium der Erkrankung Ihrer Schwiegermutter angeht, so ist über's Internet nur schwer etwas zu sagen. Warten Sie die Zeit nach dem Krankenhaus ab - dann wird sich zeigen, was noch geht und was nicht. In der Regel befinden sich die Patienten bei Diagnosestellung aber eher im Anfangsstadium, eventuell auch im fortgeschrittenen Anfangsstadium.

    Halten Sie uns hier bitte auf dem Laufenden, teilen Sie uns mit, welche Enddiagnose und welcher Therapievorschlag erfolgt. Dann können wir sicher noch mehr Ratschläge geben.

    Kopf hoch und alle Gute!
    Leona

    Kommentar


    • Re: Diagnose:Demenz.Aber welches Stadium???


      guten morgen leona,

      zunächst möchte ich mich für die rasche und ausgiebige antwort bedanken!

      meine schwiegermutter wurde wegen starker schwindelgefühle und ohnmachtsanfällen eingeliefert.hinzu kommt,das sie die letzten tage,mehrfach am tisch eingegeschlafen war.und tagsüber fast nur schlief und nachts eben wach war und umher wanderte,und dabei schliesslich irgendwann zusammenbrach.
      im krankenhaus wurde ein CT,EEG,langzeit EKG,mangenspiegelung,ultrasound und sämtliche bluttests gemacht.alle testergebnisse im detail werden wir wohl erst beim abschlussgespräch bekommen?!

      die ärztin meinte beim gestrigen gespräch auch,das der zustand sich im krankenhaus häufig verschlechtert,da die fremde umgebung und der neue tagesablauf,sie oft aus der bahn werfen kann.und das es zuhause,durchaus wieder etwas besser werden kann.
      meine schwiegermutter,führt mit ihrem mann noch einen haushalt.aber in den letzten 2 jahren,hat sie zusehends abgebaut und ist laut ärzten,ohne meinen schwiegervater auch nicht mehr in der lage einen solchen zu führen.
      problem daran ist,das auch er nicht mehr lange in der lage sein wird,sie zu unterstützen.
      er ist 75 meine schwiegermutter 69.
      die situation wächst im zusehends über den kopf.

      die sache mit der ernährung beschäftigt mich sehr,da ich weiß,das sie kaum noch kocht.mein vorschlag sich vielleicht an einen essen-auf-rädern dienst zu wenden (natürlich nicht sofort und auch nicht gegen ihren willen!!!) wurde sofort abgelehnt.

      wir haben heute einen termin deim sozialdienst des krankenhauses,und danach versuche ich nochmal einen arzt zu erreichen.

      sie haben recht,mit dem *die diagnose auf sich wirken zu lassen* aber es fällt mir so schwer.ich möchte einfach so vorbereitet und informiert wie möglich an die ganze situation herantreten.

      das krankenhaus bzw. die ärzte haben den schritt zur pflegestufe 1 bereits angekurbelt.
      mitte nächster woche soll sie entlassen werden.die ärzte wollen aber sichergehen,das bis dahin die sache mit dem pflegedienst abgeklärt ist.

      ich werde sie weiterhin auf dem laufenden halten.
      vielen lieben dank nochmal,leona!!!!

      lg

      pumpkin77

      Kommentar


      • Re: Diagnose:Demenz.Aber welches Stadium???


        pumpkin77 schrieb:
        > die sache mit der ernährung beschäftigt mich sehr,da ich weiß,das sie kaum noch kocht.
        > mein vorschlag sich vielleicht an einen Essen-auf-rädern dienst zu wenden (natürlich nicht
        > sofort und auch nicht gegen ihren willen!!!) wurde sofort abgelehnt.

        Hallo pumpkin77,

        na klar, wird das abgelehnt, das liegt in der Natur der Demenz, in ihrem Selbstbild kann die Mutter es natürlich noch.
        Meine Mutter, die längst ständige Pflege und Beaufsichtigung braucht, kocht (in ihrer Vorstellung) jeden Tag, sie kümmert sich um die Pflegerin, sie wäscht , putzt, macht Erledigungen...

        Tatsächlich muß man ja alles übernehmen und der große Schritt für uns Angehörige ist, dass wir umdenken müssen.
        So wie in Ihrem zitierten Satz - einen Vorschlag machen, respektvoll die gewünsche Lebensführung achten, mit Geduld auf Einsicht hinarbeiten usw geht so nicht mehr.
        Wenn sich die Demenz bestätigt, müssen Sie sich darauf einstellen, dass die Mutter nicht mehr selbstverantwortlich die Entscheidungen treffen kann und sie tun ihr keinen Gefallen damit, sie selber für sich bestimmen zu lassen.
        Um Entscheidungen zu treffen, braucht es Erfahrung(Gedächtnis), Planung, gezieltes Vorgehen, das alles ist bei Demenz gestört. zB beim Ankleiden die richtige Reihenfolge einzuhalten, beim Kochen alles zu bedenken, beim Putzen den Überblick bewahren, das sind uns nicht bewußte umfangreiche Denkleistung, die eben auch verloren gehen können.

        Die Unfähigkeit und die Überforderungen werden durchaus auch so empfunden und verunsichern und stressen ganz gewaltig. Indem man als Angehöriger die Verantwortung für den Demenzkranken klar ersichtlich übernimmt, gibt man ihm auch ein Stückchen Sicherheit und Ruhe. Ja, es ist durchaus Bevormundung und das wird auch genau so empfunden, aber dagegen kann man was tun, Bestätigung, Zuwendung, Dinge die das Selbstwertgefühl heben, kleine Freuden - und nicht zuletzt Respekt zeigen, denn der sollte unabhängig von Fähigkeiten sein.
        Mit freundlicher, sanfter und bestimmter Führung tun Sie das Beste für Ihre Mutter.

        Gerade das regelmäßige ausgewogene essen und ausreichend trinken ist absolulut notwendig, Mangel- und Fehlernährung verstärkt die Demenz, ausgelassene Mahlzeiten können schon zu Verwirrtheitszuständen führen, erst recht zu wenig trinken, unregelmäßige Medikamenteneinnahme sowieso.
        Sie haben jetzt die gute Gelegenheit, nach dem Krankenhausaufenthalt alles zu ändern, das ist ein Einschnitt der eine Gewohnheitsveränderung ermöglicht. Für die ganze Familie!
        Deswegen ist es viel leichter vom Tag der Entlassung an alles was notwendig ist anders zu machen, auf einen Schlag und nicht nach und nach vorsichtig umstellen, das klappt nur schlecht und bringt den alten Stress zurück.
        Sie sollten dabei auch ganz konsequent vorgehen, wirklich jeden Tag fürs Essen und die anderen Dinge sorgen, denn nur so stellt sich die Sicherheit und Gewohnheit ein. Es wird ihr dadurch viel besser gehen als vorher, insofern ist die Diagnosestellung eine Chance, die man nützen kann.
        Das gilt auch für den Schwiegervater, auch er muss umdenken und jede nur mögliche Hilfe zulassen. Umso länger können die beiden zusammenbleiben und noch einigermaßen gute Tage erleben.
        Bitte machen sie sich kundig, über die Krankheit und was es alles an Hilfen gibt. Es lohnt sich für alle Beteiligten.

        Jetti

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