Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten

Hersteller: Accord Healthcare Gmbh
Wirkstoff: Naltrexon
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Naltrexon. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten.

Naltrexon dient als Teil eines umfassenden Therapieprogramms gegen Alkoholabhängigkeit und Abhängigkeit von opioiden Schmerzmitteln oder ähnlichen Drogen. Es mindert das Risiko eines Rückfalls, erleichtert unterstützend die Behandlung in der Phase der Alkoholfreiheit (Abstinenz) und mindert das Verlangen nach Alkohol.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Naltrexon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Unterstützung der Abstinenz bei geheilten Alkohol- oder Drogensüchtigen - innerhalb eines umfassenden Therapieprogramms einschließlich psychologischer Begleitung

Dosierung

Die Behandlung mit dem Medikament muss von einem Arzt mit Erfahrung in der Suchtbehandlung begonnen und überwacht werden.

Die empfohlene Anfangsdosis für Patienten, die abhängig von opioiden Schmerzmitteln oder ähnlichen Drogen sind, beträgt eine halbe Tablette. Später kann dann auf die übliche Dosis von einer Tablette am Tag gewechselt werden. Holen Sie eine ausgelassene Dosis jederzeit nach bis zur nächsten regulären Einnahme.

Die empfohlene Dosis bei Alkoholabhängigkeit zur Unterstützung der Abstinenz beträgt eine Tablette pro Tag. Eine höhere Dosis als drei Tabletten auch nur für einen einzigen Tag kann zu einem erhöhten Auftreten von Nebenwirkungen führen und wird daher nicht empfohlen.

Es kann keine übliche Behandlungsdauer festgelegt werden, da das Medikament eine begleitende Therapieform darstellt und der gesamte Genesungsprozess bei suchtkranken Patienten individuell verschieden ist. Eine Behandlungsdauer von mindestens drei Monaten wird empfohlen, wobei unter Umständen auch eine Therapieverlängerung nötig sein kann.

Um die Einnahmetreue zu erleichtern, kann der Arzt das Dosierungsschema zum Beispiel wie folgt anpassen: Einnahme von zwei Tabletten am Montag und Mittwoch und drei Tabletten am Freitag.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Titandioxid (E 171)
  • Crospovidon (Typ A)
  • Eisenoxide und -hydroxide (E 172)
  • Lactose-Monohydrat
  • Macrogol 400
  • Polysorbat 80

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe, Nervosität, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche.

Häufige Nebenwirkungen:
gesteigerte Energie, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Durst, Schwindel, Antriebslosigkeit, Schüttelfrost, vermehrtes Schwitzen, Tränenfluss, Schmerzen in der Brust, Durchfall, Verstopfung, Hautausschlag, Juckreiz, Harnverhaltung, verzögerte Ejakulation, verringerte Potenz, Appetitlosigkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Ängstlichkeit, Depressionen, Selbstmordgefährdung, Selbstmordversuch, Sehstörungen, Sprachstörungen, Ohrensausen, geringfügiger Blutdruckanstieg, Störungen der Leberfunktion (Erhöhung der Transaminasen).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Blutplättchenmangel ungeklärter Ursache.

Besonderheiten:
Naltrexon kann eine vorübergehende Erhöhung des diastolischen Blutdrucks ("unterer Wert") verursachen, gefolgt von einer Absenkung der Körpertemperatur und Verringerung der Atemzüge.

Wechselwirkungen

Zur Zeit gibt es nur wenige Erfahrungen zur Wirkung von Naltrexon auf das Verhalten anderer Substanzen im Körper. Daher sollte der Arzt die gleichzeitige Behandlung mit Naltrexon und anderen Wirkstoffen mit Vorsicht durchführen und sorgfältig überwachen.

Während der Therapie mit Naltrexon dürfen keine weiteren Opioide (zum Beispiel Codein gegen Husten oder Opioide in Mitteln gegen Durchfall) angewendet werden. Zur Behandlung von Schmerzzuständen dürfen ausschließlich nicht-opioide Schmerzmittel genommen werden. Keinesfalls darf man versuchen, durch Anwendung großer Opioiddosen die durch Naltrexon verursachte Wirk-Blockade wieder aufzuheben. Es kann nämlich nach Beendigung der Naltrexonwirkung zu einer akuten Opioidüberdosierung mit möglicherweise tödlichem Ausgang (Erstickungsanfälle) kommen.

Sollte ein Patient doch eine Schmerztherapie mit opioiden Schmerzmitteln oder in Notfallsituationen eine Narkose benötigen, kann die erforderliche Dosis größer sein, um die gleiche Wirkung zu erzielen. In diesen Fällen sind auch Atembeschwerden und Kreislaufstörungen stärker und länger andauernd. Auch kann es leichter zu Nebenwirkungen wie Schwitzen, Juckreiz und anderen Haut- und Schleimhauterscheinungen kommen. Der Patient benötigt in diesen Situationen besondere ärztliche Aufmerksamkeit und Überwachung.

Nach der Behandlung mit Naltrexon können Patienten empfindlicher auf die Gabe von Opioiden reagieren.

Da Naltrexon nicht eingesetzt werden darf, wenn ein Patient Opioide anwendet, wird der Arzt in unklaren Situationen möglicherweise einen sogenannten Naloxon-Provokationstest durchführen. Reagiert der Patient auf diesen schon mit Entzugserscheinungen, darf der Wirkstoff Naltrexon nicht gegeben werden.

Gegenanzeigen

Naltrexon darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • akuter Leberentzündung oder schwerer Lebererkrankung
  • schwerer Nierenerkrankung
  • Patienten, die opioide Schmerzmittel erhalten
  • opiatabhängigen Patienten ohne erfolgreichen Entzug, solchen, die einen positiven Opiat-Urintest hatten, oder solchen mit akuten Beschwerden eines Entzugs
  • Patienten, die schon nach Gabe von Naloxon mit Entzugsbeschwerden reagierten.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Naltrexon bei Leber- und Nierenkranken angewendet werden. Die Leberfunktion sollte sowohl vor als auch während der Behandlung getestet werden.

Hinweis:
Die Therapie sollte nur von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung alkoholabhängiger Patienten begonnen und überwacht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tierexperimente haben gezeigt, dass sich die Gabe von Naltrexon an trächtige Tiere schädigend auf die Nachkommenschaft auswirkt. Diese Studien sind nicht ausreichend, um auf den Menschen zu schließen. Auch ist nicht bekannt, ob Naltrexon oder sein aktives Stoffwechselprodukt in die Muttermilch abgegeben werden. Daher darf Naltrexon nur nach strenger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko und bei unbedingter Notwendigkeit bei schwangeren oder stillenden Frauen angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Weil es mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren keine Studien zu Wirkung und Sicherheit von Naltrexon gibt, sollte diese Altersgruppe nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann körperliche wie seelische Fähigkeiten beeinflussen, weswegen gefahrvolle Tätigkeiten wie Autofahren oder die Bedienung von Maschinen vermieden werden sollten.
  • Die Leberfunktion sollte sowohl vor als auch während der Behandlung mit dem Medikament vom Arzt getestet werden.
  • Das Medikament darf nur von Ärzten eingesetzt werden, die Erfahrung mit der Behandlung von Suchtkranken haben.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Filmtablette Filmtabletten)
28 Filmtablette Filmtabletten
45,18 Naltrexon

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Naltrexon (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.