Das Bild zeigt Beerentraubenblätter.
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Bärentraubenblätter: Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen

Die Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) zählt zur Familie der Heidekrautgewächse. Der Volksmund bezeichnet sie auch als wilder Buchs, Moosbeere, Steinbeere oder Harnkraut. Sie ist in fast ganz Europa, in Sibirien, dem Altai und Himalaja und in Nordamerika zu finden.

Allgemeines

Die Blätter des Strauchs (Bärentraubenblätter, Uvae ursi folium) sollen – als Extrakt eingenommen – bei verschiedenen Beschwerden helfen. So finden Bärentraubenblätter etwa bei leichten Entzündungen der ableitenden Harnwege Anwendung. Bisher gibt es jedoch keine ausreichenden Belege dafür, dass die Pflanzenteile tatsächlich dafür geeignet sind. Darüber hinaus wird Bärentraubenblättern eine entwässernde Wirkung zugeschrieben.

Das Wissen über pflanzliche Präparate wie Bärentraubenblätter hat sich durch jahrelange praktische Anwendung angesammelt. Aus Sicht der sogenannten evidenzbasierten Medizin (EbM) liegen allerdings bisher keine oder zu wenige aussagekräftige Studien zur klinischen Wirksamkeit von Bärentraubenblättern vor.

Bärentraubenblätter werden immer wieder bei leichten Harnwegsinfekten eingesetzt, und auch vorbeugend nehmen manche Menschen entsprechende Extrakte ein. Umfassend wissenschaftlich belegt ist der Effekt der Blätter jedoch nicht. Vielmehr ist die Datenlage zur Wirkung und Sicherheit von Bärentraubenblättern sehr dünn.

Bei länger anhaltenden und / oder starken Beschwerden sollten Sie die Ursachen in jedem Fall medizinisch abklären lassen. Wenn Sie Bärentraubenblätter einnehmen möchten, fragen Sie vorher Ihren Arzt und achten Sie darauf, dass Sie die empfohlene Dosierung nicht überschreiten.

Die Bärentraube wächst als kleiner, kriechender, immergrüner Strauch. Die dickledrigen Bärentraubenblätter glänzen an der Oberseite dunkelgrün, die kleinen weißen Blüten wachsen in traubenartigen Blütenständen. Die Früchte der Bärentraube sind beerenartig und scharlachrot. Sehr leicht kann man die Pflanze mit der Preiselbeere verwechseln. In Deutschland ist die Bärentraube geschützt und darf nicht selbst gesammelt werden.

Wirkung und Inhaltsstoffe

Im Reagenzglas zeigen Bärentraubenblätter eine antimikrobielle Wirkung gegen Erreger wie

Bärentraubenblätter enthalten die Stoffe Arbutin und Methylarbutin, bei denen es sich chemisch gesehen um Abkömmlinge der Substanz Hydrochinon handelt. Arbutin und Methylarbutin gelangen aus dem Darm in die Leber und werden dort in Hydrochoninverbindungen umgewandelt. Diese Verbindungen werden größtenteils über die Nieren ausgeschieden.

Bakterien in den Harnwegen bewirken, dass die Hydrochroninverbindungen im Urin mithilfe von Enzymen in den Stoff aufgespalten werden, der für die Wirkung der Blätter verantwortlich ist – in Hydrochinon. Hydrochinon hat im Harn einen antimikrobiellen Effekt – das heißt, es bekämpft bestimmte Krankheitserreger, die eine Harnwegsinfektion begünstigen.

Forscher konnten jedoch bisher nicht ausreichend belegen, dass die Einnahme von Bärentraubenblättern tatsächlich geeignet ist, um Harnwegsinfekten vorzubeugen oder diese zu behandeln.

Nebenwirkungen und Anwendungshinweise

Bärentraubenblätter werden meist getrocknet angeboten – entweder im Ganzen oder zerkleinert. Extrakte stehen in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung, so etwa

  • als Tee,
  • als Dragees oder
  • als Lösungen.

Bärentraubenblätter können gelegentlich Übelkeit und Erbrechen auslösen, auch allergische Reaktionen sind möglich. Arbutinhaltige Arzneimittel können den Harn vorübergehend grün bis blaugrün verfärben. In seltenen Fällen können Dragees oder Lösungen, die einen Extrakt aus Bärentraubenblättern enthalten, zu Nebenwirkungen wie Hautrötungen und Juckreiz führen.

Extrakte aus Bärentraubenblättern sollten Sie nicht länger als 7 Tage und höchstens 5 Mal im Jahr einnehmen und die Anwendung mit Ihrem Arzt besprechen.

Die empfohlene Dosis liegt bei dreimal täglich 500 bis 600 Milligramm Trockenextrakt, dies entspricht circa 100 bis 200 Milligramm Hydrochinon.

Bei längerer Anwendung können Bärentraubenblätter möglicherweise chronische Leberschäden verursachen, weshalb Sie sie höchstens eine Woche am Stück einsetzen sollten. Es kann bislang nicht ausgeschlossen werden, dass eine längerfristige Einnahme das Erbgut verändert. Zudem wird eine mögliche krebserregende Wirkung diskutiert.

Für folgende Personengruppen sind Bärentraubenblätter nicht geeignet:

Herz- oder nierenkranke Menschen sollten vor der Anwendung ihren Arzt fragen, ob Bärentraubenblätter für sie unbedenklich sind.

Bei starken Beschwerden und bei Symptomen wie

sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn Beschwerden länger anhalten.