Wechselwirkungen mit Medikamenten: Vorsicht bei diesen 9 Lebensmitteln
Medikamente entfalten ihre Wirkung nur dann zuverlässig, wenn sie vom Körper richtig aufgenommen und verarbeitet werden. Die Ernährung kann diesen Prozess beeinflussen: Einige Lebensmittel verändern den Abbau von Arzneimitteln, andere blockieren die Aufnahme im Darm oder stören den Elektrolythaushalt.
Solche Wechselwirkungen können dazu führen, dass eine Behandlung weniger effektiv ist oder stärkere Nebenwirkungen auftreten. Besonders relevant ist das bei Arzneimitteln, die regelmäßig eingenommen werden. Sehen Sie hier, bei welchen Lebensmitteln es im Zusammenspiel mit Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen kann.
Hinweis: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Cranberrysaft
Cranberrysaft kann die Wirkung bestimmter blutverdünnender Medikamente verstärken. Das erhöht das Risiko für Blutungen, etwa in Form von häufigem Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder ungewöhnlich starken blauen Flecken. Auch innere Blutungen, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, sind möglich. Wer entsprechende Arzneien einnimmt, sollte Cranberrysaft daher nur nach ärztlicher Rücksprache konsumieren. Frische Cranberrys in üblichen Mengen gelten als deutlich weniger kritisch.
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Grünes Blattgemüse kann Wechselwirkungen auslösen
Grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl oder Feldsalat enthält viel Vitamin K. Dieser Nährstoff beeinflusst den Effekt blutverdünnender Medikamente mit dem Wirkstoff Warfarin, da er die Blutgerinnung fördert. Problematisch ist dabei weniger der Verzehr Vitamin-K-reicher Lebensmittel an sich, sondern stark schwankende Mengen. Eine ungleichmäßige Zufuhr kann dazu führen, dass die blutverdünnende Wirkung schlechter steuerbar ist. Fachleute empfehlen daher eine möglichst konstante Vitamin-K-Aufnahme statt den vollständigen Verzicht auf grünes Gemüse.
Milchprodukte können zu Wechselwirkungen führen
Milchprodukte enthalten viel Calcium. Dieser Mineralstoff kann sich im Magen-Darm-Trakt mit bestimmten Antibiotika verbinden. In der Folge gelangt weniger des Medikaments ins Blut, und es wirkt möglicherweise schwächer. Betroffen sind unter anderem Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline. Um die Wirksamkeit der Behandlung nicht zu beeinträchtigen, sollten solche Medikamente zeitlich getrennt von Milchprodukten eingenommen werden. Hinweise dazu finden sich in der Packungsbeilage.
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Grapefruit: Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten
Grapefruits enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die Enzyme im Darm hemmen. Normalerweise sind sie daran beteiligt, Medikamente abzubauen, bevor sie in den Blutkreislauf gelangen. Wird ihre Funktion beeinträchtigt, kann sich der Wirkstoff im Körper stärker anreichern als vorgesehen oder in manchen Fällen auch schlechter wirken. Betroffen sind unter anderem bestimmte Cholesterinsenker (Statine) sowie Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Die hemmende Wirkung der Grapefruit hält mehrere Tage an. Deshalb wird bei der Einnahme entsprechender Medikamente empfohlen, auf die Frucht zu verzichten.
Wechselwirkungen mit Medikamenten durch Kaffee möglich
Kaffee kann die Aufnahme bestimmter Schilddrüsenmedikamente im Darm beeinträchtigen. Diese Arzneien, etwa mit dem Wirkstoff Levothyroxin, werden eingesetzt, um eine Schilddrüsenunterfunktion zu behandeln. Wird kurz nach der Einnahme Kaffee getrunken, gelangt unter Umständen weniger Wirkstoff in den Blutkreislauf. Fachleute empfehlen daher, zwischen der Einnahme des Medikaments und dem Kaffeetrinken mindestens 30 Minuten Abstand einzuhalten. So lässt sich eine gleichmäßige Wirkung der Arzneimittel sicherstellen.
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Sojaprodukte und ballaststoffreiche Kost: Wechselwirkungen möglich
Auch Sojaprodukte wie Tofu und sehr ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte können die Aufnahme bestimmter Schilddrüsenmedikamente im Darm verringern und ihre Wirkung abschwächen. Problematisch ist das vor allem, wenn solche Lebensmittel regelmäßig und in größeren Mengen gegessen werden, insbesondere kurz vor oder nach der Tabletteneinnahme.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Vorsicht bei Lebensmitteln mit Tyramin
Bestimmte Antidepressiva, sogenannte MAO-Hemmer, beeinflussen den Abbau des Stoffes Tyramin im Körper. Wird es nicht ausreichend abgebaut, kann es zu einem starken Blutdruckanstieg kommen. Besonders viel Tyramin enthalten gereifte oder fermentierte Lebensmittel wie reifer Käse, Salami oder Sauerkraut sowie verdorbene Speisen. Typische Warnzeichen sind plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen, Nackensteife oder Brustschmerzen. In solchen Fällen sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Lakritz: Lebensmittel kann Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen
Lakritz enthält Inhaltsstoffe, die den Wasser- und Mineralstoffhaushalt des Körpers verändern können. Die mögliche Folge: Ein Anstieg des Blutdrucks und ein Abfall des Kaliumspiegels. In Kombination mit bestimmten Medikamenten, etwa Entwässerungstabletten oder Herzmedikamenten, kann sich dieses Risiko erhöhen. Ein gelegentlicher Verzehr kleiner Mengen gilt meist als unproblematisch, bei regelmäßigem Konsum ist jedoch Vorsicht geboten.
Alkohol: Achtung vor Wechselwirkungen mit Medikamenten
Alkohol kann die Wirkung verschiedener Medikamente beeinflussen und Nebenwirkungen verstärken. Bei manchen Arzneien kann es zudem zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Besonders bekannt ist dies bei bestimmten Antibiotika wie Metronidazol. Um Risiken zu vermeiden, raten Fachleute dazu, während der Einnahme solcher Medikamente gänzlich auf Alkohol zu verzichten.
Selbsttest: Trinke ich zu viel Alkohol?
Medikamente entfalten ihre Wirkung nur dann zuverlässig, wenn sie vom Körper richtig aufgenommen und verarbeitet werden. Die Ernährung kann diesen Prozess beeinflussen: Einige Lebensmittel verändern den Abbau von Arzneimitteln, andere blockieren die Aufnahme im Darm oder stören den Elektrolythaushalt.
Solche Wechselwirkungen können dazu führen, dass eine Behandlung weniger effektiv ist oder stärkere Nebenwirkungen auftreten. Besonders relevant ist das bei Arzneimitteln, die regelmäßig eingenommen werden. Sehen Sie hier, bei welchen Lebensmitteln es im Zusammenspiel mit Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen kann.
Hinweis: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen.
- Online-Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: Wechselwirkungen von Medikamenten: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/gesundheitsthemen/medikamente-im-alter/wechselwirkungen-von-medikamenten/ (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen der Verbraucherzentrale: Wechselwirkungen mit Medikamenten: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/wechselwirkungen-mit-medikamenten-10595 (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen von MSD Manuel: Arzneimittel-Wechselwirkungen: https://www.msdmanuals.com/de/heim/medikamente/einflussfaktoren-f%C3%BCr-das-ansprechen-auf-medikamente/arzneimittel-wechselwirkungen (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen des Südwestrundfunks (SWR): Rezeptfrei und verschreibungspflichtig. Vorsicht Wechselwirkung: Was man vor der Einnahme von Medikamenten wissen sollte: https://www.swr.de/leben/gesundheit/medikament-wechselwirkung-arzneimittel-lebensmittel-beratung-100.html (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen von DocCheck: Arzneimittelwechselwirkung: https://flexikon.doccheck.com/de/Arzneimittelwechselwirkung (Abruf: 01/2026)