PAVK (periphere arterielle Verschluss­krankheit): Wenn Gehen schmerzt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Oktober 2017)

© Jupiterimages/Digital Vision

Starke Schmerzen in den Beinen sind ein typisches Symptom der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Die Betroffenen müssen beim Gehen ständig Pausen einlegen – wie bei einem Schaufensterbummel. Daher nennt man die PAVK auch "Schaufensterkrankheit". Wie entsteht sie? Was hilft?

Wenn sich in den Wänden der Arterien Ablagerungen bilden, kann das Blut nicht mehr ungehindert hindurchfließen. Diese sogenannte Arterienverkalkung (Arteriosklerose) führt schlimmstenfalls zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

Eine dauerhafte Durchblutungsstörung in den Beinen und/oder Armen kann zudem starke Schmerzen hervorrufen. Der medizinische Fachbegriff für diese Störung ist "periphere arterielle Verschlusskrankheit" (PAVK). In Deutschland sind rund 4,5 Millionen Menschen davon betroffen.

Was ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)?
Dabei handelt es sich um eine dauerhafte und fortschreitende Durchblutungsstörung in den Beinen und Armen, die sich meist durch starke Schmerzen bemerkbar macht. Ursache ist in der Regel eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose), welche häufig eine Folge von Diabetes mellitus, Bluthochdruck und/oder Rauchen ist.

Ärzte unterteilen die PAVK in vier Stadien. Im ersten Stadium verspüren die meisten Betroffenen keinerlei Symptome. Im zweiten Stadium können die Patienten typischerweise noch etwa 200 Meter gehen, bis sie zum ersten Mal Schmerzen in den Beinen verspüren.

In den fortgeschritteneren Stadien der Erkrankung steigt das Risiko, dass auch die Durchblutung der inneren Organe gestört ist. Um Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu vermeiden, sollten Betroffene daher so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Zudem ist es wichtig, dass Patienten selbst aktiv gegen die Ursachen der Erkrankung vorgehen. Das bedeutet, sie sollten

PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit): Wie entsteht sie?

Die wichtigsten Risikofaktoren für die PAVK sind:

Raucher, Diabetiker und Bluthochdruckpatienten haben ein hohes Risiko für Arteriosklerose. Diese Erkrankung, die umgangssprachlich auch als "Arterienverkalkung" bezeichnet wird, ist in über 95 Prozent der Fälle der Ursache der PAVK.

Wie entsteht Arteriosklerose?

Im Laufe der Jahre bilden sich bei vielen Menschen kleine entzündete Stellen in den Wänden der Arterien. Dort sammeln sich Entzündungszellen (sog. Fresszellen oder Makrophagen). Sie nehmen Teilchen aus dem Blut auf, die für den Transport von Fett durch die Blutbahn zuständig sind. LDL-Cholesterin heißen diese Fett-Transporter.

Je mehr LDL-Cholesterin ein Mensch im Blut hat, umso höher ist das Risiko, dass diese sich in den Wänden seiner Arterien ablagern. Die Ablagerungen wachsen mit der Zeit zu sogenannten arteriosklerotischen Plaques an, welche den Blutfluss behindern.

Betrifft diese Durchblutungsstörung die Peripherie des Körpers (Arme und Beine), sprechen Ärzte von einer PAVK.

Bei PAVK-Patienten gelangt zu wenig Blut in die Arme und/oder Beine. Dadurch wird das dortige Muskel- und Nervengewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Muskulatur benötigt jedoch Sauerstoff, um Bewegung zu ermöglichen. Bewegung unter Sauerstoffmangel verursacht Schmerzen. Die Schmerzen lassen erst nach, wenn die Betroffenen stehen bleiben. Denn im Ruhezustand benötigt die Muskulatur weniger Sauerstoff.

Warum kann Arteriosklerose zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen?

Die schematische Darstellung von Arteriosklerose. © Jupiterimages/iStockphoto

Arterien sind Blutgefäße, die sauerstoff- und nährstoffreiches Blut vom Herzen aus in alle Körperbereiche transportieren. In den Wänden der Arterien können sich Ablagerungen bilden, die mit der Zeit zu sogenannten arteriosklerotischen Plaques anwachsen. Die Plaques behindern den Blutfluss.

Wenn sich die Plaques öffnen, lagern sich an der Öffnung Blutplättchen an – es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus). Wenn ein solches Gerinnsel ein Gefäß verstopft, kommt es zu einem akuten Gefäßverschluss. Je nach Ort des Verschlusses ist ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall die Folge.

Nur in seltenen Fällen hat eine PAVK andere Ursachen als die Arteriosklerose. Hierzu zählen die sogenannte Thrombangiitis obliterans (Morbus Winiwarter-Buerger) sowie das Takayasu-Syndrom. Beide Erkrankungen sind mit entzündlichen Gefäßveränderungen verbunden.

PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit): Symptome

Zu Beginn ruft die PAVK noch keine Symptome hervor. Erst mit zunehmender Verengung der Gefäße ist die Durchblutung in den Gliedmaßen so sehr eingeschränkt, dass die Betroffenen Schmerzen verspüren. Diese treten fast immer in der Wade, im Fuß, im Gesäß oder im Oberschenkel und nur selten in den Armen auf.

Mediziner teilen die Erkrankung in vier Stadien ein:

Stadium Symptome
Stadium I Der Betroffene hat keine Beschwerden.
Stadium IIa Nach einer Gehstrecke von über 200 Metern treten Schmerzen auf.
Stadium IIb Nach einer Gehstrecke von unter 200 Metern treten Schmerzen auf.
Stadium III Nicht nur bei Bewegung, sondern auch in Ruhe treten Schmerzen auf.
Stadium IV Gewebe, welches zu schwach durchblutet wird, stirbt ab. Die Wundheilung ist gestört.
Man sieht eine Frau, die sich ans Knie fasst. © Jupiterimages/Hemera

Typisches Symptom: Schmerzen in den Beinen – zunächst beim Gehen, später auch in Ruhe.

Ab dem zweiten Stadium äußert sich die PAVK durch sogenannte belastungsabhängige Schmerzen. Diese treten nur auf, wenn der Betroffene die Muskeln anspannt, zum Beispiel beim Gehen. Bei größerer Belastung (etwa beim Treppenlaufen oder Bergaufgehen) verstärken sich die Beschwerden.

Im dritten Stadium verspüren die Betroffenen auch im Sitzen oder Liegen Schmerzen, also sogar dann, wenn ihre Muskeln ruhen.

Schließlich führt die gestörte Durchblutung nicht nur zu Schmerzen, sondern beeinträchtigt auch die Wundheilung. Zudem besteht die Gefahr, dass das Gewebe so schlecht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, dass es abstirbt. Solche sogenannten Nekrosen betreffen häufig die Zehen oder die Ferse. Im schlimmsten Fall können sie eine Amputation notwendig machen.

Nicht jeder Patient macht alle Stadien der Krankheit durch: So kann es auch sein, dass eine PAVK sich erstmals durch Ruheschmerzen oder Wundheilungsstörungen äußert.

PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit): Diagnose

Häufig ist eine beginnende PAVK ein Zufallsbefund im Rahmen einer Gefäßuntersuchung, denn im ersten Stadium treten noch keine Beschwerden auf. Ist die Schaufensterkrankheit bereits fortgeschritten, können die Beschwerden – etwa Schmerzen beim Gehen – dem Arzt erste Hinweise auf die Diagnose geben.

Bei Verdacht auf PAVK wird der Arzt den betroffenen Körperteil genauer untersuchen. Dabei achtet er vor allem auf

  • die Hautfarbe und die Temperatur der schmerzenden Gliedmaßen, 
  • abgestorbene Gewebebereiche.

Anschließend prüft der Arzt die Pulse an den Armen, Beinen und Füßen. Wenn der Arzt an einer der Stellen keinen Puls fühlen kann, ist dies ein Hinweis auf eine Gefäßverengung. Darüber hinaus hört der Arzt die betroffenen Gliedmaßen mit dem Stethoskop ab. So kann er gewisse Strömungsgeräusche feststellen, die ebenfalls auf eine Verengung der Blutgefäße hindeuten.

Mithilfe der sogenannten Dopplerdruckmessung ermittelt der Arzt mit einem speziellen Ultraschallgerät den Blutdruck in den Arterien der Beine und Füße. Diesen vergleicht er mit dem Blutdruck am Arm und ermittelt den sogenannten Knöchel-Arm-Index. Dabei wird der obere (systolische) Blutdruckwert am Knöchel durch den oberen Blutdruckwert des Arms geteilt.

Beim Gesunden ist der Druck in den Beinen etwas höher als in den Armen oder nahezu gleich – ist dies nicht der Fall, liegt der Knöchel-Arm-Index unter 1. Dies lässt auf eine PAVK schließen.

Meist führt der Arzt zudem einen Gehtest durch: Er misst die Wegstrecke, die der Patient ohne Schmerzen auf einem Laufband zurücklegen kann. Das Ergebnis zeigt an, in welchem Stadium der Erkrankung sich der Patient befindet.

Das Bild zeigt eine Oma, die sich mit einer Ärztin unterhält. © Jupiterimages/iStockphoto

Eine beginnende pAVK ist oft ein Zufallsbefund.

Mit Ultraschall (Sonographie) kann der Arzt das betroffene Gefäß genauer anschauen. Eine besondere Form der Ultraschalluntersuchung ist die Duplexsonographie. Mit dieser speziellen Technik kann der Arzt den Blutfluss in den Gefäßen anhand von Farbbildern erkennen. So kann er feststellen, in welchen Bereichen die Gefäße verengt sind.

Manchmal kommen noch weitere Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Bei der Magnetresonanztomographie erhält der Arzt durch ein künstlich erzeugtes Magnetfeld Bilder, auf denen er die Gefäße samt eventuellen Verengungen gut erkennen kann.

Auch mithilfe einer Angiographie kann der Arzt die Gefäße sichtbar machen. Bei dieser Röntgenuntersuchung spritzt er über einen dünnen Schlauch (Katheter) ein Kontrastmittel in die Gefäße. Mögliche Verengungen kann er gegebenenfalls mithilfe eines speziellen Katheters direkt weiten.

Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Computertomographie, bei der mithilfe von Röntgenstrahlen dreidimensionale Bilder des Gefäßsystems erzeugt werden.

Darüber hinaus kann der Arzt Elektroden an der Hautoberfläche der betroffenen Gliedmaßen anbringen, um den sogenannten Sauerstoffpartialdruck (pO2) zu messen. Dieser erlaubt Rückschlüsse auf den Sauerstoffgehalt im Gewebe und somit auf dessen Zustand. Je schlechter das Gewebe mit Sauerstoff versorgt ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wunde Stellen abheilen:

  • Bei Werten von über 40 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) bestehen in der Regel noch gute Heilungschancen.
  • Bei Werten von unter 10 mmHg beträgt das Risiko, dass der Arzt eine Amputation vornehmen muss, 70 Prozent.

Wichtig: Der Arzt sollte auch prüfen, ob der Patient neben der PAVK eine koronare Herzkrankheit oder eine arterielle Verschlusskrankheit der Hirnarterien entwickelt hat. Denn in diesem Fall besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte bzw. Schlaganfälle.

PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit): Behandlung

Die aktive Mithilfe des Patienten ist bei der Behandlung der Schaufensterkrankheit von zentraler Bedeutung. Wichtig ist vor allem, dass er

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Maßnahmen der Verkalkung der Arterien entgegenwirken und somit das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte senken können.

Medikamente

Da ein hoher Cholesterinspiegel die Arterienverkalkung fördert, bekommen Menschen mit PAVK Medikamente verordnet, die den Cholesterinspiegel senken (sog. Statine). Medizinischen Leitlinien zufolge sollten alle PAVK-Patienten ihren LDL-Cholesterinwert auf unter 1,8 mmol/l (70 mg/dl) senken. Patienten mit einem Ausgangswert zwischen 1,8 und 3,5 mmol/l sollten eine Halbierung des Wertes anstreben.

Darüber hinaus erhalten PAVK-Patienten in der Regel Medikamente, die der Verklumpung von Blutplättchen entgegenwirken und das Risiko für mögliche Blutgerinnsel (Thrombosen) in den Arterien senken. Zu diesen sogenannten Thrombozytenfunktionshemmern zählen etwa die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure und Clopidogrel.

Wichtig ist zudem, dass Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel gut einstellen lassen.

Menschen mit Bluthochdruck kann der Arzt Mittel verschreiben, die den Blutdruck senken, zum Beispiel Diuretika, Betablocker oder ACE-Hemmer. Aktuelle medizinische Leitlinien empfehlen, dass PAVK-Patienten einen Blutdruck von 140/90 mmHg anstreben. Eine Ausnahme gilt für Menschen, die zugleich an Diabetes erkrankt sind: Sie sollen ihren diastolischen Wert möglichst auf unter 85 mmHg senken.

Gehtraining

Zu Beginn einer PAVK kann ein Gehtraining unter Anleitung hilfreich sein. Dabei legen Sie unter raschem Gehen eine Strecke zurück, bis Schmerzen einsetzen und pausieren danach für eine Minute. Anschließend gehen Sie erneut 90 Prozent der Strecke und wiederholen dies immer wieder. Wenn Sie regelmäßig trainieren, werden nicht nur Ihre Beine, sondern der ganze Körper besser durchblutet.

Wenn die Muskeln in Bewegung sind, können sich im Bereich der verengten Arterie neue kleine Blutgefäße bilden oder sich bestehende erweitern. So kann das Blut über Umwege in die schlecht durchbluteten Areale gelangen und das Bein wieder mit Sauerstoff versorgen.

Nach und nach werden Sie in der Lage sein, wieder längere Wegstrecken zurückzulegen. Ganz nebenbei hat die Bewegung weitere positive Effekte: Blutdruck und Blutfettwerte sinken. Zudem beugen Sie mit regelmäßiger Bewegung Übergewicht und einem Gefäßverschluss vor. In einem Tagebuch können Sie die zurückgelegte Strecke, die Zeit bis zum Auftreten der Schmerzen und die Häufigkeit des Trainings notieren, um Ihren Fortschritt zu dokumentieren.

Kathetertherapie mit Einsatz eines Stents

Dieser kleine Eingriff dient dazu, verengte Gefäße mechanisch zu weiten. Der Arzt führt einen Katheter mit einem Ballon in die Arterie ein. Dann pumpt er den Ballon auf, wodurch sich die Arterie dehnt. Der Ballon drückt die Ablagerungen an die Gefäßwand, sodass das Blut wieder besser fließen kann. Dabei können vorübergehend Schmerzen auftreten, die aber verschwinden, sobald der Ballon wieder entleert wird (nach ca. einer Minute).

Bei Bedarf kann der Arzt den Vorgang wiederholen. Um zu verhindern, dass sich die erweiterte Stelle erneut verschließt, kann er zusätzlich eine Stütze (Stent) einsetzen. Der Stent verhindert, dass die zurückgedrängten Ablagerungen wieder ins Gefäßinnere gelangen.

Chirurgische Eingriffe

Ist die Arterienverkalkung bereits sehr stark fortgeschritten, kann der Arzt eine Gefäßoperation empfehlen. Zum Beispiel kann ein Chirurg einen sogenannten Bypass legen. Das ist eine Art Umleitung um die verengte Arterienstelle. Der Chirurg stellt sie entweder aus körpereigenen Venen oder aus Kunststoffmaterial her. Ein Bypass kommt vor allem bei sehr langstreckigen Engstellen einer Arterie infrage.

Fußpflege

In allen Stadien der Erkrankung ist eine sorgfältige Fußpflege besonders wichtig, denn die Wundheilung ist gestört, sodass kleine Fußwunden sich leicht infizieren und chronisch werden können. Für Diabetiker gilt dies umso mehr.

PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit): Verlauf

Welchen Verlauf die PAVK nimmt, beeinflusst der Patient zu einem großen Teil selbst. Arteriosklerose ist zwar nicht heilbar. Der Betroffene kann die Verkalkung der Gefäße jedoch verlangsamen, indem er mit dem Rauchen aufhört beziehungsweise seine Vorerkrankung (Diabetes, Bluthochdruck) behandeln lässt.

Je weiter die Arteriosklerose voranschreitet, desto schlechter sind die Extremitäten durchblutet – und desto stärker sind auch die Beschwerden. Die Muskeln in Armen oder Beinen bekommen nicht genug Sauerstoff aus dem Blut, sodass ihre Leistungsfähigkeit abnimmt.

Ab dem dritten Stadium besteht die Gefahr, dass große Gewebebereiche absterben und der Arzt die betroffenen Teile der Gliedmaßen (häufig die Zehen oder die Ferse) amputieren muss.

Komplikationen

Herzinfarkt, Schlaganfall

Bei einer PAVK ist das Risiko hoch, dass nicht nur Gefäße in Armen oder Beinen verengt sind, sondern auch die Schlagadern, die Herz und Hirn versorgen. Dementsprechend ist auch die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall stark erhöht. Bei mehr als der Hälfte aller an PAVK erkrankten Menschen im Stadium II bestehen zum Beispiel Gefäßablagerungen in den Arterien am Herzen – die Gefahr eines Herzinfarkts ist groß.

Neun von zehn Betroffenen in Stadium III leiden zusätzlich an einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Daher ist es besonders wichtig, Risikofaktoren zu beseitigen. Somit verhindern Sie nicht nur, dass sich die Schaufensterkrankheit verschlimmert – Sie beugen auch Herzinfarkt oder Schlaganfall vor!

Schlechte Wundheilung und Absterben von Gewebe

Schlecht durchblutete Körperbereiche werden nicht ausreichend mit Sauerstoff aus dem Blut versorgt. Selbst kleine Wunden heilen daher viel langsamer als bei gesunden Menschen. Pilze und Bakterien können sich zudem schneller ansiedeln und zu Infektionen führen. Im schlimmsten Fall ist die Blutzufuhr so gestört, dass das umliegende Gewebe abstirbt.

Akuter Gefäßverschluss

Da die Arterien von Armen oder Beinen bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit verengt sind, besteht die Gefahr eines kompletten Gefäßverschlusses der Arm- oder Beinarterien, einer sogenannten Atherothrombose. Die Atherothrombose ist ein medizinischer Notfall, der sich unter anderem durch plötzliche starke Schmerzen und Blässe im betroffenen Arm oder Bein zeigt! Das verschlossene Gefäß muss vom Arzt geöffnet werden – andernfalls stirbt das nichtdurchblutete Gewebe ab, sodass eine Amputation droht.

Bei Anzeichen eines akuten Gefäßverschlusses ist sofort den Notarzt zu informieren! Lagern Sie die Extremität bis zu dessen Eintreffen tief.

PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit): Maßnahmen zur Vorbeugung

Einer PAVK kann man vorbeugen, indem man:

Wer an einer Erkrankung leidet, die zu Durchblutungsstörungen führen kann (z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus), sollte diese behandeln lassen und sich möglichst sorgfältig an die Therapievorgaben halten.

Man sieht ein älteres Paar am Meer. © Jupiterimages/iStockphoto

Beugen Sie vor!

Je früher Sie handeln, desto eher können Sie gegen die pAVK vorgehen und Ihr Risiko für Komplikationen deutlich senken.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "PAVK (periphere arterielle Verschluss­krankheit, Schaufenster­krankheit)":

Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Was ist Cholesterin und wie entsteht Arteriosklerose? Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 23.8.2017)

European Stroke Organization (ESO), European Society for Vascular Surgery (ESVS): 2017 ESC Guidelines on the Diagnosis and Treatment of Peripheral Arterial Diseases. (Stand: 26.8.2017)

Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 065/003 (Stand: 30.9.2015)

Aktualisiert am: 18. Oktober 2017

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst