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Diagnose Prostatakrebs

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  • Diagnose Prostatakrebs

    Sehr geehrter Herr Dr. med. Kahmann
    ich bin 60 Jahre alt mein PSA Wert beträgt 4,2.
    Nach einer Prostata Biopsie mit 12 Stanzen habe ich folgende Diagnose bekommen:
    Fraktion 1 Rechts Apex <1% Gleason 3 + 3 = 6
    7 Links Apex 90% 4 + 4 = 8
    8 Links Mitte 90% 4 + 4 = 8
    9 Links Basis 30% 4 + 4 = 8
    11 Links paraurethral Mitte 5% 3 + 3 = 6
    12 Links paraurethral cranial 3% 4 + 5(50%) = 9

    Ungewöhnlich finde ich den relativ niedrigen PSA Wert im Verhältnis zu den Gleason Werten.
    Was bedeutet das? Ist es ein Zeichen das das Karzinom noch im Anfangsstadion ist?
    Mein Urologe sagte mir das es bei diesen Gleason Werten nur zwei Therapie Möglichkeiten gibt.
    1. Die total Entfernung der Prostata
    2. Die Strahlentherapie
    Was sagen sie dazu?
    Als weitere Diagnostik wird im Januar ein Prostata MRT und ein ganz Körper Knochenscreening
    Durchgeführt. Danach soll die Therapie festgelegt werden.
    Ich tendiere zur Strahlentherapie da ich sehr viele Fälle von schweren Komplikationen nach Prostata OP kenne.



  • Re: Diagnose Prostatakrebs

    Bei Ihnen liegt mit dem Gleason 9 ein Hoch-Risiko-Prostatatumor vor. Die Leitlinien sehen hierfür in der Tat die Operation und diverse Formen der Bestrahlung vor. Darunter entweder eine Bestrahlung von außen oder eine Kombination aus HDR(high dose rate) Brachytherapie und Bestrahlung von außen. Zu der Bestrahlung sollte eine hormonelle Therapie über mindestsens 2 besser 3 Jahre gegeben werden
    Die Tumoren mit hohen Gleason Scores sind schon so stark von der normalen Prostatazelle verändert, dass sie oftmals wenig PSA produzieren. Deshalb haben Tumoren mit hohem Gleason Score oft keine starke PSA Erhöhung.

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    • Re: Diagnose Prostatakrebs

      Danke für die schnelle Antwort Herr Dr. Kahmann.
      Ich lese hier im Forum oft das nach einer Operation der Prostata doch noch bestrahlt werden muß.
      Wenn ich mich für eine Strahlen Therapie entscheide kann dann bei meinen Werten die Prostata drin bleiben?
      Oder muß die Prostata vorher herausoperiert werden?

      Kommentar


      • Re: Diagnose Prostatakrebs

        Wenn Sie sich bestrahlen lassen, wird die Prostata nicht entfernt. Es ist in der Tat oftmals nach einer Raikaloperation notwendig, dass noch bestrahlt wird, da Tumorgewebe bei der OP im Körper des Patienten verblieben ist.

        Kommentar



        • Re: Diagnose Prostatakrebs

          Hallo Hr. Kahmann,

          das heißt eine Bestrahlung würde demnach hier ausreichen, oder sehe ich das falsch ? Dann wäre es doch eigentlich nicht nötig die Prostata zu entfernen ? Sind die Chancen für eine vollständige Heilung bei der Bestrahlung genau so wie bei einer Operation?

          Ich wünsche allen noch einen schönen 4 Advent

          Kommentar


          • Re: Diagnose Prostatakrebs

            Wenn Sie sich für die Bestrahlung entscheiden, wird die Entfernung der Prostata nicht erfolgen. Bezüglich der Heilungschancen ist die Datenlage nicht einheitlich. Es gibt Untersuchungen, die Überlebensvorteile zu Gunsten der Bestrahlung sehen und andere wiederum sehen die Operation im Vorteil. Ich kann Ihnen hierzu also keine abschließende Meinung sagen. Dennoch ist zu überlegen, ob die Radikaloperation notwendig ist oder ob eine Bestrahlung mit deutlich weniger Risiko für eine Inkontinenz die für Sie bessere Option ist.

            Kommentar


            • Re: Diagnose Prostatakrebs

              Danke Herr Dr. Kahmann für ihre Antwort.
              Die Ergebnisse Prostata MRT und des ganz Körper Knochenscreenings Anfang Januar sind sehr wichtig für die Entscheidung Strahlentherapie oder Operation.
              Meine jetzigen Überlegungen dazu sind: Aufgrund der aggressiven Score Werte des Karzinoms wird wohl eine Operation der Prostata nicht ausreichen. Zurzeit bin ich in einem sehr guten körperlichen Zustand warum sollte ich meinem Körper die OP zumuten mit all den Nebenwirkungen wenn am Ende doch eine Bestrahlung notwendig ist.
              Sollte sich beim MRT der Prostata und dem Knochen Screening herausstellen das der Krebs die Kapsel schon verlassen hat werde ich mich für eine sofortige Strahlentherapie entscheiden.
              Eine sehr wirksame Therapie ist bestimmt eine Kombination aus HDR(high dose rate) Brachytherapie und Bestrahlung von außen. Dazu die hormonelle Therapie.
              Ich wünsche ihnen und allen Lesern des Forums eine frohe gesegnete Weihnachtszeit.
              Ich werde mich im Januar dann wieder melden wenn die Ergebnisse der weiteren Diagnostik vorliegen.

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              • Re: Diagnose Prostatakrebs

                Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann
                Ihnen und allen Lesern des Forums wünsche ich ein gesundes neues Jahr.

                Am 06.01. wurde bei mir ein Ganzkörperknochenszintigramm angefertigt.
                Es waren keine Knochenmetastasen zu sehen. Ich denke das ist ein guter
                Teilbefund. Den Befund der Prostata MRT habe ich noch nicht bekommen.
                Am 16.01. erfolgt nach Auswertung MRT die Therapiefestlegung.
                Ich werde mich für die Strahlentherapie entscheiden.

                Sie schrieben hier im Forum „Zu der Bestrahlung sollte eine hormonelle Therapie über mindestsens 2 besser 3 Jahre gegeben werden“
                Können sie mir bitte erläutern warum bei der Strahlentherapie zusätzlich die hormonelle Therapie über mindestsens 2 besser 3 Jahre gegeben werden soll?
                Eine Ärztin des Krebsinformationsdienstes Deutsches Krebsforschungszentrum sagte mir dass die Strahlentherapie den Krebs heilen kann und das nur bei späteren
                eventuellen Rezidiv die hormonelle Therapie eingesetzt werden kann.
                Es gäbe keinen wissenschaftlichen Nachweis dass die hormonelle Therapie zusätzlich zur Strahlentherapie lebensverlängernd wirkt.
                Die Nebenwirkungen sind doch bei der hormonellen Therapie erheblich.

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                • Re: Diagnose Prostatakrebs

                  Bei Ihnen liegt ein high risk Tumor vor. Hier ist6 die Datenlage eindeutig. Eine Hormontherapie sollte hier zur Bestrahlung adjuvant gegeben werden. Das Überleben ist signifikant besser. Die Dame vom Krebsforschungszentrum irrt hier!
                  Auch die deutschen und internationalen Leitlinien sehen das so vor.

                  Kommentar


                  • Re: Diagnose Prostatakrebs

                    Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann liebe Leser des Forums
                    am 16.01. erfolgte die Befundauswertung und die Therapie Planung.
                    Das MRT hat ergeben keine Vergrößerung der Lymphknoten.
                    Keine Vergrößerung der Prostata.
                    Keine Kapselüberschreitung.
                    Knochen Ganzkörperscreening keine Knochenmetastasen.
                    Das sind gute Befunde ich war sehr froh darüber.
                    Mein Urologe geht nun von einem lokal begrenzten high Risiko Karzinom aus
                    Er hat mir die Operation empfohlen.
                    Mir ist das Risiko zu groß mit 60 Jahren dauerhaft impotent und inkontinent zu werden.
                    Ich habe mich für die Strahlentherapie mit gleichzeitiger Hormontherapie Dauer 3 Jahre entschieden.
                    Bicalutamid 50mg für 30 Tage.
                    Nach 10 Tagen LHRH-Analogon als 3-Monats-Depots Pamorelin.
                    Nach etwa 8 Wochen (Prostata soll bis dahin geschrumpft werden) die Strahlentherapie.
                    Am meisten machen mir die Nebenwirkungen der Hormontherapie Angst.
                    Das Testeron wird nach 2 Wochen auf Kastrationsniveau sinken.
                    Ich kann nur hoffen dass nicht alle Nebenwirkungen bei mir auftreten werden.

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                    • Re: Diagnose Prostatakrebs

                      Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann
                      Ich war zum Erstgespräch Strahlentherapie Universitäts Klinikum Dresden.
                      Der Arzt sagte mir das ich 5 Wochen die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (Lymphknoten werden mitbestrahlt) und 3 Wochen die Protonentherapie bekomme.
                      Heute hat mich die Strahlenklinik angerufen und mir gesagt das nach Rücksprache mit dem Prostatakrebs Experten festgelegt wurde dass ich 40 Bestrahlungen mit der Protonentherapie bekomme.
                      Ich bin erst mal sehr froh darüber und hoffe weniger Nebenwirkungen zu haben.
                      Meine Frage ist nun an sie Dr.Kahmann können die Lymphknoten mit der Protonen Therapie
                      mitbestrahlt werden?
                      Die Diagnostik hat keinen Anhalt gegeben das die Lymphknoten befallen sind.
                      Sollte die Protonen Therapie die Prostata punktgenau bestrahlen besteht dann ein Risiko das
                      Lymphknoten doch befallen sind?

                      Viele Grüße
                      Biker60

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                      • Re: Diagnose Prostatakrebs

                        Die Lymphknoten waren in den diagnostischen Untersuchungen nicht auffällig. Dennoch besteht bei einem Hoch-Risiko-Tumor ein nicht unerhebliches Risiko, dass zumindest Mikrometastasen vorhanden sind. Ob die Lymphknoten mit bestrahlt werden, müssen Sie mit dem Strahlentherapeuten besprechen. Ich denke jedoch nicht, da ansonsten der Vorteil der Protonentherapie wegfallen würde.

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