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Dapagliflozin, die LowCarb-Beweis-Pille

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  • Dapagliflozin, die LowCarb-Beweis-Pille

    Moinmoin,

    NEIN, auch Typ2 müssen sich standardmäßig gesund ernähren, also mit Schwerpunkt stärkehaltige Kohlenhydrate, ist noch immer der Grundton fachoffizieller Enährungsempfehlung sowohl von der Diabetologie wie auch von der Ernährungs-Beratung. Wer weniger als diesen Anteil an Stärke esse, ernähre sich mangelhaft einseitig und müsse auf Dauer mit negativen Folgen rechnen, bleibt in allen Diskussionen letztlich übrig, auch wenn nachgewiesen wurde, dass mit weniger bis ohne Stärke die Menge an Vitaminen und Mineralstoffen und sonstigen pflanzlichen Spurenelementen in der täglichen Ernährung voll erhalten bleiben kann.

    LowCarb sei eben viel zu neu. - Wird sogar extrem bis NoCarb in der Behandlung mancher Nervenstörungen, etwa im Bereich von Epilepsie, schon seit vielen Jahren und sogar bei Kindern erfolgreich eingesetzt - aber fachübergreifend verbietet sich eine Ernährungsbewertung ja offenbar praktisch von selbst. Da trifft sich gut, dass gerade auf der 70. ADA-Jahrestagung in Orlando zum Fortschritt von Dapagliflozin vorgetragen worden ist, eben von der LC-Beweis-Pille. Denn die sorgt schlicht dafür, dass ihre User mehr Blutzucker über die Nieren entsorgen. Nur, wofür müsste ich erst essen, was ich dann mit teuerer Medi-Hilfe als Therapiefortschritt und ohne irgendwelche Ernährungsmängel-Bedenken gefeiert auspinkeln darf? Einzig für die Bedenken, dass das Mittel vielleicht doch nicht ganz nebenwirkungsfrei in die Nierensteuerung eingreift?
    http://www.diabetesincontrol.com/com.../article/9516-

    Schwitzt schön! Jürgen


  • Re: Dapagliflozin, die LowCarb-Beweis-Pille


    Ich soll mal nicht so polemisieren und verständlich erläutern, was da eigentlich Sache ist, sagen mir 2 Mails. Also bitte:

    Wie ist das also mit den Nieren und mit dem Pipi-Zucker?

    Die Nieren bilden pro Tag um die 160-180 Liter Primärharn. Das ist schon ein bisschen Badewanne. Die 160-180 Liter Primärharn werden natürlich nicht ausgeschieden, sondern gesund zu 90% fein zurück gefiltert. D.h. alles daraus, was unser Organismus noch verwerten kann, wird in diesem Prozess, der Resorbtion genannt wird, wieder in den Blutkreislauf zurück gegeben. Dazu gehört auch alle Glukose bis zu einem BZ von etwa 160-180mg/dl. Erst die Glukose darüber hinaus kann nicht wieder zurückgegeben, nicht wieder resorbiert werden, sondern die verbleibt dann im Sekundärharn, also dem Teil vom Primärharn, der nach Durchlaufen des Resorbtions-Prozesses ausgeschieden wird. In diesen Prozess greift das neue Medikament nun ein und behindert die Rückresorbtion, so dass deutlich weniger Glukose in den Kreislauf zurück gegeben werden kann und zwangsläufig mehr ausgeschieden werden muss.

    Diese Glukose ist also ganz offensichtlich und medizinisch völlig einwandfrei im wahrsten Sinne des Wortes überflüssig. Da drängt sich die Frage doch auf: Warum soll medizinisch so wichtig sein, trotzdem gut die Hälfte der Energie einer Mahlzeit in der Form zu essen, wenn man ne Pille dafür einwerfen muss, diese Wichtigkeit völlig ohne ihre Verwendung anschließend wieder auszupinkeln?

    Bin neugierig, Jürgen

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    • Berichtigung


      Gut, dass hier niemand so genau hin schaut, denn 16-18 Liter Pipi pro Tag wären gegenüber den tatsächlichen 1,6-1,8 Litern unerträglich viel. Also werden gesund nicht 90, sondern sogar 99% vom Primärharn resorbiert.

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