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Magensonde

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  • Magensonde

    Mein Mann (63 Jahre alt), befindet sich derzeitlich auf einer Gerontostation....mit der behandelnden Ärztin hatte ich diverse Auseinandersetzungen. Sie möchte meinem Mann eine Magensonde setzen, lehne ich ab (ihre Therapie), droht sie mir mit dem Entzug der richterlichen Betreuung sowie mit der Weiterbehandlung meines Mannes....eine Magensonde sei 'praktischer' für die Medikamentengabe des Pflegepersonals. Mein Mann ißt und trinkt (heut in meiner Gegenwart= 2 Stk Stolle, Honigkuchen, Weintrauben, etwas Bratwurst, eine kleine Flasche probiotischer Fitness-Drink, 0,5 liter Vanillemilch, 2 Tassen Milchkaffee)....ich verstehe die Welt nicht mehr, lehne natürlich die Magensonde ab bin aber erschrocken über diese ärztliche Entscheidung.
    Wer war oder ist in ähnlichen Situationen?
    Mit der Hoffnung auf Antwort
    Arielle


  • Re: Magensonde


    Hallo Arielle,

    wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind Sie die gesetzliche Betreuerin Ihres Mannes? Somit kann er seinen eigenen Willen nicht mehr äußern aufgrund von Demenz o.ä.? In diesem Fall sind Sie diejenige, die über die Legung einer Magensonde zu entscheiden hat. Meines Wissens ist es so, daß kein Arzt gegen den Willen des Patienten bzw. seines Betreuers so etwas veranlassen kann - und schon gar nicht aus "praktischen" Erwägungen heraus. Wenn Ihr Mann in der Lage ist, aus eigener Kraft feste Nahrung zu sich zu nehmen (und offenbar hat er einen gesegneten Appetit!), dann kann er auch Medikamente einnehmen. Warum will die Ärztin das denn? Ist die Medikamentengabe so kompliziert bzw. verweigert Ihr Mann die Tabletteneinnahme? Das muß sich doch irgendwie anders regeln lassen.

    Eine Magensonde darf nicht ohne eine zwingende medizinische Indikation (z.B. der Patient ist nach einem Schlaganfall o.ä. nicht mehr in der Lage zu schlucken) gelegt werden. Und schon überhaupt nicht aus Gründen der Zeit-, Personal- oder Kostenersparnis. Wo gibt's denn sowas!

    Tatsache ist: Eine gegen den Willen des Patienten bzw. (bei dessen mangelnder Einsichtsfähigkeit) seines Betreuers durchgeführte invasive Maßnahme stellt nach geltender Rechtsprechung eine rechtswidrige Körperverletzung dar. Auch kann man Sie nicht so einfach als Betreuerin absetzen. Da müssen schon schwerwiegendere Gründe vorliegen.

    Gehen Sie am besten zu einer Beratungsstelle (normalerweise gibt es in jeder größeren Ortschaft Betreuungsvereine, wo sich gesetzliche Betreuer unentgeltlich beraten lassen können) und informieren sich.

    Wenn Ihr Mann in Ihrer Gegenwart gut ißt und trinkt und dies vielleicht in Ihrer Abwesenheit nicht tut, kann das damit zu tun haben, daß er sich in Ihrer Gegenwart eben wohlfühlt und unter den fremden Leuten alleine möglicherweise die Kooperation verweigert. Das ist typisch für ältere Patienten in der Klinik, aber damit muß das Personal fertigwerden.
    Es ist immer wieder dasselbe: Ältere, demente Patienten passen eben nicht in die prozeßoptimierten Abläufe einer Klinik. Sie stören den Krankenhausbetrieb. Ihre "Verhaltensauffälligkeiten" werden meist der Demenz zugeschrieben und nicht als menschliche Reaktion eines alten Menschen gesehen, der durch die fremde Umgebung und das wechselnde Personal verstört ist. Anstatt dem Problem mit Zuwendung zu begegnen, wird der Patient eben passend zurechtgebogen. Durch Fixierung, durch Psychopharmaka, durch zweckmäßiges Legen einer Sonde. Leider sind auch geriatrische Stationen hier oft eine Enttäuschung, wie ich selbst auch schon erfahren mußte. Da hilft nur eines: Sich konsequent wehren und notfalls die Klinik wechseln.

    Viel Erfolg und viele Grüße,
    Petra

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    • Re: Magensonde


      Hallo liebe Arielle,
      das ist ja unmöglich! Bei solchen Aussagen einer Ärztin sollte man sich eigentlich noch ganz andere Schritte überlegen! Da sind Sie wahrscheinlich tatsächlich nicht auf einer guten Station gelandet, auf der Geronto die ich kennenlernen durfte wurde jedenfalls nicht so gedacht und umgegangen.
      Klar hat das Pflegepersonal es einfacher, aber es zeigt dass anscheinend gar keine Zeit für die Patienten vorhanden ist?! Als Tipp kann ich dazu nur berichten, dass es bei meinem Vater ab einem gewissen Zeitpunkt auch nicht mehr geklappt hat mit der ordentlichen Verabreichung von Tabletten, ich nehme an es ist das Misstrauen (kann ich auch verstehen), er hat sie ja nicht mehr ganz runtergeschluckt. Aber es gibt die Medis auch meistens in flüssiger Form oder als Schmelztabletten, die sich zerbröselt ganz leicht in ein bisschen Flüssigkeit einnehmen lassen; man muss ja dann nur aufpassen, dass das bisschen Flüssigkeit vollständig getrunken wurde und dann zum Nachtrinken geben.
      Da soll die Dame es doch mal versuchen bei einem Richter durch zu kommen mit dem Argument...
      Wäre es nicht ratsam, sich mal mit dem Pflegepersonal selber zu unterhalten, und ein wenig sich darüber auszutauschen? Dann sehen Sie auch, wie die über die Patienten denken.
      Ansonsten hoffe ich, es geht Ihrem Mann und Ihnen gut?
      Viele Grüße, Flieder

      Kommentar


      • Re: Magensonde


        Liebe Flieder, ich freue mich, von dir zu lesen...ich komme soeben aus der Klinik und davor war ich ein anderes Pflegeheim begutachten.
        Es kommen immer mehr Horrorgeschichten. Am Mittwoch hatte ich einen Anruf von der Sozialbetreuerin der Klinik, das Pflegeheim hätte angerufen, sie wären mit meinem Mann überfordert...und das bei Pflegestufe 3 und ein Pflegeheim, das speziell für Alzheimer angeboten wird....mit der Magensonde hätten sie ihn bestimmt genommen. Ich fahre morgen ins Heim und möchte diese Frage nur mit Ja oder Nein beantwortet haben...ich habe schon einige Stellen eigeschaltet und stosse überall auf Hilfe. Das bestärkt mich wieder in meiner Meinung. Die Dame von der Betreuungsstelle meint, ich wäre keine gute Betreuerin, wenn ich nicht den Wunsch und dem Interesse meines Mannes folge, und mich dem Einfacheren ja zur Magensonde hinreissen lasse.
        Zum Amtsgericht habe ich auch ein Schreiben geschickt, mich über die Meinung dieser Ärztin beklagt und um Rat gebeten. Eine kleine Lawine kommt ins Rollen!!!
        Morgen teile ich der Betreuungshörde noch einmal dieses neue Ereignis mit (Überforderung des Pflegheimes).
        Bei allem muss ich dazu sagen, das Pflegepersonal die Gerontostation gebührt ein Lob. Wenn es in alles Pflegeheimen so zugehen würde, möchte ich alt werden und hätte keine Angst, ein Pflegefall zu werden!
        Schreib mal wieder!
        ...ich habe gar nicht gefragt...wie geht es dir überhaupt?
        liebe Grüsse
        Arielle

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        • Re: Magensonde


          Liebe Arielle,

          danke der Nachfrage, soweit geht es einigermaßen gut, nur die bekannten Probleme, zu denen ich in meinem anderen Beitrag schreibe müssen irgendwie angegangen werden. Klar, der Verlust weiterer Fähigkeiten geht weiter, jetzt mache ich mir grade viel Gedanken, wie es bei uns daheim bzgl. Treppen etc. weitergehen soll, da mein Vater jetzt sehr trittunsicher wird, wegen Koordinationsschwierigkeiten. Er hat richtig Angst Treppen runter zu gehen, und ganz ehrlich, das ist ja auch ein Problem, großer Mann, große Füsse, und ich weiss nicht wie ich ihm da helfen kann. Unsere Treppe ist nicht für einen Treppenlift oder so ausgelegt, da müssten wir total umbauen. Konsequenz wäre, dass er halt bei uns im Haus sich nicht mehr überall hinbewegen könnte, was mich wiederum sehr einschränken würde. Und Treppen gibt es ja überall! Wenn es doch irgendwas wie ein Körperhalfter gäbe, das man schnell umschnallt und am Geländer langsam mitlaufen läßt, so dass der Mensch wenigstens ggf. nicht Kopfüber fällt.. ich träum schon wieder...
          Und jetzt zu Euch. Ich verstehe immer noch nicht, welches Problem das Heim hat, weigert sich dein Mann die Tabletten zu essen? Ich habe auch immer bei all den Geschichten die man so hört das Gefühl, dass das doch nicht sein kann, wenn die schon bei den Grundhandlungen keine Zeit für die Patienten haben, was läuft denn sonst noch überhaupt dort. Ich rechne immer nach bzgl. der Rentabilität so einer Station, aber meiner Meinung nach müsste das Geld das die bekommen reichen, genügend Personal zu haben.... Stimmt, auf der Gerontostation der Klinik fand ich das Pflegepersonal auch sehr gut.
          Wäre super wenn du weiter berichtest
          Liebe Grüße von Flieder

          Kommentar


          • Re: Magensonde


            Sehr geehrte Arielle,

            m.E. sollte die Anlage einer Magensonde deutlich besser begründet werden, als es bei Ihrem Ehemann der Fall war. Sprechen Sie von einer Station in einem Pflegeheim oder einer geriatrischen bzw. gerontopsychiatrischen Station in einem Krankenhaus?

            Mit freundlichen Grüssen,

            Spruth

            Kommentar