Darmkrebsvorsorge: Welche Untersuchungen ab wann?
Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Er entsteht meist langsam und verursacht häufig zunächst keine Beschwerden.
Untersuchungen zum frühen Erkennen von Darmkrebs sind daher umso wichtiger und können Leben retten. Welche Möglichkeiten zur Darmkrebsfrüherkennung es gibt und wann diese von den Krankenkassen übernommen werden, erfahren Sie in der Bildergalerie.
Darmkrebsvorsorge: Ab wann für Männer und Frauen?
Die gesetzliche Darmkrebsvorsorge beginnt für Frauen und Männer ab 50 Jahren. Zur Auswahl stehen ein Stuhltest alle zwei Jahre oder eine Darmspiegelung, die insgesamt zweimal im Abstand von zehn Jahren vorgesehen ist. Bei Beschwerden oder erhöhtem Risiko, etwa durch Darmkrebs in der Familie, kann eine Untersuchung auch schon vor dem 50. Lebensjahr sinnvoll sein.
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IFOBT-Test: Immunologischer Stuhltest zur Erkennung von Darmkrebs
Der immunologische fäkale Okkultbluttest (IFOBT) weist nicht sichtbares Blut im Stuhl nach, das auf Polypen oder Darmkrebs hinweisen kann. In der ärztlichen Praxis erhalten Betroffene den Test und führen ihn zu Hause durch. Dafür entnehmen sie mit einem Entnahmestab eine Stuhlprobe und geben diese in ein Probenröhrchen. Die Probe wird im Labor untersucht. Ein auffälliges Ergebnis sollte immer durch eine Darmspiegelung weiter abgeklärt werden.
Darmkrebsvorsorge: Darmspiegelung ist sehr zuverlässig
Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die verlässlichste Methode zur Darmkrebsvorsorge. Dabei kann der gesamte Dickdarm untersucht werden. Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt und dauert meist 20 bis 30 Minuten. Am Tag zuvor wird der Darm mit einer abführenden Lösung vollständig gereinigt. Während der Untersuchung wird ein biegsames Instrument mit Kamera vorsichtig über den After in den Darm eingeführt, um die Schleimhaut zu beurteilen. Auffällige Polypen lassen sich dabei sofort entfernen.
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Stuhltest für zu Hause als Darmkrebsvorsorge?
Stuhltests, die online oder im Handel erhältlich sind, lassen sich ganz einfach zu Hause durchführen und prüfen ebenfalls auf verborgenes Blut im Stuhl. Für Menschen, die Hemmungen vor einer ärztlichen Untersuchung haben, bieten sie einen niedrigschwelligen Einstieg in die Darmkrebsvorsorge. Ein negatives Ergebnis bietet jedoch keine sichere Entwarnung, daher ersetzen diese Tests keine ärztliche Vorsorge. Bei einem auffälligen Ergebnis ist eine zeitnahe medizinische Abklärung erforderlich.
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Darmkrebsvorsorge: Ist ein Bluttest sinnvoll?
Molekularbiologische Blut- und Stuhltests können Tumormarker oder genetische Veränderungen nachweisen, die bei Darmkrebs auftreten können. Frühstadien oder Krebsvorstufen lassen sich damit jedoch derzeit noch nicht zuverlässig erkennen. Ein unauffälliges Ergebnis bietet keine Entwarnung und ersetzt eine Darmspiegelung nicht. Bluttests gehören nicht zur gesetzlichen Darmkrebsvorsorge. Sie können aber auf eigenen Wunsch erfolgen, wenn sie selbst bezahlt werden.
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Darmkrebsvorsorge: Virtuelle Darmspiegelung
Für die Untersuchung des Darms stehen auch bildgebende Verfahren zur Verfügung. Bei der virtuellen Darmspiegelung wird der Darm mithilfe von Computertomographie (CTG) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) dargestellt. Das MRT gilt als noch nicht zuverlässig genug, und das CT ist mit einer Strahlenbelastung verbunden. Werden bei diesen Untersuchungen Auffälligkeiten entdeckt, ist dennoch eine klassische Darmspiegelung notwendig. Die Methoden kommen daher nur zum Einsatz, wenn eine normale Darmspiegelung aus medizinischen Gründen als zu riskant angesehen wird.
Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Er entsteht meist langsam und verursacht häufig zunächst keine Beschwerden.
Untersuchungen zum frühen Erkennen von Darmkrebs sind daher umso wichtiger und können Leben retten. Welche Möglichkeiten zur Darmkrebsfrüherkennung es gibt und wann diese von den Krankenkassen übernommen werden, erfahren Sie in der Bildergalerie.
- Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: Darmkrebs: Vorsorge und Früherkennung: https://www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/frueherkennung (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG): Weil früher besser ist – die wichtigsten Fragen zur Darmkrebs-Vorsorge: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/frueherkennung-vorsorge/fragen-zur-darmkrebs-vorsorge.html (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen des Zentrums für Krebsregisterdaten: Krebsarten: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/krebsarten_node.html (Abruf: 01/2026)
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