Bauchfett: Riskante Polster

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. April 2013)

© Jupiterimages/Stockbyte

Wampe, Plauze, Ranzen – Synonyme für einen runden Bauch klingen meist wenig charmant. Grund dürfte sein, dass der "Bierbauch" für viele als unästhetisch gilt.

Doch nicht nur optisch stellt das Bauchfett ein Problem dar: Im Gegensatz zum sonstigen Körperfett, etwa jenem am Gesäß oder an den Oberschenkeln, spielt es eine bedeutende Rolle für den Stoffwechsel, und zwar eine negative.

Fett ist nicht gleich Fett: Zum Bauchfett zählt vor allem das im Inneren des Bauchraums gelegene Fett, das die Eingeweide umgibt. Mediziner sprechen von viszeralem Fett. Sie unterscheiden es vom sonstigen Fettgewebe des Körpers, das direkt unter der Haut liegt und abgeleitet vom Lateinischen subkutanes Fettgewebe heißt (lat. sub = unter, cutis = Haut).

Fachleute schreiben dem Bauchfett besonders schlechte Eigenschaften zu: Es gibt Botenstoffe und Hormone ab, die der Gesundheit schaden können, etwa indem sie Entzündungen fördern. In Studien fand sich unter anderem ein Zusammenhang zwischen der Menge des Bauchfetts und dem Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Klar ist aber: Jegliches Übergewicht kann der Gesundheit schaden. Doch das Risiko für Folgeerkrankungen hängt auch davon ab, wo am Körper sich die Pölsterchen befinden.

Daher gilt das Bauchfett neben dem BMI (Body-Mass-Index, Körpermasseindex) als wichtiger Hinweis für das Gesundheitsrisiko. Mit Hilfe des BMI lässt sich abschätzen, ob eine Person unter-, normal- oder übergewichtig ist. Der Wert lässt sich anhand von Körpergröße und Gewicht ermitteln. Er bietet in der Regel eine gute erste Orientierung – bei manchen Personengruppen ist er allerdings weniger aussagekräftig, etwa bei sehr muskulösen Menschen oder Personen mit bestimmten Krankheiten.

  • Ab einem BMI von 25 Kilogramm pro Quadratmeter Körperoberfläche (kg/m2) besteht Übergewicht,
  • ein BMI von 30 kg/m2 und höher bedeutet, dass die Person fettleibig ist (Adipositas).

Wie viel Bauchfett ein Mensch hat, lässt sich anhand des Taillenumfangs schätzen. Er wird nicht auf Höhe des Bauchnabels gemessen, sondern eher etwas darüber. Je nachdem, wie hoch der ermittelte Wert ist, teilen Ärzte Frauen und Männer in gewisse Risikogruppen ein:

Gesundheitliches RisikoTaillenumfang
erhöht80 cm oder mehr bei Frauen, 94 cm oder mehr bei Männern
deutlich erhöht88 cm oder mehr bei Frauen, 102 cm oder mehr bei Männern
  • Misst der Umfang der Taille bei Frauen mehr als 88 Zentimeter beziehungsweise
  • bei Männern mehr als 102 Zentimeter, sprechen Mediziner von einer Bauchfettsucht (abdominale oder zentrale Adipositas).

Wieso ist das Bauchfett gefährlicher als das andere Fett? Das subkutane Fettgewebe scheint vor allem seinen Job als Energiereserve zu erfüllen – es produziert weitaus weniger gefährliche Stoffe als das viszerale Fett. Ob ein Mensch eher am Bauch oder an Po, Oberschenkeln und Co. zunimmt, richtet sich vor allem nach der genetischen Veranlagung. Wer das Pech hat, dass er überschüssige Kalorien vor allem als Bauchfett bunkert, sollte noch stärker auf viel Bewegung und eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten und sein Gewicht möglichst im normalen Rahmen halten (BMI unter 25).

Grundsätzlich entsteht Fettgewebe nur, wenn man mehr Energie zuführt, als der Körper verbraucht. Die Hauptursachen für Übergewicht sind daher:

  • falsche, zu energiereiche Ernährung
  • mangelnde Bewegung