Deferipron Lipomed 500 mg Filmtabletten

Hersteller: Lipomed GmbH
Wirkstoff: Deferipron
Rezeptpflichtig

Wirkung

Deferipron Lipomed 500 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Deferipron.

Deferipron dient zur Therapie eines Eisenüberschusses im Blut bei Patienten mit der Krankheit Thalassämie. Der Wirkstoff kommt infrage, wenn Behandlungen mit anderen sogenannten Komplexbildnern nicht möglich oder ungeeignet sind.

Deferipron kann auch in Kombination mit einem anderen Komplexbildner bei Patienten mit Thalassämie eingesetzt werden. Dies ist der Fall, wenn ein Präparat alleine nicht ausreichend wirkt oder wenn ein lebensbedrohender Eisenüberschuss im Blut besonders schnell und intensiv behandelt werden muss.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Deferipron sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Dosierung

    Die Therapie muss von einem Arzt eingeleitet und durchgeführt werden, der Erfahrung in der Behandlung von Thalassämie hat.

    Deferipron wird normalerweise in einer Dosierung von 25 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht dreimal täglich eingenommen. Die Dosierung pro Kilogramm Körpergewicht wird vom Arzt auf eine halbe Tablette genau berechnet.

    Eine tägliche Gesamtdosis von mehr als 100 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht wird aufgrund des erhöhten Risikos für unerwünschte Nebenwirkungen nicht empfohlen.

    Die von Deferipron bewirkte Senkung der Eisenmenge im Körper hängt direkt von der Dosis und vom Ausmaß der Eisenüberladung ab. Der Arzt wird den Erfolg der Therapie durch regelmäßige Messungen des Eisenspiegels und Kontrollen des Blutbildes überwachen.

    Sonstige Bestandteile

    Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

    • hochdisperses Siliciumdioxid
    • Hypromellose
    • Magnesiumstearat
    • mikrokristalline Cellulose
    • Titandioxid (E 171)
    • Croscarmellose-Natrium
    • Macrogol 6000

    Nebenwirkungen

    Sehr häufige Nebenwirkungen:
    Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Verfärbung des Urins (rötlich-braun).

    Häufige Nebenwirkungen:
    Mangel an neutrophilen Blutzellen, Fehlen von Granulozyten, Appetitzunahme, Kopfschmerzen, Durchfall, Gelenkschmerzen, Mattigkeit, erhöhte Leberwerte.

    Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
    Überempfindlichkeitsreaktionen, Ausschlag, Nesselsucht.

    Besonderheiten:
    Fieber, Halsschmerzen und Grippe-artige Beschwerden können ein Hinweis auf einen Neutrophilen-Mangel oder ein Fehlen von Granulozyten sein. Der Arzt ist sofort zu unterrichten und die Einnahme des Wirkstoffs sollte abgebrochen werden.

    Kommt es zu einem Neutrophilen-Mangel, muss das Blutbild sorgfältig überwacht werden und der Patient muss sich vor jeglicher Infektion schützen.

    Weil durch die Behandlung auch ein Zinkmangel entstehen kann, wird der Arzt die Zink-Konzentration im Blut überwachen und gegebenenfalls eine Zinktherapie empfehlen.

    Wechselwirkungen

    Weil bislang unbekannt ist, wieso Deferipron einen Mangel an bestimmten Blutzellen auslöst, darf während der Behandlung kein weiterer Wirkstoff angewendet werden, der die Zahl der Neutrophilen oder Granulozyten vermindert.

    Da sich Deferipron an Metalle bindet, sind Wechselwirkungen mit bestimmten Substanzen nicht auszuschließen. Dazu zählen zum Beispiel aluminiumhaltige Antazida. Es wird deshalb wird empfohlen, solche Mittel nicht gleichzeitig mit Deferipron anzuwenden.

    Die Sicherheit der gleichzeitigen Anwendung von Deferipron und Vitamin C wurde bisher nicht untersucht. Allerdings gibt es zwischen dem chemisch verwandten Deferoxamin und Vitamin C unerwünschte Wechselwirkungen. Deshalb sollte die Kombination mit dem Vitamin nur mit Vorsicht erfolgen.

    Gegenanzeigen

    Der Wirkstoff darf nicht eingesetzt werden bei
    • Überempfindlichkeit gegen Deferipron
    • wiederkehrendem Mangel an neutrophilen Blutzellen in der Vorgeschichte
    • Fehlen von Granulozyten in der Vorgeschichte
    • Anwendung von Medikamenten, die zu einem Neutrophilen-Mangel oder einem Fehlen von Granulozyten führen können
    Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Deferipron eingenommen werden bei
    • einer Infektion mit dem AIDS-Erreger HIV oder von Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr
    • Nierenfunktionsstörungen, weil der Wirkstoff vor allem über die Nieren ausgeschieden wird
    • Leberfunktionsstörungen und Leberzirrhose, weil der Wirkstoff in der Leber verstoffwechselt wird.

    Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

    Deferipron hat sich in Tierversuchen als missbildend erwiesen. Gebärfähige Frauen müssen daher eine Schwangerschaft auf jeden Fall mit wirksamer Empfängnisverhütung vermeiden. Ist eine Schwangerschaft geplant oder kommt es dazu, ist die Therapie mit Deferipron unverzüglich zu beenden.

    Es ist nicht bekannt, ob Deferipron in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird. Der Wirkstoff darf daher nicht von stillenden Müttern eingenommen werden. Ist eine Behandlung unvermeidlich, muss mit dem Stillen aufgehört werden.

    Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

    Zur Anwendung von Deferipron bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen. Eine Anwendung in dieser Altersgruppe liegt im Ermessen des Arztes.

    Für Kinder unter sechs Jahren gibt es keinerlei Erfahrungen oder Dosierungsempfehlungen.

    Warnhinweise

    • Verständigen Sie bei Fieber, Halsschmerzen und grippeartigen Beschwerden den Arzt und beenden Sie die Einnahme.
    • Kommt es zu einem Mangel an neutrophilen Blutzellen, muss sich der Patient sorgfältig vor jeglicher Infektion schützen.
    • Zwischen der Einnahme des Medikaments und aluminiumhaltiger Antazida sollte ein langer zeitlicher Abstand eingehalten werden.
    • Der Arzt wird während der Behandlung jede Woche zur Kontrolle ein Blutbild anfertigen.
    • Die Therapie mit dem Medikament muss von einem Arzt begonnen und durchgeführt werden, der Erfahrung in der Behandlung von Thalassämie hat.
    • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.

    Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

    Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


    Vergleichbare Medikamente

    Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Deferipron Lipomed 500 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Deferipron (ggf. auch Generika).

    Medikament
    Darreichungsform

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.