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Borreliose erkennen: So wird die Diagnose gestellt
Borreliose kann zahlreiche Beschwerden verursachen, die auch anderen Erkrankungen ähneln. Mit einem einfachen Bluttest lässt sie sich nicht immer feststellen. Die Diagnose ist daher oft komplex: Symptome, Zeckenstich, Hautveränderungen und Laborbefunde müssen gemeinsam bewertet werden.
Diese Bildergalerie zeigt, welche Untersuchungen beim Verdacht auf Borreliose Klarheit bringen.
Borreliose: Die Diagnose beginnt mit gezielten Fragen
Bei Verdacht auf Borreliose fragen Ärzt*innen unter anderem nach möglichen Zeckenstichen, Aufenthalten im Grünen, früheren Hautveränderungen und aktuellen Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten. Diese Informationen sind oft entscheidend für die weitere Abklärung.
Wanderröte ist oft der deutlichste Hinweis auf Borreliose
Eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle tritt in der Regel 10 bis 30 Tage nach dem Stich auf und gilt als Leitsymptom der Lyme-Borreliose. Diese sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) hält meist mehrere Wochen an. Ist sie typisch ausgeprägt, können Fachleute die Diagnose häufig bereits anhand des Hautbildes stellen. Ein Bluttest ist dann oft gar nicht mehr notwendig.
Lesetipp: Bilder der Wanderröte nach Zeckenstich
Nicht jede Wanderröte sieht typisch aus
Eine Wanderröte tritt allerdings nur bei 60 bis 90 Prozent der mit Borreliose infizierten Menschen auf. Manchmal ähnelt sie auch einer Insektenstichreaktion und wird von den Betroffenen daher nicht als Erythema migrans erkannt.
Lesetipp: 13 mögliche Symptome einer Borreliose
Borreliose: Was der Bluttest aussagt
Bei Verdacht auf Borreliose wird häufig das Blut untersucht. Dabei wird nicht direkt nach den Bakterien gesucht, sondern nach Antikörpern des Immunsystems gegen Borrelien. Diese bilden sich allerdings frühestens zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenstich. Nach sechs bis acht Wochen ist bei fast allen Erkrankten eine Antikörperreaktion nachweisbar. Allerdings bleiben Antikörper viele Jahre im Blut nachweisbar – ein positiver Bluttest bedeutet also nur, dass der Körper irgendwann einmal Kontakt mit den Bakterien hatte, nicht dass eine akute Infektion vorliegt.
Borreliose: Liefern weitere Blutwerte Hinweise?
Neben den Antikörpern gibt es keine typischen Blutwerte, die eine Borreliose sicher nachweisen. Entzündungswerte wie CRP oder Blutsenkung können bei einer Infektion erhöht sein, müssen es aber nicht.
Borrelien lassen sich auch direkt nachweisen
Bleibt die Diagnose unsicher, etwa aufgrund unklarer Hautveränderungen, besteht auch die Möglichkeit, eine Hautprobe zu untersuchen. Im Labor wird dann eine Bakterienkultur zum direkten Nachweis der Erreger angelegt. Da dieses Verfahren aufwendig ist und lange dauert, wird es nur selten eingesetzt.
Lesetipp: Nicht nur Borreliose – diese 7 Krankheiten können Zecken übertragen
Neuroborreliose: Untersuchung des Nervenwassers
Besteht etwa aufgrund von Nervenschmerzen der Verdacht auf eine Neuroborreliose, reicht eine Blutuntersuchung manchmal nicht aus. Um zu erkennen, ob die Borrelien das Nervensystem befallen haben, kann eine Untersuchung des Nervenwassers notwendig sein. Im Labor wird unter anderem geprüft, ob Entzündungszeichen vorliegen und ob das Nervensystem Antikörper gegen Borrelien gebildet hat.
Lesetipp: Symptome einer Neuroborreliose treten oft erst Wochen später auf
Borreliose kann zahlreiche Beschwerden verursachen, die auch anderen Erkrankungen ähneln. Mit einem einfachen Bluttest lässt sie sich nicht immer feststellen. Die Diagnose ist daher oft komplex: Symptome, Zeckenstich, Hautveränderungen und Laborbefunde müssen gemeinsam bewertet werden.
Diese Bildergalerie zeigt, welche Untersuchungen beim Verdacht auf Borreliose Klarheit bringen.
- Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Borreliose: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Borreliose/Borreliose.html (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen von Deximed: Borreliose nach Zeckenstich: https://deximed.de/home/klinische-themen/infektionen/patienteninformationen/bakterielle-infektionen/lyme-borreliose-zeckenstich (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen des Pschyrembel: Lyme-Borreliose: https://www.pschyrembel.de/Lyme-Borreliose/K0DEB (Abruf: 06/2026)
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