Zu sehen ist ein Haufen unterschiedlichster Tabletten in Blisterverpackungen.
© iStock

Medikamente richtig entsorgen

Ob Tabletten, Kapseln oder Tropfen – abgelaufene oder nicht verbrauchte Medikamente sammeln sich schnell in der Hausapotheke an. Doch wie und wo sollte man alte Medikamente entsorgen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Medikamente richtig entsorgen: So geht's!

Sofern der Beipackzettel keine speziellen Hinweise zur Entsorgung enthält, können Sie Medikamente in haushaltsüblichen Mengen einfach über den Hausmüll (Restmüll) entsorgen. Voraussetzung dafür ist, dass der Hausmüll am Ende in einer Verbrennungsanlage landet. Dies ist in vielen Regionen Deutschlands der Fall.

Über den Hausmüll?

Belassen Sie die Tabletten dafür am besten im Blister und Flüssigkeiten im Behälter. Damit die abgelaufenen Medikamente aus der Hausapotheke nicht in falsche Hände geraten und zum Beispiel von spielenden Kindern gefunden werden, können Sie die Arzneimittel in Zeitungspapier oder Ähnliches einwickeln.

Schadstoffmobile nehmen alte Medikamente an

In manchen Gemeinden können Sie alte Medikamente bei sogenannten Schadstoffmobilen abgeben. Ob und wann diese mobilen Schadstoff-Sammelstellen in Ihrer Nähe sind, erfahren Sie über Ihren Entsorgungsdienstleister oder über den Abfallkalender.

Alte Medikamente zum Recyclinghof bringen

Alternativ können Sie abgelaufene Medikamente selbst zum Recyclinghof bringen. In der Regel nehmen Recyclinghöfe auch alte Arzneimittel an.

Fragen Sie Ihren Apotheker

Früher konnte man alte Medikamente einfach zur Apotheke bringen. Die weitere Entsorgung von dort aus war bundesweit geregelt und verursachte keine zusätzlichen Kosten für die Apotheken. Im Juni 2009 stellte die zuständige Recyclingfirma ihren Service jedoch ein. Seitdem nehmen zwar immer noch viele Apotheken alte Medikamente kostenlos zurück, verpflichtet sind sie dazu jedoch nicht. Den Apotheken entstehen durch die freiwillige Rücknahme Kosten, denn sie müssen Spezialfirmen beauftragen, die größere Medikamentenmengen abholen und fachgerecht entsorgen.

Bevor Sie abgelaufene Medikamente zur Apotheke bringen, fragen Sie vorher am besten nach, ob diese dort auch wirklich zurückgenommen werden.

Video: Medikamente entsorgen – Tipps

Medikamente gehören nicht in die Toilette oder die Spüle

Abgelaufene flüssige oder feste Medikamente gehören nicht in den Abfluss der Spüle oder in die Toilette. Denn so können die Wirkstoffe ins Grundwasser und unter Umständen auch ins Trinkwasser gelangen. Kläranlagen können die Substanzen nicht vollständig herausfiltern.

Für den Menschen gelten diese Rückstände zwar bislang als meist unbedenklich. Dennoch können solche Rückstände Folgen für die Umwelt und das sensible Gleichgewicht in Ökosystemen haben – und dadurch möglicherweise auch indirekt für den Menschen. Im Einflussgebiet von Kläranlagenabläufen etwa konnten Veränderungen an Fischen festgestellt werden: Enthielt das Wasser dort noch Reste von Arzneimitteln mit hormonartiger Wirkung, entwickelten männliche Fische teilweise weibliche Geschlechtsmerkmale.

Einer Umfrage aus dem Jahr 2013 zufolge landen 47 Prozent der abgelaufenen flüssigen Medikamente in der Toilette oder Spüle.

Nicht alles darf in den Hausmüll:

  • Spritzen und Kanülen: Sie dürfen nur dann in den Hausmüll, wenn sie so verpackt sind, dass keine Verletzungsgefahr besteht.
  • Medikamente gegen Krebs: Mittel, die für eine Chemotherapie vorgesehen sind, dürfen nicht in den Hausmüll, sondern gelten als Sondermüll.
  • Asthma-Sprays: Leere Asthma-Spraybehälter enthalten chemische Reste wie Dosier-Aerosole und gelten deswegen als Sondermüll.
  • Opioidpflaster: Schmerzpflaster mit Wirkstoffen wie Fentanyl oder Buprenorphin können auch nach Gebrauch noch bis zu 50 Prozent des Wirkstoffs enthalten. Sie dürfen nach Gebrauch nur dann in den Hausmüll, wenn man sie vorher zusammenklebt, damit sie sich nicht z.B. spielende Kinder versehentlich aufkleben. Außerdem sollten die zusammengeklebten Pflaster unauffällig eingewickelt werden (z.B. in Zeitungspapier oder einer Tüte). Nicht benutzte Pflaster geben Sie am besten in einer Apotheke oder in Schadstoffsammelstellen ab.