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Marcumar u Kompressionsstrumpf

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  • Marcumar u Kompressionsstrumpf

    hallo! ich nehme aufgrund einer 4-etagen-beinvenentrombose links, die ich mitte mai 2004 erlitten habe, MARCUMAR ein und wollte mal nachfragen, wielange ich das noch einnehmen muss. kennt sich da jemand mit aus? ich meine wovon hängt die dauer der einnahme ab? von der schwere der thrombose? da ich für die erstbehandlung in einem krankenhaus mit marcumar und heparin behandelt wurde, ist im abschlussbericht des krankenhauses be der entlassung als empfohlene medikation angegeben worden, dass ich marcumar für mindestens 1 jahr nehmen soll, mit einem INR-ziel: 2,0-3,0
    außerdem stand dort, unter "therapie und verlauf", dass der angepasste kompressionsstrumpf zumindest tagsüber AUF DAUER!!!!! zu tragen ist. ich trage ihn aber, vorsichtshalber seit dem krankenhaus weiterhin, wie damals TAG & NACHT. ist das wirklich wahr, dass ich den strumpf FÜR IMMER UND EWIG, wenn auch nur tagsüber, tragen muss? kann ich den nicht auch wenigstens nach 1 jahr, also im mai 2005 mal weglassen???? er ist sooooo schrecklich hart verarbeitet, mein fuß leidet so sehr; mein kl. zeh ist oft so wund und voller blasen. es ist einfach furchtbar mit diesem strumpf!
    es wäre ganz toll, wenn mir jemand dazu was schreiben könnte! vielen dank schon mal im voraus! lg


  • RE: Marcumar u Kompressionsstrumpf


    Hallo Anabel, als ich im Krankenhaus lag, sollte ich auch Tag und Nacht den Kompressionsstrumpf tragen. Es war eine reine Folter. Der Fuß tat heftig weh. Der Druck-Schmerz wurde anm Knöchel immer schlimmer. Ich trage den Strumpf jetzt zwar immer noch, aber nur noch am Tage. Nachts ziehe ich ihn aus. Wenn ich den Strumpf nicht anhabe, fängt es im Bereich der Kniekehle an, etwas unangenehem zu werden. Ich muß aber auch mal wieder zur Untersuchung und fragen, wie lange ich noch Marcumar nehmen und den Strumpf tragern muß. Ich meine - ich bin kein Arzt, Du soltest aber einen ärtzlichen Rat einholen - Du köntest den Strumpf nachts weglassen. Es gibt ggf. für nachts Trombosestrümpfe, die bei Operationen angezogen werden müssen, lockerer sind und nicht Schmerzen führen. Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
    Gruß Hans

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    • RE: Marcumar u Kompressionsstrumpf


      ich nehme Marcumar seit 10 Jahren. Jetzt hatte ich es mal für 6 Wochen abgesetzt und habe im anderen Bein Schmerzen bekommen. Schnell die Thrombosestrümpfe wieder angezogen und Marcumareinnahme fortgesetzt. Die Schmerzen sind deutlich zurückgegangen. Obwohl bei einer Ultraschalluntersuchung Thrombosefreiheit festgestellt wurde, trat diese wieder auf.
      Bei den Kompressionsstrümpfen handhabe ich das so, daß ich diese zwar auch Tag und Nacht anhabe, aber wenn es dann weh tut, ziehe ich diese dann für mehrere Tage aus.

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      • RE: Marcumar u Kompressionsstrumpf


        Bei Nacht (im Liegen wird der MKS) nicht benötigt. Da würde ich dem Bein die Erhohlung gönnen.

        Aber wegen Schmerzen den Strumpf weglassen, das kann´s ja wohl nicht sein.

        Strümpfe, die passen tun nicht weh. Leider werden oft die falschen Modelle ausgewählt - oder vom Personal empfohlen.

        Der Arzt kann in solchen Fällen sofort ein
        Rezept ausstellen (die 6 Monate Regel gilt hier nicht)

        Mehr Tipps von Patienten auf www.kompressionsbehandlung.de oder http://www.selbsthilfe-thrombose.de/

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        • RE: Marcumar u Kompressionsstrumpf


          Wenn wir alle die gleichen Begriffe verwenden, bedeutet eine 4-Etagen-Thrombose, dass auf der einen Seite die tiefe Vene vom Unterschenkel bis zum Becken verschlossen war - eine sehr ausgedehnte Thrombose.
          Wegen der Ausdehnung wird Marcumar für 1 Jahr empfohlen. Das gilt auch für jede kleinere Thrombose, die mit einer Lungenemebolie einher gegangen sind. Ansonsten gilt: Unterschenkelvenenthrombose: 3 Monate, Oberschenkel 6 Monate, Becken 1 Jahr.
          Nach Ablauf dieser Frist wird die Gerinnung geprüft, z.T. noch unter Marcumar, die restlichen Werte nach etwa 4 Wochen. Wenn sich hierbei eine erhöhte Gerinnungsneigung ergibt, muss individuell abgewogen und eine entsprechende Empfehlung gegeben werden, die dann gar nicht selten "lebenslang Marcumar" lautet. Ist hingegen alles o.k., dann ist das Thema vorläufig erledigt. Sollte es nämlich zu einer weiteren Thrombose kommen, rückt die lebenslange Marcumar-Empfehlung wieder näher.

          Was den Strumpf angeht: Früher hat man gesagt, dass nach jeder tiefen Beinvenenthrombose die Klappen kaputt sind und daher lebenslang ein Strumpf getragen werden muss. Seitdem wir so viel Ultraschall einsetzen, wissen wir, dass das so nicht mehr stimmt. Leider ist in Ihrem Falle die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie die Strümpfe lebenslang tragen werden müssen, aber zumindest für meine Patienten gibt es keine starren Regeln wie z.B. "jeden Tag vom Aufstehen bis zum schlafen". Das geht auch anders, wenn man die individuelle Situation durchspricht und berücksichtigt.
          Aber gehen wir erst mal von denen aus, die es weniger hart (=ausgedehnt) getroffen hat. Im Laufe des ersten Jahres ist das Tragen gut passender und wirklich effizient komprimierender Strümpfe extrem wichtig. Ziel sind zwei Dinge: Keine Krampfaderbildung, denn das würde bedeuten, dass der Körper oberflächliche Adern zum Abtransport benutzt. Das soll er nicht, er soll tiefe Venen dafür hernehmen.
          Damit sind wir beim zweiten Ziel: Bereitstellung von transportfähigen tiefen Venen. Das können die alten, anfangs verschlossenen Venen sein, fast noch besser ist es aber, wenn der Körper "schlummernde" Muskelvenen dafür aktiviert. In diesem letzten Falle kann es mit etwas Glück darauf hinauslaufen, das man völlig beschwerdefrei und ohne Strumpf aus der Sache rausgeht. Meist schließt der Körper irgendwelche Komprisse und sucht Mittelwege. Der Ultraschall-versierte Arzt sollte Ihnen sagen können, wie es in der Tiefe Ihres Beines aussieht, was Sie selber tun können, um die Situation zu verbessern und er wird auch die Dauer der Marcumarbehandlung anpassen. Ich empfehle nicht selten, das Marcumar länger als ein Jahr zu nehmen, wenn ich sehe, dass die Reparaturprozesse noch im vollen Gange sind. Das lässt sich durchaus feststellen und es ist nicht so, wie man früher dachte, dass nach einem Jahr der Endpunkt erreicht ist.

          Ziemlich viele Worte und noch immer nichts zur Verträglichkeit des Strumpfes...
          Er muss passen
          Er muss wirklich gut komprimieren.
          Es darf also nicht zur Schwellneigungn kommen, wenn man den Strumpf anhat.
          Trage- und Komfortprobleme sollten der Vergangenheit angehören. Gehen Sie den Leuten in Ihrem Sanitätshaus so lange auf den Geist bis alles passt. Die müssen Ihnen helfen, die verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Der Arzt kann so viele Rezepte ausstellen wie er will bzw. Sie brauchen.
          Bei Männern sind die schönen, weichen Strümpfe manchmal nicht kräftig genug. Dann empfehle ich, 2 Paar übereinander anzuziehen, erst die alten und darüber die neuen. Geht prima einfach und gibt eine sehr kräftige Kompression. Was die Kleinzehe angeht: Es gibt Strümpfe, die vorne offen sind, die kann man bis zum Vorfuß zurückschieben. Lassen Sie sich beraten. Nehmen Sie sich Zeit. Rücken Sie nicht sofort Ihr Rezept raus. Es ist IHR Fuß!!! Es gibt z.B. auch Strümpfe, bei denen der Gummifaden komplett von Baumwolle umsponnen ist. Total angenehm auf der Haut, aber natürlich nicht so dünne wie ein Seidenstrumpf. Aber z.B. für Stallarbeiten absolut ideal.

          So, ich denke mal das reicht für heute. Wenn nicht, bitte noch mal rühren.

          Dr. Ive Schaaf

          P.S. Tag/Nacht: Im LIEGEN braucht man keine Kompressionsstrümpfe, also nachts beim schlafen, abends vorm Fernseher, wenn man dabei liegt, mittags beim Nickerchen etc. Es geht um die Position der Beine im Verhältnis zum Herzen'/Oberkörper, nicht darum ob sie wach sind oder nicht...

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