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Brachytherapie

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  • Brachytherapie

    Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann,
    anliegend ein Textbeitrag aus einem anderen Forum.
    Was halten Sie davon.
    Gruß George B



    Interstitielle Brachytherapie: Vorläufiges Ergebnis der Nutzenbewertung

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    Liebe Mitstreiter,

    weiter unten zur Information eine Kopie des vorläufigen Berichtes über die Bewertung der Interstitiellen Brachytherapie (LDR oder niedrigdosierte Brachytherapie) des Institutes für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Das Institut wird tätig durch Auftrag und gibt seine Analysen an den Gemeinsamen Bundesausschuß.

    Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern. Seine Aufgabe ist es zu konkretisieren, welche ambulanten oder stationären medizinischen Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und somit zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Außerdem definiert er Anforderungen an Qualitätsmanagement- und Qualitätssicherungsmaßnahmen für die verschiedenen Leistungssektoren des Gesundheitswesens.



    Hier der Bericht -

    Interstitielle Brachytherapie: Vorläufiges Ergebnis der Nutzenbewertung liegt vor. Institut nimmt Stellungnahmen zum Vorbericht entgegen / Nutzen bei lokal begrenztem Prostatakarzinom nicht belegt.

    Bislang ist kein Urteil möglich, wie die interstitielle Brachytherapie zur Behandlung eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms im Vergleich zu den beiden wichtigsten alternativen Behandlungsmethoden zu bewerten ist. Aus den vorliegenden Daten lässt sich weder Über- noch Unterlegenheit ableiten, aber auch keine Gleichwertigkeit. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt der Vorbericht, den das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am 26. September publiziert und zur Diskussion gestellt hat.

    Prostatakrebs gilt als potenziell heilbar, solange der Tumor auf das Innere des Organs begrenzt ist. Für die Behandlung solch eines lokal begrenzten Tumors stehen vor allem drei Möglichkeiten zur Verfügung: Neben der kompletten operativen Entfernung der Prostata - der Prostatektomie - und der konventionellen Strahlentherapie ("perkutane Strahlentherapie") ist das die so genannte permanente interstitielle LDR-Brachytherapie (LDR = Low Dose Rate). Bei dieser Behandlung werden über spezielle Nadeln kleine radioaktive Partikel dauerhaft in das Innere der Prostata eingebracht, die den Tumor vor Ort gezielt bestrahlen sollen.

    Der G-BA hatte das IQWiG beauftragt, die zunehmend häufiger eingesetzte interstitielle Brachytherapie hinsichtlich patientenrelevanter Therapieziele zu bewerten und dabei mit der operativen Entfernung der Prostata und der konventionellen Strahlentherapie zu vergleichen. Ursprünglich war geplant, auch das so genannte kontrollierte Zuwarten (watchful waiting) als weitere Behandlungsoption in die Bewertung mit einzubeziehen, was mangels adäquater Studien aber nicht möglich war.

    Keine belastbaren Aussagen zum Überleben möglich und generell schätzen die Kölner Forscher die Studienlage als unzureichend ein. Weil randomisierte kontrollierte Studien (RCT) für die Fragestellung des Auftrags gänzlich fehlen, mussten sie sich auf nicht randomisierte Interventions- und Beobachtungsstudien stützen. Voraussetzung war, dass diese Studien eine zeitlich parallele Kontrollgruppe in die Betrachtung mit eingeschlossen haben. Alle vom IQWiG in die Bewertung einbezogenen Studien wiesen jedoch methodische Mängel auf, die die Aussagekraft ihrer Ergebnisse schwächen.

    Wie die systematische Übersichtsarbeit des IQWiG zeigt, gibt es Hinweise, dass die Brachytherapie die Sexualität weniger beeinträchtigt und seltener zu Harninkontinenz führt als eine operative Entfernung der Prostata. Im Vergleich zur konventionellen Strahlentherapie könnte sich die Brachytherapie weniger nachteilig auf die Enddarmfunktion auswirken. Diese Hinweise reichen aber nach Ansicht der Kölner Wissenschaftler nicht für einen Nutzenbeleg aus, weil bislang nicht dokumentiert ist, dass diese Therapie im Hinblick auf das (krankheitsfreie) Überleben der Patienten zumindest gleichwertige Ergebnisse verspricht wie die alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Es ist also nicht sicher auszuschließen, dass bei einer Brachytherapie die Überlebenszeit oder das krankheitsfreie Überleben geringer ausfallen und den Patienten damit ein Schaden entstehen könnte. Auch zu krankheitsbedingten Beschwerden lassen die verfügbaren Studien keine belastbaren Aussagen zu.

    In seiner Grundaussage bestätigt der IQWiG-Vorbericht die Ergebnisse anderer aktueller systematischer Übersichten und HTA-Berichte: In allen wird ein Mangel an interpretierbaren Studien beklagt, so dass die offenbar rasche und unkontrollierte Ausbreitung dieser Methode in der Versorgung bedenklich erscheint. Die IQWiG-Wissenschaftler empfehlen dringend, aussagekräftige klinische Studien durchzuführen, um die Brachytherapie mit konventionellen Behandlungsoptionen zu vergleichen.

    Bis zum 24. Oktober 2006 nimmt das IQWiG Stellungnahmen entgegen, die bei Bedarf in einer mündlichen Erörterung diskutiert werden sollen. Substanzielle Einwände und Ergänzungen aus den Stellungnahmen werden in den Abschlussbericht einfließen. Dieser wird an den Auftraggeber, den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) weitergeleitet, der die Expertise des IQWiG für seine Entscheidungen nutzt.



  • RE: Brachytherapie


    Wir haben den Bericht auch bekommen und werden ihn jetzt im Detail durchsehen. Es war ja lediglich ein Vorbericht, der zur Diskussion gestellt wird, bevor das IQWIG seinen entgültigen Bericht abgeben muss. Es ist korrekt, dass es keine randomisierten Studien gibt, diese gibt es aber auch für alle anderen Methoden wie externe Bestrahlung oder Radikaloperation nicht. Die Patienten sind heute nicht mehr gewillt, sich in der Frage der Therapiewahl randomisieren zu lassen- zurecht wie ich meine. Insofern musste auch die sogenannte SPIRIT Studie in den USA abgebrochen werden, weil sich lediglich 50 Patienten zwischen Radikaloperation und Brachytherapie randomisieren ließen. 1500 wären aber für eine statistische Aussage nötig gewesen. Insofern werden die vom IQWIG geforderten Studien leider nie zur Verfügung stehen. Interessanterweise wird bei der Radikaloperation und der externen Betrahlung der Nachweis der Wirksamkeit und der Vergleich der Nebenwirkungen nicht verlangt, da diese bereits im Erstattungskatalog vorhanden sind. Das im Vorbericht zitierte HTA Gutachten kam zum Schluss, dass die Brachytherapie dem Patienten ermöglicht werden sollte, falls medizinische Gründe vorliegen,dass keine Radikaloperation erfolgen kann oder der Patient wegen der Furcht vor den Nebenwirkungen der Radikaloperation die Brachytherapie wünscht. Die wäre eine akzeptable Lösung, mal sehen was das IQWIG nach der Anhörung entscheidet.

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    • RE: Brachytherapie


      Danke!

      Gruß George B

      Kommentar


      • RE: Brachytherapie


        Zur Brachytherapie meine Werte.
        Ich wurde am 31. Mai 2001 brachytherapiert.
        Ausgangswerte:GS 3+4, PSA-Wert 11,98ng/ml.
        Neuest er Wert von Sept.2006:PSA-Wert 0,07ng/ml.
        Tabletten hab ich seit der Brachy keine genommen.
        Bin also voll zufrieden bisher.
        Alf

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