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Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

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  • Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

    Sehr geehrter Herr Dr. Kahnmann,

    im Dezember 2014 wurde bei meinem Vater (damals 59 Jahre alt) ein Prostata-Ca festgestellt. Zu dem Zeitpunkt war der PSA - Wert um die 8 ng/ml und der Gleason - Score wurde mit 7 (ob 3+4 oder 4+3 weiß ich leider nicht mehr) angegeben. Bei einem PET-CT wurde damals auch gesagt, dass ein an den Krebsherd angrenzenden Lymphknoten auch "etwas leuchten würde". Dies wurde jedoch nie histologisch gesichert, da sich mein Vater für eine Bestrahlung der Prostata sowie der Lymphknotenregion entschied.
    Diese Bestrahlung endete im Mai 2015. Zusätzlich wurde während der Bestrahlung eine Hormonentzugstherapie eingeleitet, die mein Vater jedoch nach der Bestrahlung (aus Angst vor möglichen früh einsetzenden Hormonresistenzen) nicht fortführte.
    Der niedrigste PSA-Wert nach der Bestrahlung lag bei 0,2 ng/ml.

    Im laufe der nächsten Jahre, stieg der PSA Wert sehr langsam (mit Schwankungen) auf 0,5 ng/ml (Mai 2017). Dann mit einem Mal 3 Monate später (Juli 2017) war er bei 0,8 ng/ml. Mein Vater und ich wurden daraufhin bei seinem behandelnden Urologen vorstellig, wo er mit uns die PSA - Wert Kurve besprach. Auf meine Frage, ob es seiner fachmännischen Meinung nach bei einem solchen Anstieg um ein Rezidiv handeln würde, sagte er nur "Naja, nach einer Bestrahlung erwartet man eh keinen PSA-Wert von mehr also 0,1". Er wollte meinem Vater auch direkt wieder eine Hormonentzugstherapie anbieten.

    Diese Aussage verunsicherte uns natürlich enorm! Vor allem, da ich später in den offiziellen S3 Leitlinien fand, dass man nach einer Strahlentherapie erst von einem Rezidiv spricht, wenn der PSA-Wert mehr als 2,0 über den ursprünglichen Ausgangswert steigt. Also warteten wir weitere 3 Monate ab und siehe da, der PSA - Wert war wieder auf 0,6 (Oktober 2017) gesunken.

    Mitlerweile (September 2018) ist der PSA - Wert wieder auf 0,3 gesunken. In den S3 Leitlinien steht auch etwas von einem "PSA-Bump", der bei 20% (?) von Patienten genau 2 Jahre nach Bestrahlungsende auftreten kann und nichts über ein Rezidiv aussagt. Ist dies so richtig? Und wann treten die meisten Rezidive auf bzw. gibt es einen Abstand zur Behandlung, ab dem man etwas entspannter sein kann, weil die meisten Rezidive vorher auftreten?

    Außerdem habe ich mitlerweile von einem anderen Urologen gehört, dass wenn bereits ein Lymphknoten befallen ist schon nicht mehr kuraitiv sondern nur palliativ behandeln kann und eine Bestrahlung dann auch nichts mehr bringen würde. Aber dies würde ja heißen, dass mein Vater völlig falsch behandelt wurde damals? Und müsste nicht unter dieser Annahme der PSA - Wert mitlerweile schon weiter gestiegen sein (eben weil der Krebs nie "weg" war?).

    Ich hoffe meine Ausführungen waren nicht zu umfangreich, ich bin nur etwas besorgt, dass wir etwas übersehen haben und / oder, dass mein Vater nicht in den richtigen Händen ist (auch was die Nachsorge betrifft).

    Mit freundlichen Grüßen,

    Theresa

  • Re: Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

    Lassen Sie sich von voreiligen Aussagen der Kollegen nicht verunsichern.

    Die Rezidivdefinition nach einer Bestrahlung ist in der Tat Nadir (niedrigster Wert) plus 2. Der niedrigster Wert war bei 0,2, wobei dies auch durch die zunächst begonnen Hormontherapie gewesen sein könnte. Insofern wäre es erst ein Rezidiv bei einem Wert von 2,2. Man hat diese Definition so gewählt, weil man genau diese Fälle mit zwischenzeitlichen Anstiegen nicht wieder behandeln sollte.

    Bezüglich der Lymphknoten ist die Dosis der Betsrahlung so hoch, dass auch eine mögliche Beteilgung des Lymphknotens (diese ist ja nie histologisch gesichert worden, sonder nur ein "etwas Leuchten" in der PET Untersuchung) kurativ also heilend bestrahlt werden kann.

    Im Moment spricht nichts für ein Rezidiv. Im Gegenteil, der PSA Wert sinkt und ist in einem sehr guten Bereich.

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    • Re: Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

      Vielen Dank Dr. Kahnmann für Ihre Antwort! Sie haben mir damit sehr geholfen!

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