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Wie schafft sie die Trennung?

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  • Wie schafft sie die Trennung?

    Meine beste Freundin (53) ist seit 6 Jahren mit einem Mann(55) zusammen.Schon lange behandelt er sie lieblos, auch vor anderen. Sie selbst sagt, der einzige Grund für sie, nicht
    Schluss zu machen, ist, dass allein die Vorstellung, allein zu sein, bei ihr zu Depressionen
    führt. Da auch sein Verhalten sie immer wieder sehr verletzt, glaube ich nicht, dass sie
    wirklich viel zu verlieren hat. Wie kann sie eine Trennung schaffen?


  • RE: Wie schafft sie die Trennung?


    Das wichtigste ist hier leider nicht was Du glaubst, sondern das was Deine Freundin glaubt.
    Wenn von Ihrer Seite her keine Gefühle mehr für ihn da sind, wird es auf Dauer immer schwerer sich zu lösen. Je länger man den Absprung nicht schafft, um so schwieriger wird es wahrscheinlich werden.
    Wer eine längere Beziehung hatte, ist natürlich nicht gerne allein, doch sollte man selbst abwägen, was einem eine weitere Partnerschaft für die Zukunft bringt.
    Stellt sich der andere Partner stur und man findet keinen Weg um mit dem was da ist glücklich zu sein, muss man einen anderen Weg suchen. Dieser Weg hängt aber auch davon ab, ob und wieviel der andere Partner zutut oder nicht.
    Man hat sozusagen die Qual der Wahl. Entweder bleibt man bei seinem Partner und leidet weiterhin unter der vorhandenden Situation, oder man löst sich davon und leidet "erstmal" unter dem Alleine sein. Auch das geht vorbei und kann viele andere Wege öffnen, die man im ersten Moment nicht sehen möchte.
    Auch kann man mit seinem Partner gemeinsam nach Lösungen suchen um die Situation zu verändern. Sofern von beiden Seiten noch der Gedanke an einer gemeinsamen "glücklichen" Zukunft vorhanden ist.
    Wichtig ist aber das Selbstbewußtsein zu haben, dass man schafft was man sich vorgenommen hat. Hier könnte vielleicht der Knackpunkt bei Deiner Freundin liegen. Über lang oder kurz werden sich Depressionen wohl kaum vermeiden lassen. Sei es wegen der Partnerschaft oder wegen des Alleine seins. Die Depression wegen der Partnerschaft kann man, wenn man sonst keinen Weg mit seinem Partner findet, nur durch Trennung bewältigen. Das wäre meiner Meinung nach der einzige Weg. Oder sich weiterhin fügen und leiden und Tabletten für die Nerven schlucken.
    Die Depression wegen des Alleine seins ist eine andere. Man hat schon einen Weg hinter sich gelassen und öffnet sich somit auch andere Wege. Gegen das Alleine sein gibt es viele Möglichkeiten und wer alleine ist, hat auch wieder die Möglichkeit andere liebevolle Menschen kennenzulernen. Das hat man so zwar auch, man ist aber in dieser Situation befreiter und kann das "neue" besser genießen lernen. Das alleine sein muss nicht immer nur negatives bringen, sondern gerade das kann auch das Selbstbewußtsein wieder vorantreiben. Man muss es nur wollen und nicht in allem das Schlechte sehen. Schöne Lösungswege liegen einem nicht vor den Füßen, sondern man muss auch etwas zuarbeiten um sie zu finden und zu gehen. Wenn auch manche Wege holbrig und mit viel Kraft verbunden sind, so sind sie trotzdem zu bewältigen und können gar am Ende viel mehr Erfolg bringen, als man es jemals zu wagen gedacht hatte. Eine Garantie dafür, dass man den Weg auch schafft, wird man nie haben. Bei keinem Weg, den man vor sich hat! Wenn man aber das Gefühl hat, dass ein Weg, auf dem man sich gerade befindet, mit der Zeit noch mehr Leid über einen bringt, dann sollte man sich doch besser auf einen anderen Weg begeben. Auch keinen einfachen Weg, aber einen, wo das Ende noch "offener" ist und wo es noch nicht zu spät ist.

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    • RE: Wie schafft sie die Trennung?


      Bitte Depressionen nicht mit der Krankheit "Depression" verwechseln.

      Wer sich von einem lieblosen Mann trennt wird erst mal aufatmen, und kann sein Alleinsein prima genießen und sich auch einen neuen Freundeskreis (der meist vernachlässigt wurde während der Partnerschaft) aufbauen.

      Oft schaffen es leider ältere Damen erst nach dem Tod des herrischen, grantigen Pantoffelhelden an ihrer Seite noch einmal 10 oder 15 Jahre ein flottes Witwendasein mit Reisen, Freunden und Aktivitäten hinzulegen, bevor auch sie dem holden Gatten nachfolgen.

      Kenne allein im Verwandtenkreis und in der Nachbarschaft mehrere solche Fälle.

      Und Deine Freundin hat's gut. Wäre sie jetzt 30 oder mehr Jahre mit dem Typ zusammen, dann schafft sie typischerweise den Absprung zu Lebzeiten nicht mehr. Zu große emotionale Bindung.

      Nach 5 oder 6 Jahren und seiner Lieblosigkeit müßte es ihr eigentlich noch gelingen können, auszusteigen!

      Oder sie führt "Bleibeverhandlungen" mit ihm, also wenn er das und das und das nicht unterläßt bzw. ändert, dann packt sie ihre Koffer.

      Viel Glück wünsche ich deiner Freundin!

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      • RE: Wie schafft sie die Trennung?


        hi depressionen
        hast vollkommen recht, - frauen in diesem alter können richtig aufblühen! und angst, vor dem alleine sein braucht die dame doch nicht zu haben - es gibt doch genug vereine, gruppen, die interessantes unternehmen und da wird man frau sicher jemand antreffen, mit der sie sich austauschen kann.
        ich habe gar keine befürchtungen - sicher nicht - wohl aber beim gedanken:

        dass du für deine bekannte nachfragst. es wäre mir lieber gewesen, sie hätte hier in diesem forum kontakt gesucht, denn das hätte doch gezeigt, dass sie bereit ist fürs outen. nun must du sicher noch viel überzeugungsarbeit leisten und: ob das wohl früchte tragen wird?
        grüsse
        d.r.

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        • RE: Wie schafft sie die Trennung?


          der zweite til ist @ tristesse
          sorry
          d.r.

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          • RE: Wie schafft sie die Trennung?


            Es ist natürlich leicht, die Situation von außen "objektiv" zu beurteilen, wie ich das im Fall
            meiner Freundin bis zu einem gewissen Grad mache ( ganz außen bin ich ja nicht!). Sie kennt echte
            Depressionen, hatte die auch schon. Ich glaube, deshalb ruft sie das Gefühl aus der Erinnerung sofort ab, wenn sie sich eine Trennung vorstellt.
            Aus einer gemeinsamen Wohnung bräuchte sie gar nicht erst auszuziehen, jeder hat seine
            eigene und er übernachtet bei ihr.

            Sie sagt, dass sie derzeit Tagebuch schreibt und darin immer wieder um die Kraft zum
            Trennungsschritt bittet.

            Auf eine verzweifelte SMS neulich habe ich ihr geraten, sie solle vorbeugend Antidepressiva nehmen
            und ihn hinausschmeißen. Seither habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ratschläge sind offensichtlich auch Schläge.

            Ich verstehe es sowieso nicht ganz, sie hat einen interessanten Beruf, einen großen Freundeskreis und dennoch immer Angst, sich selber im Alleinsein zu begegnen.

            Danke für eure Anteilnahme!

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            • RE: Wie schafft sie die Trennung?


              findest du den Rat Antidepressiva vorbeugend zu nehmen nicht ein wenig vorschnell?
              Selbst wenn sie schon mal ein dementsprechendes Medikament eventuell wegen Depressionen verordnet bekommen hat. Meines Wissens nimmt man diese dann auch über einen gewissen Zeitraum ein, bevor sie ihre Wirkung tun, bzw. sollten sie nicht willkürlich eingenommen und abgesetzt werden. Es ist ja nicht so, als würde sie zu Hustenzuckerl greifen.

              Du schreibst sie hat einen interessanten Beruf. Ist er das für sie auch, oder erscheint er nur dir so? Füllt er sie tatsächlich aus und ist sie glücklich damit?

              Ein großer Freundeskreis ist gut, wenn man ihn hat und dieser auch da ist, falls man jemanden mal braucht. Sei es in Form von Ablenkung, "Müll" abladen, einfach nur zum Plaudern. Aber wenn man Angst vor dem Alleinsein in der Wohnung hat, nützt er am Abend meist relativ wenig. Allerdings kann man unter einer ganzen Menge von Freunden sitzen und sich trotzdem einsam fühlen. Nicht jeder steckt eine Trennung locker weg. Das Tagebuch ist sicher nicht die schlechteste Idee.

              Gib deiner Freundin auch Zeit. Vielleicht braucht sie auch mal Abstand, um selbst mit dem Gedanken der Trennung klarzukommen - und zwar ohne gutgemeinte Ratschläge. Ist als "echte" Freundin nicht immer einfach, weiß ich selbst. ;-)
              Aber manchmal bringt es mehr, als wenn man Freunde bedrängt. Zuviel Fürsorge kann einem nämlich auch den Atem nehmen.

              Alles Gute für deine Freundin und dich.

              Gruß
              Shanti

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              • RE: Wie schafft sie die Trennung?


                Hallo Tristess

                Ich glaube, dass Deine Freundin selber für sich entscheiden kann. Ich denke, sie setzt sich selber sehr intensiv mit ihrer gegenwärtigen Lebenssituation auseinander.

                Gefährlich ist es meiner Meinung nach, wenn Du ihr rätst, vorbeugend Antidepressiva einzunehmen. Vielmehr wäre es wahrscheinlich angebracht, sie würde einen Arzt aufsuchen, denn aus eigener Erfahrung weiss ich, dass aufgrund einer schwierigen Lebenssituation Depressionen wieder zum Ausbruch kommen können.

                Herzliche Grüsse
                Venetia

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                • RE: Wie schafft sie die Trennung?


                  Hallo Tristesse und auch allen Andern!

                  Habe großes Interesse an den Antworten hier entwickelt, da ich mich selbst in der Situation befinde, mich nach 6 Jahren von meinem Freund getrennt zu haben.
                  Das ist erst so ca. 4 Tage her, kam plötzlich und schockierenderweise spontan in einem Verhandlungsgespräch in dem es eigentlich um die Modalitäten unserer weiteren gemeinsamen Zukunft gehen sollte.
                  Durch ein Entscheidungsproblem hat mein Ex-Freund dann aber den Boden für diese gemeinsame Basis entzogen, so dass ich ich mich leider gezwungen sah, die Beziehung zu cutten.

                  Ich bin jetzt um jede Idee froh, darum auch über das hier gut formulierte und vorgeschlagene.
                  Ach, ich glaub ich öffne einen neuen eigenen Thread mit meinem eigenen Kram.

                  @Tristesse: Zu Deiner Freundin: Ich dachte auch immer ich kanns nicht, hatte schreckliche Angst davor. Aber siehst ja. Auch wenn ich mich über mich selbst erschreck, ich habs gemacht, die Trennung.
                  Aber glaub mir. Eins ist klar. Kein Mensch hat und hätte mich dazu bringen können. Nur ich selbst. Und wann ich reif dazu sein würde wusste ich nie. Weiß nicht mal ob ichs jetzt bin. Weiß nur dass mir über die Jahre das Unglücklichsein in der Beziehung so schlimm zusetzte dass mir klar wurde, dass so schlimm keine Alleinseinphase der Welt sein kann. Allerdings kam bei mir dazu, dass ich es eh immer war. Auch mit meinem Freund war ich immer allein. Das ist sicher bei Deiner Freundin anders.
                  Was Du helfend tun kannst ist meiner Meinung nach, sie in der Entwicklung, die sie dafür braucht, zu unterstützen. Sie muss mutiger werden, wachsen können, auch sich ohne ihn wohl fühlen können, stunden- oder gar tageweise. Das wird sie im Nachhinein prägen. Und wenns dann mal sein muss wird sie es eher tun und schaffen, als ohne all diese Erfahrungen zuvor.
                  Aber wann die Zeit da ist, bestimmt sie ganz allein.

                  Liebe Grüße
                  Elfin (wenigstens ein leichter Nick)

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