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Familienstreit wegen Pflege

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  • Familienstreit wegen Pflege

    Hallo,

    ich muss jetzt mal irgendwo alles rauslassen, da ich mit den Nerven ziemlich runter bin. Vor einigen Jahren ging es schon einmal um das selbe Thema. Meine Tante übernahm die Pflege meiner Oma. Das Problem an der Sache, sie hat sie nicht gepflegt. Das hat meine Mutter getan. Meine Mutter hat ihr essen gekocht, hat ihr Sachen, was sie benötigt hat besorgt, hat bei ihr gesessen wenn es ihr schlecht ging und das täglich. In der Nacht ist sie zu ihr gegangen als sie wieder schlecht Luft bekam. Meine Tante hat zwar die Pflege übernommen, aber sie hat nichts getan. In der Nacht hat sie den Telefonhörer neben das Telefon gelegt bzw. auch mal den Stecker gezogen. Als meine Mutter sie fragte warum sie das macht, meinte sie vollkommen teathralisch, sie hätte so viel Stress wegen unserer Oma, sie hat Migräne und braucht auch mal Ruhe. Als meine Oma mal nicht Essen wollte, kam von meiner Tante der Lebensgefährte wie ein Wahnsinniger rein und hat der Oma mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen...Als die Oma dann gestorben ist, haben alle 3 Schwestern meiner Mutter, meine Mutter dafür verantwortlich gemacht, wo SIE ABER ALLES GEMACHT HAT.

    Nun fängt der ganze Terror wieder an. Jetzt geht es einer Schwester meiner Mutter sehr schlecht. Die Vollmacht und Pflege hat wiedermal die besagte Tante. Man muss dazu sagen, dass die Tante schon seit 1,5 Jahren weiß, dass die Blutwerte und der körperliche Zustand, der Schwester meiner Mutter, bedenklich sind und sie hat nichts groß unternommen, als die Ärzte nicht weiterkamen. Ich, ihre Nichte, habe sie bei Fachärzten angemeldet und habe dafür gesorgt, dass sie ins Krankenhaus kommt, habe dort dann auch beim Arzt angesprochen, dass wenn sie nicht weiterkommen, soll sie verlegt werden in die Uniklinik. Alles passiert, die Ärzte habe sie stabilisiert bekommen. Nun ist sie wieder zu Hause. Da sie einen Pflegedienst abgelehnt hat, hat meine Tante nun die Pflege. Allerdings der Stufe 1. Jetzt regt sie sich ständig auf, dass sie unsere Tante zu Arztterminen fahren soll. Was das kosten würde und so weiter. Aber, dass muss ich dazu sagen, sie hat jedesmal von unserer Tante, die krank ist Spritgeld bekommen. Dann hat meine Mutter bei meiner Tante die Küche gewischt, weil sie es nicht allein geschafft hat.Das wird nicht gesehen. Die Tante die die Pflege hat, rühmt sich ständig, dass sie sich nur allein kümmert. Meine Mutter hat aber keinen Führerschein und kein Auto. Ausserdem ist sie der Meinung, dass wenn meine Tante Pflege und Vollmacht hat, dann muss sie auch solche Sachen wie Arztfahrten erledigen. Sie befürchtet eben, dass es wieder so kommt wie oben geschrieben mit der Oma. Das hat sie auch ihrer anderen Schwester so erklärt. Die hat sie gleich angeschrien, dass sie damit aufhören soll, es wäre Jahre her, was da mit der Oma passiert ist.

    Jetzt hacken sie alle auf meine Mutter ein bzw. auf mich. Nun soll ich überall hinfahren, aber ich habe auch eine Teilzeitstelle, meine Tante ist den ganzen Tag zu Hause. Dann habe ich selbst einen Einweisungsschein für die Uniklinik Anfang Februar, weil ich selbst krank bin. Nun fühlen wir uns unter Druck gesetzt und fertig gemacht. Mein Vater sagt, dass wir es nicht mehr einreißen lassen sollen, wie es damals mit der Oma war. Das nutzt die Schwester meiner Mutter wieder aus. Er meint auch, dass wir uns ja auch gekümmert haben: wir haben die Küche geschwischt, haben dafür gesorgt, dass sie ins KH kommt und mal richtig durchgescheckt wird, meine Mutter hatte ihr in der Stadt Sachen besorgt und sie mitgeschickt und war sie auch öfter besuchen (alles mit dem Rad auch bei schlechten Wetter).

    Ich wollte der Tante einen Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen beantragen, so dass wenn dem Antrag so statt gegeben würde, dass sie dann Fahrten frei hat. Aber da hat meine Tante gleich wieder rumgewettert, dass hätte keinen Zweck, dass würde sie sowieso nicht bekommen...allein kann ich das aber nicht fertig machen, da sie die Vollmacht hat und auch unterschreiben muss.

    Meine Mutter sitzt nun und weint, weil ihre Schwestern auf sie einhacken. Wie soll sie denn fahren ohne Auto und Führerschein....wie gesagt, ich habe selbst einen stationären Aufenthalt vor mir...


  • Re: Familienstreit wegen Pflege

    Hi,
    das geht so nicht.
    Ihr müsst versuchen euch da emotional etwas zu distanzieren, einen klaren Standpunkt zu haben und diesen zu vertreten.

    Mein Standpunkt wäre, das fast jeder mal in eine Situation kommt in der er die Last nicht mehr auf die Angehörigen abwälzen kann.
    Dann muss halt mal mit der Pflegekasse gesprochen werden, deren Fahrdienstangebote in Anspruch genommen werden und eben alles was das Leben noch erleichtern kann.
    Wenn man dafür Kritik erntet, dann hat das nichts mit dem Zusammenhalten der Familie zu tun, sondern ist ein reines Ausnutzen der Emotionen, ein schlechtes Gewissen machen.
    Ihr müsst keines haben, ihr tut was ihr könnt.
    Bietet an es in die Wege zu leiten, das die Pflegekasse sich nochmal kümmert, Fahrdienste übernommen werden und somit dieser Stress weg fällt.
    Wenn die anderen nicht darauf eingehen, müssen sie sich auch um andere Lösungen kümmern, das ist dann nicht mehr eure Aufgabe.
    Macht klar das es kein Verrat ist Hilfe in Anspruch zu nehmen, aber es ist sehr lieblos wenn in der Familie etwas verlangt wird das nicht geleistet werden kann, obwohl es Institutionen gibt die dies leisten würden und die auch niemanden etwas antun, sondern helfen und entlasten.

    Lasst euch da nicht in die moralische Schuldschiene drängen, sprecht offene Worte und versucht euch eure Betroffenheit, über die Anfeindungen, nicht anmerken zu lassen.
    Wenn ihr souverän mit der Sache umgeht, klare Vorstellungen habt und dazu steht, dann wird der Rest der Familie irgendwann nicht mehr auf euch herum hacken und vielleicht sogar dankbar sein, wenn die ein oder andere Aufgabe von einem Fahr oder Pflegedienst übernommen wird.
    Nur nicht ins Bockshorn jagen lassen, dazu gibt es keinen Grund, es gibt diese Angebote ja nicht umsonst, sondern weil die Angehörigen mit der Pflege überfordert sind.
    Ansonsten, wer nicht will der hat halt schon. Mehr als Lösungsmöglichkeiten anzubieten geht nicht, wird nicht darauf eingegangen dann vielleicht nicht weil es so schrecklich ist, sondern weil man einfach jemanden braucht den man nieder machen kann und auf den man seine eigene Überforderung abwälzt, das seid momentan, leider, ihr.

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