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ständige Enttäuschung und Depression

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  • ständige Enttäuschung und Depression

    Hallo,

    ich habe mich noch nicht in einer Situation befunden wie derzeit und bitte die Forumsteilnehmer daher um Rat/Empfehlung.

    Ich bin 45 Jahre alt, seit 20 Jahren verheiratet und habe zwei Kinder (Tochter 15, Sohn 18).
    Vor einigen Jahren entwickelt sich die Ehe mit meiner Frau langsam und schleichend in eine Beziehung, die in erster Linie durch die Verantwortung für unsere Kinder getragen wurde.
    Vor ca. 3 Jahren bekam ich mit, dass meine Frau einen Mailkontakt mit einem Urlaubsbekannten hatte. Im Grundsatz kein Problem, aber die Art der mails ging deutlich über einen Smalltalk hinaus (er fragte sie z.b., ob sie als Aktmodell für sein Fotohobby posieren wollte und gab ihr Tipps, wie sie mit den E-mails umzugehen habe, damit ich sie auf dem Rechner nicht erkennen könne). Dies und vor allem das Verheimlichen vor mir und ihr weiterer Kontakt mit ihm verletzten mich tief.

    Desweiteren gab es nahezu täglich Krach mit den Kindern. Wenn ich abends nach Hause kam, war Schreien keine Seltenheit, obwohl die Auslöser nach meinem Verständnis nicht so gravierend waren.
    Hinzu kam, dass sie seit einigen Monaten deutlich abgenommen hatte (und das bei einer ohnehin sehr schlanken Figur). Die Freizeitaktivitäten ausserhalb der Familie wurden immer mehr (sie war dreimal abends unter der Woche in ihrem Hobby Musik unterwegs), kurzum sie entfernte sich immer weiter und es folgten über einige Wochen viele ziellose und verletzende Gespräche, ohne dass wir mit einem Ergebnis auseinandergehen konnten. Irgendwann gelang es mir dann sie zu überreden „professionelle“ Hilfe über eine Beratung anzunehmen. Schließlich ging sie auch zu einem Psychologen und es wurde eine Depression diagnostiziert. Sie erhielt Therapiestunden und wurde mit Medikamenten behandelt.

    Am Tag vor Sylvester kam es dann zu einer sehr heftigen Reaktion. Wieder nach einem langen, schwierigen Gespräch wurde sie von einem Weinkrampf erfasst und warf Gläser durch das Wohnzimmer, die Scherben wollte sie beseitigen, konnte sich aber kaum mehr auf den Beinen halten. Es glang mir eine Stunde lang nicht sie durch Reden, Umarmen oder sonstiges zu beruhigen. Am Morgen darauf fuhr ich mit ihr zum ärztlichen Notdienst, wo sie dann eingestand ihre Medikamente selbständig abgesetzt zu haben.

    Ca. 3 Monate später gab es wieder eine verbale Konfliktsituation, ich hatte wieder erkennen müssen, dass der Mailkontakt mit dem Urlaubsbekannten wieder weiterging, obwohl sie mir versprochen hatte, dass sie ihn abbrechen würde. Tags darauf fanden mein Sohn und ich sie in einem Zimmer auf einem Boden liegend. Sie hatte eine Überdosis ihrer Tabletten genommen – ein Suizidversuch. Sie kam anschließend für ca. 8 Wochen in eine psychiatrische Klinik auf eine Depressionsstation.
    Nach wenigen Tagen zu Hause folgte dann eine Kur für weitere 5 Wochen. Ich war in dieser Zeit enorm hin und hergerissen, wie es weitergehen sollte, aber ich hatte mich schließlich riesig darauf gefreut als sie wieder zu Hause war. Ich war darauf vorbereitet worden, dass es noch einige Zeit dauern würde, bis wir wieder zusammenfinden würden, ich hatte die Hoffnung einfach nicht aufgegeben.
    Nach einigen Wochen kam wieder ein „Aussetzer“. Sie war an einem Freitag nachmittag, als ich von der Arbeit zurückkam, sturzbetrunken. Wieder einige Wochen später erfolgte dann eine erneute Extremsituation. Nach einer verbalen Auseinandersetzung, die aus meiner Sicht eigentlich einen untergeordneten Grund hatte, war ich emotional so aufgewühlt, dass ich mich einfach ins Auto setzen und einige km fahren wollte, um Abstand zu bekommen. Sie war mir in die Garage gefolgt und hatte sich hinter das Auto gelegt, ohne dass ich sie gesehen hatte. Motor anlassen und Rückwärtsgang einlegen war bereits erfolgt, ich wollte gerade rückwärts fahren, als ich ihre Hand hinter der Heckscheibe sah. So erschrocken war ich noch nie, ich hätte beinahe meine Frau überfahren.
    Wieder kam sie anschließend für 8 Wochen in die psychiatrische Klinik. In dieser Zeit habe ich sehr geschwankt zwischen endgültiger Trennung und einem weiteren gemeinsamen Weg. Nach langen Gesprächen mit lieben Menschen habe ich mich für den gemeinsamen Weg entschieden. Ein Paargespräch mit Moderation erfolgte und sie kam anschließend wieder nach Hause. Unser Verhältnis entwickelte sich wirklich in eine positive Richtung. Natürlich war auch das nicht ganz spannungfrei, aber in Summe ein lang ersehnter Weg in die richtige Richtung. Dennoch hatte sie mir mehrfach zu verstehen gegeben, dass sie emotional immer noch nicht ganz bei mir sein könne, was ich in erster Linie auf ihre Depression schob.

    Am vergangenen Freitag überreichte sie mir dann unter Tränen einen längeren Brief. Sie beschrieb mir ihre Situation und weshalb sie immer noch nicht meine Nähe so empfinden kann, wie sie eigentlich möchte. Sie gestand, dass sie eine Affäre mit einem ebenfalls verheirateten Mann hatte, die damals 2 Jahre gedauert hatte, bis er sie beendete. Dies mir gegenüber einzugestehen war sie nie in der Lage gewesen, sie hatte Angst, dass ich nach Bekanntwerden unsere Beziehung abbrechen würde. Und diese Angst führte sie in die Depression mit all den oben beschriebenen Konsequenzen.

    Nach dieser Information war ich nur noch ohnmächtig. All die Jahre der Kampf um sie, um schließlich zu hören, dass sie mich 2 Jahre lang betrogen hatte. Ich hatte dies aufgrund ihrer Einstellung zu Partnerschaft, Treue und Familie nie für möglich gehalten und nehme ihr enorm übel, dass sie aus Feigheit vor der Wahrheit mir und uns als Familie diese Quälerei der Depression zugemutet hat, obwohl, wie ich nun weiß, die Behandelnden Ärzte, Psychologen etc. sie immer dazu gedrängt haben, mir die Wahrheit zu sagen.

    Nun stehe ich wieder in einer emotionalen Zerrissenheit und kann kaum einen klaren Gedanken fassen, wie es weitergehen soll. Mein innerer Abstand zu ihr ist größer denn je.

    Kann nach diesen Erfahrungen jemals Vertrauen wieder entstehen? Steht nicht bei zukünftigen Konfliktsituationen die Vergangenheit ständig im Hintergrund?

    Was soll ich nun tun?


  • Re: ständige Enttäuschung und Depression


    Hallo Maexchen,

    trotz Ihrer sehr ausführlichen Schilderung ergeben sich ein paar Fragen:

    Wie alt war Ihre Frau, als Sie sich kennen lernten?

    Hatte sie kaum Vorerfahrungen?

    Keine verschiedenen Beziehungen?

    Sie merken sicher schon, in welche Richtung ich denke.
    Näheres später.

    Beste Grüße

    Dr. Riecke

    Kommentar


    • Re: ständige Enttäuschung und Depression


      Willst du nicht, magst du nicht, kannst du nicht wahrhaben was aber offensichtlich wahr ist?

      Diese Frau ist schon längst weg gegangen.


      Ich an deiner Stelle würde sie bitten dir zu verraten was sie insgeheim von dir erwartet.

      Das dann auch tun. Ohne Rücksicht drauf zu nehmen ob das zuerst Überwindung kostet, oder weh tut, oder unbequem ist oder scheinbar unmöglich ist-

      Mir gings ähnlich- mein Ex hat mich festgehalten durch liebe Worte.
      Gut, dann habe ich halt den Fluchtweg in die Krankheit angetreten.

      Manchmal wächst was nicht wirklich an, trotz bester Erde.
      Dann hilft oft nur mehr umsetzen - oder eingehen lassen.

      Wäre echte Zuneigung da von beiden Seiten, dann wäre dein Fall nicht gegeben.
      Du verlierst nichts.
      Ausser wem, der sich einbildet nicht am rechten Ort zu sein ( daher heimlich nach anderen "Plätzen" für sich und sein Wohl Ausschau hält).

      Wer gehen will muss gehen dürfen.
      Ohne lange Diskussionen.
      Ich nenne so eine Handlung dann Liebe.
      Hauptsache du überlebst.

      Kommentar


      • Re: ständige Enttäuschung und Depression


        ......Ich hatte dies aufgrund ihrer Einstellung zu Partnerschaft, Treue und Familie nie für möglich gehalten und nehme ihr enorm übel, dass sie aus Feigheit vor der Wahrheit mir und uns als Familie diese Quälerei der Depression zugemutet hat, obwohl, wie ich nun weiß, die Behandelnden Ärzte, Psychologen etc. sie immer dazu gedrängt haben, mir die Wahrheit zu sagen......

        Für eine gemeinsame Zukunft muss erst mal dein Groll gedämmt werden, du solltest versuchen deine Vorwürfe in den Hintergrund zu schieben, sonst kannst du nicht sehen was sonst noch zwischen euch ist.
        Sie mag zu feige gewesen sein dir die Wahrheit zu sagen, vielleicht hatte sie dann gar keine Möglichkeit mehr dazu weil die Depressionen übermächtig wurden. Dann kann man nicht mehr klar denken und das was im Denken stattfindet ist die Hölle, am Ende werden sie ihre Depressionen an einem offenen Wort gehindert haben, denn es ist wirklich schlimm was in Gedanken passieren kann und ein guter Grund zu schweigen, denn es ist einfach krank. Sie hätte es gleich sagen können, davor hatte sie angst und den Zug verpasst. Ab dem Zeitpunkt als die Depressionen begannen kannst du ihr Schweigen nicht mehr mit normalen Maßstäben messen, wenn sie keine Depressionen bekommen hätte wäre vielleicht ein Gespräch zustande gekommen und sie hat euch sicherlich nicht absichtlich in diese schwere Zeit gestoßen, sie hat auch einen sehr hohen Preis dafür gezahlt.

        Auch das Ärzte und Psychologen ihr zur Wahrheit geraten haben und sie es nicht getan hat ist kein Maßstab für ihre Schuld, denn da war sie schon krank und hatte Gespenster im Kopf.

        Versuche einen klaren Kopf zu bekommen, fahr eine Zeit lang weg und komm zur Ruhe, dann wirst du dir vielleicht über deine Gefühle klarer. Wenn nichts mehr da ist, dann geh.

        Meiner Meinung nach ist niemals einer alleine Schuld an einem Fremdgang zumindest nicht, wenn die Partner gesund und klar bei verstand sind. Es wurde etwas das für den Partner sehr wichtig für die Beziehung ist vom anderen nicht wichtig genug, oder erst gar nicht wahr genommen. Der eine spricht nicht über seine Bedürfnisse, der andere bemerkt nicht das er die Bedürfnisse des Partners vernachlässigt und schon fängt man etwas mit einem an der zumindest zeitweise diese Sehnsucht erfüllt.

        Mal eine Frage. Wie bekommt man mal eben die Inhalte der
        E-Mails seiner Frau mit, sie wird sie doch nicht in deiner Anwesenheit geöffnet haben, wenn sie so brisant sind?

        Kommentar



        • Re: ständige Enttäuschung und Depression


          Hast du ein wenig Geduld, dass ich dir was erzählen kann?

          Manchmal ist man selber eigentlich nicht "wissend" aber die Seele, oder das Unbewußte oder wie man den Teil halt nennt, der insgeheim "werkt" und wirkt in uns- manchesmal weiß dieser mehr wie man zugeben mag.

          Manchmal wird man wegen Ehrgefühl, oder Anstand oder sonst was in der Richtung zu einem Leben hingeformt, auch gedrillt das absolut nicht übereinstimmend ist zu der Grundnatur dieses Menschlichen Wesens- das nur mehr ein Fragment dessen ist was ursprünglich angelegt worden war in ihm.

          Beruflich wie privat wird vorgegeben- von aussen was gut ist für dich. Schwächere, labilere Leute schwanken dann ununterbrochen- ( ich mag dich eh, och ja, habs eh gut, bin ja glücklich doch doch, mah kann nicht klagen..etc. solche Worte hört man dann aus ihren Mund), aber kein Strahlen ist in ihren Gesichtern...

          Wäre es nicht gut, traute Zweisamkeit dann nur zuzulassen, wenn sie freiwillig von beiden gesucht wird?

          Nicht eingefordert, nicht beibehalten aus lieber Gewohnheit, nicht weil der Wohlstand dann gesichert ist- sondern einfach weil es sich saugut anfühlt dass dem so ist.

          Ich lese aus deinem Beitrag......das Gegenteil.

          Lass ab von dem Bestreben jemand helfen zu wollen, der nicht DICH um Hilfe bittet ausdrücklich.

          Du kannst aber sehr wohl sehr sehr viel für sie tun, wenn du magst- du kannst ihr zusichern- solange du mich brauchen solltest, ich bin da.
          Bin nicht traurig, nicht beleidigt, nicht böse ( was das selbe ist oft für mich).
          Bin einfach nur froh, wenn es dir wieder gut geht.

          Wie auch immer die Lage dann aussehen wird.

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          • Re: ständige Enttäuschung und Depression


            Hallo Hr. Dr. Riecke,

            vielen Dank für die schnelle Nachfrage.


            "Wie alt war Ihre Frau, als Sie sich kennen lernten? "

            Wir kennen uns bereits seit der Schulzeit (Alter: ca. 16), allerdings hat sich unser Beziehung erst 1-2 Jahre nach dem Abi langsam entwickelt. Wir waren beide so ca. 20/21 Jahre alt, als es "ernster" wurde. Sie war zunächst in Ausbildung, ich im Studium (ca. 700 km voneinander entfernt) und wir haben uns nur an Wochenenden gesehen. Sie war 26, ich 25, als wir heirateten.



            "Hatte sie kaum Vorerfahrungen?"

            Ich vermute, Sie meinen Vorerfahrungen mit anderen Männern.
            Hierzu ist mir nichts bekannt. Ich weiß, dass sie einen guten Bekannten/Freund während der Ausbildung hatte, ich habe ihn auch einmal kennengelernt. Aber ich denke nicht dass dies eine tiefere Beziehung war.


            "Keine verschiedenen Beziehungen?"

            Ist mir zumindest nicht bewußt.



            Ich bin schon sehr gespannt auf ihre Antwort.

            Vielen Dank.

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            • Re: ständige Enttäuschung und Depression


              Hallo Maexchen,

              ich hatte es mir gedacht, dass Sie "die einzigen Partner miteinander" sind.
              Ich habe sehr viele Paare kennen gelernt, die in ähnlicher Situation waren, wie Sie es sind.
              In jedem Menschen stecken polygame Anteile, die, wenn nicht ausgelebt, mit Anstand und allgemeiner Akzeptanz unterdrückt werden, etwa i.S. der katholischen Kirche "Bis dass der Tod euch scheidet". Oder - und das ist sehr viel häufiger - sie brechen aus, wenn die biologische Uhr sich meldet, das allgemeine Lebensgefühl von der Frage heimgesucht wird, ob das nun "alles war".
              Besonders Frauen brechen dann aus, suchen Abenteuer, oft mit gar nicht "passenden" Männern. Aber natürlich auch mit der Erkenntnis, dass das jahrelang gewohnte Spektrum erotischer und sexueller Erlebnisse nur ein Zipfelchen der großen lustvollen Welt gewesen ist.
              Die zu Hause wartenden Ehemänner verstehen die Welt nicht mehr, ahnen zwar, dass ihre Partnerin nicht mehr nur Hausmannskost, sondern auch mal im Restaurant essen wollte. Sie finden meistens ihre Sprache wieder und - um im Bild zu bleiben - denken dann über neue Rezepte nach.

              Das sollten Sie auch tun. Nicht das Handtuch werfen, sondern sich der Herausforderung stellen. Nicht mit Kontrolle und Misstrauen, sondern mit liebevoller Toleranz Ihre Frau in den Arm nehmen (wenn sie das schon wieder möchte) oder einfach für sie da sein. Dann kann es wieder aufwärts gehen.

              Beste Grüße

              Dr. Riecke

              Kommentar



              • Re: ständige Enttäuschung und Depression


                Hallo Tired,

                herzlichen Dank für die Antwort.

                Der Hinweis zu meinem Groll ist sicherlich berechtigt. Als ich mein Eingangsschreiben formulierte, war ich einfach am Boden zerstört.
                Auch, dass während der Depression, vor allem in dieser Ausprägung, ihr Schweigen nicht mit meinen Maßstäben messen kann, ist mir bewusst. Ich habe mich auch lange mit dem Thema Depression beschäftigt, sowohl Literatur als auch Freunde haben mir immer klar gemacht, dass eine Depression einen Menschen so verändert, dass man ihn nicht wiedererkennt. Vor allem haben sie mir auch Mut gemacht weiter nach vorne zu sehen, dass es wieder einmal besser wird.
                Den räumlichen Abstand haben wir bereits vollzogen. Sie hatte von sich aus angeboten, zunächst für einige Tage bei einer Freundin zu übernachten. Am nächsten Wochenende wollen wir dann wieder miteinander sprechen. Allerdings bin ich mir im Moment hinsichtlich meiner Gefühle einfach noch nicht klar. Ich überlege, ob eine Trennung auf Zeit (3-6 Monate?) hierzu hilfreich ist. Meine Schwägerin (ihre Zwillingsschwester, die mir in den letzen drei Jahren mit vielen lieben Gesprächen sehr geholfen hat die Zeit zu durchstehen, aber interessanterweise in vielen Themen emotional ganz anders reagiert als meine Frau) hat mir bereits gesagt, dass eine Trennung auf Zeit wohl eher der Anfang von Ende sei, und diese Aussage hat mich verunsichert.

                Bedürfnisse sind ein Themengebiet, das ich als sehr schwierig empfinde. Mir ist bewusst, dass ich als Mann oft anders reagiere, wie sie möchte (bei Gesprächen, ...), allerdings hatte ich bereits lange vor dem Fremdgehen das Gefühl, dass ich ihr nicht "ausreiche". Mein Interesse an ihrer Leidenschaft zu Musik hält sich in Grenzen, ich habe Musik auch in meinem Elternhaus nie als Lebensmittelpunkt erlebt. Bei ihr hat sich dies für mich nach den ersten Jahren unserer Ehe so dargestellt, dass ich neben dieser Leidenschaft Musik zweitrangig bin (die Affäre war auch mit einem Chorleiter). Viele Wochenenden waren von ihr immer im Voraus mit "Musikterminen" verplant, ohne dass ich darauf Einfluss nehmen durfte. Ich musste akzeptieren, dass die Musik zu mir im Wettbewerb steht. Dass ihr das oft wichtiger war, als eine Beschäftigung mit mir, hat mich immer mehr in die Situation getrieben, dass ich meine Bestätigung im Beruf gesucht habe. Viel Engagement dort hat mich auch Kraft gekostet, bin abends/am Wochenende kaputt, was dann zum Teufelskreis führt, dass man in Gesprächen/Verhalten für sie falsch reagiert und sie sich wieder ihre Bestätigung dann in der Musik sucht.
                Hier haben beide darunter gelitten, dass Bedürfnisse nicht erfüllt wurden.


                Zu den E-mails. Das ist ganz einfach, wir haben beide unser e-mail accounts als Ordner im selben Mail-Browser. Sie sind offen für uns beide, und ich habe mir nie etwas negatives dabei gedacht. Meine Frau kann selbstverständlich auch meine mails lesen. Dies gilt auch für unsere Briefpost. Ich habe ihr nicht nachspioniert oder etwas gesucht.

                Maexchen

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                • Re: ständige Enttäuschung und Depression


                  Hallo Elektraa,

                  zunächst erst einmal Danke für die zwei Kommentare.

                  Ich habe bereits auf Tired geantwortet, dort sind weitere Aspekte von meiner Seite zu lesen.


                  "Lass ab von dem Bestreben jemand helfen zu wollen, der nicht DICH um Hilfe bittet ausdrücklich."

                  Meine Frau hat mich in dem Brief ausdrücklich gebeten, dass sie wieder mit mir leben möchte, aber der riesige Berg des schlechten Gewissens aufgrund der Affäre bisher dazwischen stand.
                  So sehr ich auch über die Affäre enttäuscht bin, ihr Wunsch zu mir zurückzukehren hat damit zu tun, dass ich in den letzten drei Jahren der Depression zu ihr stand, troz allen Widrigkeiten bei ihr geblieben bin. Weil ich auf die Situation, dass es uns wieder einmal saugut geht, gehofft habe und weil es Menschen gab, die mich darin bestärkt haben daran zu glauben.
                  Sorry, aber jemand in einer Depression bittet nicht ausdrücklich um Hilfe, er braucht Hilfe.


                  Maexchen

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                  • Re: ständige Enttäuschung und Depression


                    Hallo Maexchen,zunächst einmal tut mir die dramatische Geschichte zwischen euch beiden sehr leid.
                    Gewissermaßen kann ich (39J.) sie nachvollziehen, ich habe auch mit meiner ersten Liebe im (zarten) Alter von 15 Jahren zehn Jahre verbracht und hatte keinen anderen "Vergleich".
                    Die Worte von Dr.Riecke kann ich unterstreichen..Obwohl ich damals sehr glücklich war mit meinem Partner,habe ich ihn ein Jahr bevor wir heiraten wollten, verlassen. Es war ein Drang in mir unaufhaltsam, ich wollte andere Männer kennenlernen, wollte wissen, ob es nicht was "besseres" gibt,brauchte prickeln,neues Verleibtsein...Aus heutiger Sicht würde ich sagen,ich mußte überprüfen,vergleichen. Es hört sich jetzt für mich schrecklich an, aber damals war es so und ich konnte nicht anders.
                    Damals habe ich meinen Partner mit meiner Affäre und plötzlichem Weggehen so tief verletzt,dass er nie wieder mit mir zusammen kommen konnte oder wollte.

                    Um wieder zu Dir zu kommen: Die Worte Deiner Frau und das Geständnis fühlen sich für mich eher so an, als hätte sie die Depressionen, weil ihre Affäre Schluß gemacht hat mit ihr. Als würde sie diesen Mann noch lieben und das Ende nicht verkraftet haben.
                    Würde sie wissen, was sie an Dir hat...warum kann sie sich nicht verzeihen, sich wieder um Dich bemühen, Dir ihre Liebe zeigen, froh sein noch zu haben, was euch einmal zusammengeführt hat?
                    Bist Du bereit ihr zu verzeihen?
                    Wenn ihr euch beide auf eure Basis konzentriert, wenn ihr beide sagen könnt: Du bist immer noch trotz allem für mich derjenige und diejenige, mit dem/der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte, dann wird aus Enttäuschung und Depression die stärkste Kraft und innigste Liebe wachsen, von der hier bestimmt manch einer nur träumen kann.

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                    • Re: ständige Enttäuschung und Depression


                      @shushu- so schön geschrieben...

                      Zu dir Mäxchen- wenn du die Trennung nie als Trennung betrachtest- das wo anders Suchen nach was Bestimmten nie als Betrug an dich sehen würdest- wenn du GAR nirgendwo hindenkst- nicht zurück, nicht vorwärts- wenn du einfach am Tag an dem du wach wirst nachschaust was er so bringt- ( in aller Ruhe und Gelassenheit neugierig bist was heute so kommt...aufpasst, wie du dann drüber denkst- handelst, reagierst...)- was wäre dann???

                      Du würdest alle Antworten erhalten auf alle deine Fragen.

                      Ich lebe so.
                      Auf das was grade geschieht reagiere ich.
                      Vielleicht gelingt es dir auch- nicht grübeln was sein könnte- sondern wie gesagt abwartend, neugierig, wirklich nur aus der momentanen Situation heraus Entscheidungen treffen- die nicht bezweifeln- sondern höchstens dich fragen dann- aha- SO sollte es weiter gehen...

                      Heute habe ich so gelebt- es war ein wunderschöner, ereignisreicher, erkenntnisreicher Tag.
                      Nicht eine Sekunde lang mag ich mehr viel planen- wozu?
                      Immer mehr spüre ich- es GIBT bereits einen Plan- nach dem lebe ich offenbar.
                      Wa ich heute brauche ist da.
                      Was ich morgen brauche wird da sein.

                      Nach unendlich vielen Bestätigungen zweifle ich einfach nicht mehr daran-
                      höre einfach in dich- dann wirst du es erfahren, was du zu tun hast.
                      Selbst NICHT vergeben ist wahrscheinlich richtig- wenn du das so spürst.

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