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Leben mit hoher Kurzsichtigkeit

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  • Leben mit hoher Kurzsichtigkeit

    Meine Kurzsichtigkeit begann mit 16 Jahren und ist heute 8 Jahre später zu -8 angestiegen. Jedes Jahr verschlechterten meine Augen sich. Als ich meine Augenärzte darauf ansprach, sagte er immer ich sei halt der typische Kurzsichtige, bis 30 wären Dioptrinzunahmen normal. Ich mach mir schon sehr viel Sorgen, dass es nicht stoppt, vorallem da ich im Internet über die degenerative Myopie gelesen habe, kann man irgendwie testen lassen, ob eine solche bei mir vorliegt?

    Ich habe ein krummer Sehnerv, auch darauf sagte der Augenarzt dies sei keine grosse Sache und nichts worüber man sich Sorgen machen muss, stimmt dass?

    Am meisten Angst machen mir aber die Augenkrankheiten, die hochgradig Kurzsichtigen sind da in allen wohl in der höchsten Risikogruppe. Ist es möglich für stark Kurzsichtige bis ins hohe Alter zu sehen? Ist es nicht höchstwahrscheinlich daran zu erkranken und es einfach eine Frage der Zeit ist? Wie stark muss ein Starkkurzsichtiger seine Kondition in der Zukunftsplanung beachten?
    Vielen Dank für allfällige Antworten


  • Re: Leben mit hoher Kurzsichtigkeit


    Ein Zuwachs von -1 Dioptrie pro Jahr ist schon etwas heftig, und wenn es jetzt bei -8 in etwa konstant bleiben würde, wäre das schon mal positiv zu sehen. Auch der Beginn erst mit Alter 16 ist ein gutes Zeichen. Wenn es sich mit Korrekturgläsern/-linsen nicht mehr zu einem üblichen Visus (mit guter Sicht) korrigieren lässt, so liegt bereits eine degenerative Myopie vor. Die entscheidende wichtigste Frage wäre also, ob aktuell ein (sehr) gutes korrigiertes Sehen räumlich und auf beiden Augen erreicht wird, was deiner Schilderung nicht zu entnehmen ist. Zudem würde ich jegliche Berufe und Hobbys, die sehr gutes Sehen oder sehr hohe körperliche Anstrengung erfordern, vermeiden (z.B. Uhrmacher, Außendienst, Spitzensport etc.). Da die Myopieneigung vererbt wird, ggf. bei der Partnerwahl auch darauf achten, dass der/die andere nicht davon betroffen ist.
    Du bist somit bereits "vorgewarnt", dass ständige Besuche beim Augenarzt (mindestens 1-2x pro Jahr ohne Beschwerden) erforderlich sind, dass die Netzhaut bei weiter Pupille kontrolliert wird und auch der Augeninnendruck gemessen wird. Zuletzt würde ich auch von den modernen Laser-OPs (Lasik etc.) abraten. Das Erkrankungsrisiko nimmt natürlich zu, jedoch auch das Bewusstsein für etwaige Begleitererkrankungen (z.B. Netzhautdefekte), die einen raschen Eingriff erfordern. Also sich mit dem Arzt etwas gut stellen, dass man auch bevorzugt und sofort behandelt wird.

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    • Re: Leben mit hoher Kurzsichtigkeit


      Guten Tag,
      es ist durchaus möglich, dass Sie als stark Kurzsichtiger bis ins hohe Alter gut sehen werden (mit Brille), es ist sogar viel wahrscheinlicher als dass Sie "blind" werden. Entscheidend für die Zukunfts-/Berufsplanung ist lediglich, dass Sie keinen Beruf ausüben können, bei dem Brillenlosigkeit erforderlich ist (z.B. Pilot), und dass Ihre Kinder - sofern es welche geben wird - auch ein Risiko tragen, eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln.
      Mit freundlichen Grüßen,
      PRiv.-doz. Dr. A. Liekfeld.

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      • Re: Leben mit hoher Kurzsichtigkeit


        Als Betroffene kann ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten.
        Bereits mit 7 habe ich meine erste Brille bekommen. Mit etwa 14 war ich bereits bei -7/-8 Dpt. Zu dieser Zeit musste die Netzhaut zum ersten Mal gelasert werden, was damals noch ein ziemliches Abenteuer war und nur im Universitätskrankenhaus gemacht werden konnte (heute hat ja beinahe jeder niedergelassene Augenarzt ein Laser in der Praxis). Von da an musste ich regelmäßig zur Netzhautuntersuchung, was nicht gerade angenehm, aber auch nicht wirklich schlimm ist.

        Ich bin immer gut mit den Brillen zurecht gekommen, meine zunehmende Kurzsichtigkeit (mit Hornhautverkrümmung) konnte durch die Brille gut ausgeglichen werden, ich kam immer auf 100%. Da die Brille inzwischen ein Teil von mir war, habe ich nie irgendwelche Einschränkungen gespürt.

        Mit Ende 30 hat sich langsam ein Grauer Star entwickelt. Es kommt wohl bei stark Kurzsichtigen häufig vor, dass dieser sich relativ früh entwickelt. Mit Anfang 40 war ich bei Werten von -16/-18 angekommen und nun musste der Graue Star operiert werden.

        Das war mein Glück, denn gleichzeitig wurde eine sehr großer Teil meiner Kurzsichtigkeit durch die implantierte Linse ausgeglichen, so dass ich heute nur noch -1,5/-1,75 habe. Die Kurzsichtigkeit hat sich leider nicht verändert. Aber die Werte sind so gut, dass ich sogar auch ohne Brille ganz passabel sehen kann.

        Heute habe ich eine Gleitsichtbrille und bin super glücklich mit dem Ergebnis. Auch heute muss ich noch regelmäßig zur Netzhautuntersuchung, denn die eigentliche Ursache der Kurzsichtigkeit (zu "langer" Augapfel) hat sich ja nicht verändert. Die implantierte Linse gleicht das nur im Auge aus (was vorher die Brille vor dem Auge gemacht hat).

        Alles in allem kann man mit einer Kurzsichtigkeit (auch mit einer starken) ein ganz normales Leben führen. Klar gibt es einige, damit verbundene Risiken. Aber die sind durch entsprechende Vorsorge gut im Griff zu halten. Ich fühlte mich und fühle mich nie wirklich eingeschränkt.

        Alles Gute für Dich

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        • Re: Leben mit hoher Kurzsichtigkeit


          Die Zunahme deiner Dioptrin ist schon ein wenig stark, aber sei versichert, man kann damit gut leben.
          Bei mir hatte es eher spät eingesetzt. Erst so mit 18. Damals waren es nur 0.75. Mit 30 war ich schon bei -5. Da es zum Glück ja kein rapider Verlust ist, gewöhnt man sich mit der Zeit dran.
          Meine Freundin hat mich zwar überredet mich mal beim Arzt bei http://www.smileeyes.de/infocenter/linsenchirurgie.php hier zu informieren über Laser und Linsenimplantate, aber ich bin noch skeptisch.
          Vielleicht wäre das ja für die eine Möglichkeit, um besser damit zurecht zu kommen.

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          • Re: Leben mit hoher Kurzsichtigkeit


            Guten Tag,
            ein Kurzsichtiger kann sehr gut auch bis ins hohe Alter sehend bleiben. Wie Sie jedoch richtig bemerkt haben, ist der Kurzsichtige mit einem höheren Risiko für viele andere Augenerkrankungen behaftet. Daher sind eine entsprechende regelmäßige augenärtzliche Kontrolle sowie ein sofortiger Augenarzt-Besuch bei Symptomen/ Beschwerden anzuraten.
            Der vermutlich "schräge" Sehnerveneintritt ist nichts Schlimmes, nur eine Beschreibung.
            Eine Testung, ob und bis wann bei Ihnen eine Kurzsichtigkeits-Fortentwicklung zu erwarten ist, existiert leider nicht.
            Mit freundlichen Grüßen,
            Priv.-Doz. Dr. A. Liekfeld.

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