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Erste Hilfe bei Herzinfarkt: Was hilft und was schadet
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist schnelle Hilfe überlebenswichtig. Bereits bei ersten Warnzeichen ist schnelles Handeln entscheidend. Zu den möglichen Symptomen zählen Brustschmerzen, ein starkes Druck- oder Engegefühl in der Brust, Übelkeit sowie ausstrahlende Schmerzen in Arme, Schultern, Bauch oder Unterkiefer.
Diese Bildergalerie zeigt, welche Maßnahmen bei einem Herzinfarkt sofort helfen und was eher schaden kann.
Erste Hilfe bei Herzinfarkt: Notruf (112) wählen
Die wichtigste Maßnahme bei Verdacht auf einen Herzinfarkt ist, den Notruf (112) zu wählen. Das gilt auch, wenn die Symptome unklar sind, denn nicht immer geht ein Herzinfarkt mit dem typischen Brustschmerz einher. Auf keinen Fall sollten Betroffene versuchen, alleine ins Krankenhaus zu fahren.
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Erste Hilfe bei Herzinfarkt ohne Bewusstlosigkeit
Ist die betroffene Person bei Bewusstsein, sollte ihr Oberkörper möglichst erhöht gelagert werden, um das Herz zu entlasten. Beengende Kleidungsstücke wie Krawatten, Hemden oder Gürtel öffnen, um die Atmung zu erleichtern. Ersthelfende sollten versuchen, möglichst ruhig zu bleiben und beruhigend auf die betroffene Person einzuwirken. Essen oder Trinken sollte vermieden werden, da dies bei einer plötzlichen Bewusstlosigkeit zur Erstickungsgefahr werden kann.
Notfallmedikamente als Erste Hilfe bei Herzinfarkt
Ist bei der betroffenen Person eine Herzerkrankung bekannt, hat sie möglicherweise ärztlich verordnete Notfallmedikamente wie ein Nitroglyzerinspray oder -kapseln bei sich. Ersthelfende sollten daher danach fragen und gegebenenfalls helfen, das Medikament zu verabreichen. Allerdings nur, wenn die Person auch bei Bewusstsein ist.
Erste Hilfe bei Herzinfarkt: ASS als Sofortmaßnahme
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt können 150 bis 300 Milligramm Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin) noch vor Eintreffen der Rettungskräfte gekaut werden, sofern keine Unverträglichkeit oder schwere Blutungen bekannt sind. Voraussetzung ist, dass die betroffene Person bei Bewusstsein ist. ASS wirkt blutverdünnend. Durch das Kauen wird der Wirkstoff schneller über die Mundschleimhaut aufgenommen und kann rascher wirken. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac sind ungeeignet und können den Verlauf negativ beeinflussen.
Herzinfarkt: Betroffene niemals alleine lassen
Ersthelfende sollten Menschen mit einem Herzinfarkt niemals alleine lassen. Das Risiko ist zu groß, dass die betroffene Person plötzlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet und die Wiederbelebungsmaßnahmen nicht rechtzeitig eingeleitet werden können.
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Erste Hilfe bei Herzinfarkt bei Bewusstlosigkeit
Verliert eine Person mit einem Herzinfarkt das Bewusstsein, liegt womöglich ein Herzstillstand vor. Ist sie nicht ansprechbar und bewegt sich der Brustkorb nicht, sind deshalb unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen nötig. Achtung: Röcheln oder einzelne Atemzüge bedeuten nicht, dass die Person normal atmet. Auch dann ist eine Reanimation nötig.
Erste Hilfe bei Herzinfarkt: Herzdruckmassage
Die wichtigste Wiederbelebungsmaßnahme ist die Herzdruckmassage. Dafür eine Hand auf die Mitte des Brustkorbs legen und die zweite auf den Handrücken der ersten. Mit gestreckten Armen das Brustbein 5 bis 6 Zentimeter tief in Richtung Wirbelsäule drücken, etwa 100- bis 120-mal pro Minute, zum Beispiel im Takt des Liedes "Stayin’ Alive" von den Bee Gees. Nach jedem Druck sollte der Brustkorb vollständig entlastet werden, ohne die Hände vom Brustbein zu nehmen. Die Herzdruckmassage wird fortgesetzt, bis das Rettungsteam eintrifft.
Warum keine Mund-zu-Mund-Beatmung bei Herzinfarkt?
Für Laien ist die durchgehende Herzdruckmassage ausreichend. Sie hält den Kreislauf aufrecht und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff. Unterbrechungen durch Beatmung können die Wirksamkeit der Wiederbelebung verringern. Fachleute empfehlen Laien daher, auf die Atemspende zu verzichten und die Beatmung den Fachleuten zu überlassen.
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Erste Hilfe bei Herzinfarkt: Defibrillator
Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) in der Nähe, sollte er bei Betroffenen mit Herzstillstand so schnell wie möglich eingesetzt werden. Die Herzdruckmassage hält zwar den Blutfluss zum Gehirn aufrecht, bei Kammerflimmern kann jedoch nur ein Stromstoß durch den AED den gefährlichen Herzrhythmus beenden. Während eine Person die Herzdruckmassage fortführt, kann eine zweite den AED holen. Nach dem Einschalten gibt das Gerät klare Sprachanweisungen, die Schritt für Schritt befolgt werden müssen. Die Herzdruckmassage darf nur unterbrochen werden, wenn der AED ausdrücklich dazu auffordert.
Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist schnelle Hilfe überlebenswichtig. Bereits bei ersten Warnzeichen ist schnelles Handeln entscheidend. Zu den möglichen Symptomen zählen Brustschmerzen, ein starkes Druck- oder Engegefühl in der Brust, Übelkeit sowie ausstrahlende Schmerzen in Arme, Schultern, Bauch oder Unterkiefer.
Diese Bildergalerie zeigt, welche Maßnahmen bei einem Herzinfarkt sofort helfen und was eher schaden kann.
- Online-Informationen des Deutschen Roten Kreuzes: Herzinfarkt: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/herzinfarkt/ (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der Deutschen Herzstiftung e. V.: Richtiges Verhalten bei Herzinfarkt und Herzstillstand: https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinfarkt/erste-hilfe (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der Stiftung Gesundheitswissen: Was tun bei Verdacht auf Herzinfarkt? https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/koronare-herzkrankheit/herzinfarkt (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e. V.: Akutes Koronarsyndrom. Leitlinien für das Management des akuten Koronarsyndroms: https://leitlinien.dgk.org/files/18_2023_pocket_leitlinien_akutes_koronarsyndrom_acs.pdf (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der MedTriX AG: ASS: Lebensretter bei Herzinfarkt: https://medical-tribune.ch/news/medizin/4000121514/ass-lebensretter-bei-herzinfarkt/ (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen von Springer nature: Self-administration of aspirin for acute chest pain – does it prevent premature cardiovascular mortality? https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-024-02471-w (Abruf: 02/2026)
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