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Borderline-Typen: Diese 8 Erscheinungsformen gibt es
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung, kurz BPS, gehört zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Sie ist durch ein vielschichtiges Beschwerdebild gekennzeichnet, das sich von Person zu Person deutlich unterscheiden kann.
In der medizinischen Klassifikation, etwa nach ICD-10, wird die emotional instabile Persönlichkeitsstörung in zwei Formen unterteilt: einen impulsiven Typ und den sogenannten Borderline-Typ. Diese Einteilung dient vor allem der diagnostischen Orientierung.
Darüber hinaus beschreiben einige Fachleute weitere Subtypen. Diese sind zwar nicht offiziell anerkannt, können aber helfen, unterschiedliche Ausprägungen der Erkrankung besser zu verstehen.
Wichtig ist: Die Grenzen zwischen diesen Subtypen sind fließend. Viele Betroffene zeigen Merkmale mehrerer Formen gleichzeitig. Die folgenden Beispiele geben einen Überblick über häufig beschriebene Borderline-Typen und ihre möglichen Muster.
Formen: Der Borderline-Typ
Der Borderline-Typ beschreibt die Form der Borderline-Persönlichkeitsstörung, bei der typische Merkmale besonders im Vordergrund stehen. Dazu zählen starke emotionale Schwankungen, ein instabiles Selbstbild und intensive, oft wechselhafte Beziehungen zwischen Idealisierung und Enttäuschung. Auch eine ausgeprägte Angst vor Zurückweisung kann eine Rolle spielen.
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Borderline-Typen: Der impulsive Typ
Beim impulsiven Borderline-Typ handeln Betroffene häufig schnell und spontan, besonders unter innerer Anspannung. Entscheidungen werden oft unmittelbar getroffen, ohne innezuhalten oder mögliche Folgen ausreichend zu bedenken. Typisch ist, dass Emotionen direkt in Handlungen übergehen. Dadurch kann es leichter zu Konflikten kommen, etwa durch impulsive Reaktionen im Umgang mit anderen.
Borderline-Typen: Der affektive Typ
Beim affektiven Borderline-Typ stehen starke und schwer regulierbare Gefühle im Vordergrund. Betroffene erleben Emotionen oft besonders intensiv und wechselhaft. Ihre Stimmung kann sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern und auch vergleichsweise kleine Auslöser können sehr starke emotionale Reaktionen hervorrufen. Der Leidensdruck ist dabei häufig hoch, selbst wenn dies für Außenstehende nicht immer erkennbar ist. Die ausgeprägte emotionale Instabilität kann den Alltag und zwischenmenschliche Beziehungen erheblich belasten.
Borderline-Typen: Der stille Typ
Beim sogenannten stillen Borderline-Typ richten sich belastende Gefühle wie Wut, Angst oder Enttäuschung eher nach innen. Nach außen wirken Betroffene häufig angepasst oder unauffällig. Innerlich besteht jedoch oft ein hoher Leidensdruck, der sich unter anderem durch Selbstzweifel, Schuldgefühle und sozialen Rückzug äußern kann.
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Borderline-Typen: Der abhängige Typ
Beim abhängigen Borderline-Typ steht ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Bestätigung im Vordergrund. Gleichzeitig liegt oft eine ausgeprägte Angst vor Zurückweisung oder Verlassenwerden vor. Betroffene fühlen sich im Selbstwert oft unsicher und passen sich anderen stark an, um Konflikte zu vermeiden. Eigene Bedürfnisse werden dabei häufig zurückgestellt, was den Leidensdruck der Betroffenen zusätzlich erhöhen kann.
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Borderline-Typen: Der gereizte Typ
Einige Fachleute beschreiben zudem den gereizten Borderline-Typ. Betroffene reagieren besonders empfindlich auf Frustration und zeigen eine erhöhte Reizbarkeit. Sie fühlen sich schnell missverstanden oder zurückgewiesen. In der Folge kommt es häufiger zu Konflikten oder starken emotionalen Reaktionen im Umgang mit anderen. Hinter diesen Reaktionen stehen häufig eine hohe innere Anspannung und eine ausgeprägte emotionale Verletzlichkeit.
Borderline-Typen: Der selbstschädigende Typ
Vom selbstschädigenden Borderline-Typ sprechen Fachleute, wenn es zu selbstverletzendem Verhalten kommt. Dazu zählen zum Beispiel absichtliche Verletzungen der Haut ("Ritzen"), riskanter Substanzkonsum oder anderes Verhalten, das die eigene Gesundheit gefährden kann. Meist greifen Betroffene zu solchen Verhaltensweisen, um starke innere Anspannung oder belastende Gefühle zu lindern oder um überhaupt wieder etwas zu spüren. Solche Symptome sollten immer ernst genommen und fachlich abgeklärt werden.
Borderline-Typen: Der leer-fühlende Typ
Beim leer-fühlenden Typ steht ein anhaltendes Gefühl innerer Leere im Vordergrund. Betroffene beschreiben häufig, sich innerlich abgestumpft oder von sich selbst abgeschnitten zu fühlen. Dieses Erleben kann sehr belastend sein und mit Unsicherheit über die eigene Identität einhergehen. Manche Betroffene suchen gezielt nach intensiven Erfahrungen, um dieses Gefühl vorübergehend zu durchbrechen.
Hilfe bei Borderline
Der Leidensdruck bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist meist sehr hoch. Wer einige der beschriebenen Symptome bei sich wiedererkennt, sollte sich daher nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Inzwischen gibt es spezialisierte psychotherapeutische Ansätze, die bei vielen Betroffenen gut helfen. Erste Anlaufstelle ist meist die hausärztliche Praxis, von wo eine Überweisung erfolgen kann.
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Die Borderline-Persönlichkeitsstörung, kurz BPS, gehört zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Sie ist durch ein vielschichtiges Beschwerdebild gekennzeichnet, das sich von Person zu Person deutlich unterscheiden kann.
In der medizinischen Klassifikation, etwa nach ICD-10, wird die emotional instabile Persönlichkeitsstörung in zwei Formen unterteilt: einen impulsiven Typ und den sogenannten Borderline-Typ. Diese Einteilung dient vor allem der diagnostischen Orientierung.
Darüber hinaus beschreiben einige Fachleute weitere Subtypen. Diese sind zwar nicht offiziell anerkannt, können aber helfen, unterschiedliche Ausprägungen der Erkrankung besser zu verstehen.
Wichtig ist: Die Grenzen zwischen diesen Subtypen sind fließend. Viele Betroffene zeigen Merkmale mehrerer Formen gleichzeitig. Die folgenden Beispiele geben einen Überblick über häufig beschriebene Borderline-Typen und ihre möglichen Muster.
- Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit:F60.31: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ: https://gesund.bund.de/icd-code-suche/f60-31 (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen des National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Borderline personality disorder: recognition and management: https://www.nice.org.uk/guidance/cg78 (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen von MSD Manual: Borderline Personality Disorder (BPD): https://www.msdmanuals.com/professional/psychiatric-disorders/personality-disorders/borderline-personality-disorder-bpd (Abruf: 04/2026)
- Triantafyllou, A.; et al.: Unveiling the Layers of Borderline Personality Disorder: A Systematic Review of Clinical Subtypes. Behav. Sci. Vol. 15, Iss. 928: https://doi.org/10.3390/bs15070928 (Stand: 04/2025; Abruf: 04/2026)
- Leichsenring, F. et al.: Borderline personality disorder: a comprehensive review of diagnosis and clinical presentation, etiology, treatment, and current controversies. World Psychiatry, Vol. 23, Iss. 1, pp. 4-25: https://www.researchgate.net/publication/377372186_Borderline_personality_disorder_a_comprehensive_review_of_diagnosis_and_clinical_presentation_etiology_treatment_and_current_controversies (Stand: 01/2024; Abruf: 04/2026)
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