Das Bild zeigt spielende Kinder mit ihren Eltern auf einem Waldweg.
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Bewegung im Alltag

Kinder haben einen natürlichen Drang sich zu bewegen. Allein daran ist bereits zu erkennen, dass Bewegung wichtig für die Entwicklung des Kindes ist und darum unter allen Umständen unterstützt werden sollte.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Allgemeines

Dabei muss nicht immer aktiv mit dem Kind gespielt werden. Mit ein bisschen Fantasie ist es nicht schwer, Bewegungsspiele in den Alltag einzubauen oder Kinder zum Spielen anzuregen. Klassiker wie Seilspringen, Hüpfekästchen, Fangen oder Verstecken kommen dabei nie aus der Mode. Und Außerplanmäßiges, wie Schnitzeljagden oder Ausflüge mit der ganzen Familie, bringt Spaß und fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Bewegungsdrang

Gerade in der heutigen Zeit verbringen Kinder zu viele Stunden unbewegt. Anstatt sie zum Spielen anzuregen oder ihren Bewegungsdrang zu fördern, ist es oftmals leichter, ein Kind beim “Babysitter“ Fernseher abzugeben. Dabei ist Spielen für die Entwicklung der motorischen, geistigen und sozialen Fähigkeiten außerordentlich wichtig.

Ein Kind, das nicht spielen darf, verkümmert.

Auch wenn es im Alltag oft so scheint, dass für die mehreren Stunden Bewegung pro Tag, die ein Kind benötigt, einfach keine Zeit mehr bleibt: Mit ein bisschen Elan können kleinere und größere Kinder ganz leicht spielerisch in den Alltag eingebunden werden. Die Bewegungsentwicklung hängt eng mit der Entwicklung von Intelligenz und Selbstständigkeit zusammen. Kinder, deren Eigenaktivität gefördert wird, schneiden auch in Intelligenztests besser ab.

Lernen durch Bewegung fördern

Lernen kann man durch Bewegung fördern. Jedes Kind hat einen anderen Charakter und somit auch ein anderes Bewegungsbedürfnis. Während einige Kinder am liebsten den ganzen Tag draußen herumtollen würden, sind andere eher die ruhigen Vertreter, die von Natur aus weniger Bewegung benötigen.

Einige Kinder mögen es, Anregungen von außen zu bekommen. Bewegungsspiele sind hervorragend geeignet, um sie hierbei zu unterstützen und um gemeinsam etwas mit ihnen zu unternehmen. Selbst alltägliche Bewegungsabläufe, welche auf den ersten Blick für das Kind langweilig erscheinen mögen, können – als Spiel verpackt – interessant werden und die Entwicklung des Kindes fördern. So kann das Wäscheaufhängen zum Beispiel schnell zum kurzweiligen Suchspiel nach der zweiten Socke werden.

Zudem können auch neue Variationen bekannter Bewegungsspiele die Entwicklung des Kindes anregen. Eltern sollten jedoch darauf achten, die Anforderungen an die Bewegungsfähigkeit ihres Kindes nicht zu hochzusetzen, da dieses ansonsten rasch das Interesse verlieren könnte.

Bewegungsspiele

Bewegungsspiele können ganz leicht in den Alltag eingebaut werden. Hat man erst einmal angefangen, entwickeln sich neue Spielideen plötzlich ganz von selbst. Der Fantasie von Eltern und Kind sind keine Grenzen gesetzt.

 

 

 

Wäscheaufhängen

Lassen Sie Ihr Kind dabei helfen, die Wäsche aufzuhängen, auch wenn das am Anfang holprig ausfällt. Übung macht den Meister, und wenn sie es einfach machen lassen, verliert es auch nicht den Spaß an der Sache.

Beim Wäscheaufhängen können Sie es zum Beispiel zur Aufgabe machen, die passenden Socken zu finden, so lange, bis keine mehr übrig sind. Dabei finden Kinder schnell neue Kategorien, nach denen man die Wäsche ordnen könnte. Lange oder kurze Kleidungsstücke oder Sachen, die der Mutter, dem Vater oder den Geschwistern gehören.

 

 

 

Treppensteigen

Anstatt die Treppe einfach hinauf oder hinunter zu gehen, kann man auch von Stufe zu Stufe springen. So kann man gleich ein kleines Fitness-Programm absolvieren. Kleine Wettbewerbe machen Spaß: Wer schafft es, vier, fünf oder mehr Stufen lang hintereinander zu hüpfen?

Als Variation und je nach Alter des Kindes kann man mal auf dem einen, mal auf dem anderen Bein hüpfen oder mit beiden Beinen gleichzeitig. Welche Möglichkeiten fallen Ihnen und Ihrem Kind noch ein?

 

 

 

Flurhockey

Mit einem Tennisball und Kochlöffeln, Regenschirmen oder Ähnlichem kann man leicht ein Hockey-Match ausführen! Pappkartons an jedem Ende sind das Tor – gar nicht so leicht, den Ball über den Boden ins Ziel zu bringen.

Im Slalom durch die Wohnung

Mithilfe von Papprollen von Haushalts- oder Toilettenpapier kann eine einfache Slalometappe hergestellt werden und schon geht es im Slalom durch die Wohnung: Die Rollen werden dabei senkrecht auf den Boden wie ein Parcours angeordnet. Das Kind muss nun versuchen, die Rollen im Slalom zu umgehen, ohne eine der Rollen zu berühren. Als Steigerung kann ein kleiner Ball hinzugenommen werden, den das Kind ohne Berührung mit Hand oder Fuß durch den Parcours befördern muss. Dieses Spiel fördert die Raumorientierung und -wahrnehmung des Kinds.

Wollknäuel-Labyrinth

Zur Förderung der Raumwahrnehmung kann ein einfachesWollknäuel-Labyrinth helfen: Mit verschiedenfarbigen Wollfäden legen die Eltern in der Wohnung Wege nach. Nun müssen die Kinder den Weg einer bestimmten Farbe nachgehen. Am Ende erwartet es eine kleine Überraschung.

Hochwasser

Wie könnte man trockenen Fußes durch die Wohnung gelangen, wenn die Waschmaschine ausgelaufen wäre? Rein hypothetisch natürlich. Ganz klar, Bierdeckel oder Papier können trockene Stellen darstellen. Jeder bekommt zehn Stück davon und muss diese nun günstig legen, um etwa vom Bad in die Küche zu kommen oder umgekehrt. Wer mag, kann anderen natürlich gern mit “trockenen Stellen“ aushelfen.

 

 

 

Balancespiele

Lassen Sie Ihr Kind möglichst häufig an Mauern, auf Möbelstücken oder an anderen Gegenständen hochklettern und wieder herunterspringen. Ihr Kind wird Ihnen sagen, bei welcher Sprunghöhe es sich noch sicher genug fühlt, um auf beiden Füßen zu landen. Ansonsten sichern Sie es ab.

Lustig ist auch, auf alle möglichen Arten zu gehen: Auf nackten Zehenspitzen, den Innen- und Außenkanten der Füße, watschelnd in der Hocke oder hüpfend. Mit einiger Wahrscheinlichkeit werden Sie und Ihr Kind eine Menge Spaß miteinander haben.

  • Der Storch: Alle stehen auf einem Bein. Die Hände beschreiben vor dem Körper die Schnappbewegungen eines langen Schnabels.
  • Der Ägypter: Wieder stehen alle auf einem Bein, doch werden die Hände nun über dem Kopf wie zum Beten gefaltet.
  • Ballett: Alle stehen so lange es geht auf den nackten Zehen.

Zudem können Kinderfahrzeuge wie Lauf- und Fahrräder die Balance trainieren.