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psychisch bedingter Kreislaufzusammenbruch

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  • psychisch bedingter Kreislaufzusammenbruch

    Hallo,
    ich bin ein 18-jähriger Schüler und habe schon seit längerem Probleme damit bestimmte „Dinge“ rund um die Anatomie zu sehen. Besonders bei Adern und Knochen/Knorpeln wird mir sehr schnell sehr schlecht und mein Kreislauf fährt generell stark herunter (im Biologieunterricht in der Schule ist es vor einiger Jahren sogar zum kompletten Kreislaufzusammenbruch gekommen; danach/davor war ich schon öfter kurz davor). Sobald ich mit Dingen wie Blutabnahme, stark hervorstehenden Schlüsselbeinen, Adern oder Köcheln konfrontiert werde, treten je nach aktueller Gemütslage (je aufgeregter desto schneller und stärker) folgende Symptome auf:
    1. Allgemeines starkes Unwohlsein
    2. Ich sehe schlechter (mir wird langsam schwarz vor Augen bzw. ich sehe nur noch verschwommen und „verzögert“)
    3. Ich höre langsam schlechter (gedämpfter)
    4. Mir wird langsam übel
    5. Ich werde sehr nervös (ich muss dann kritische Stellen an meinem eigenen Körper bedecken (Handgelenke, Knöchel, Schlüsselbeine, etc…); außerdem verstärkt die Nervosität natürlich die anderen Symptome umso mehr)
    6. Mir wird kühl, aber ich schwitze leicht
    7. Ich kann nur schwer an etwas anderes denken (mir fallen in allen Gedanken verstärkt Dinge auf die der Auslöser für den Kreislaufzusammenbruch waren oder ich assoziiere vollkommen Gegenteilige Dinge damit (à sprich z.B. die Blutgefäße), was natürlich zu einem Teufelskreis führt)
    Einen endgültigen Zusammenbruch kann ich nur verhindern, wenn ich die Situation so schnell wie möglich (am besten an die frische Luft) verlasse und abgelenkt werde. Was ich daran komisch finde ist, dass mir Blut an sich keinerlei Probleme bereitet, wie es ja bei vielen anderen Menschen der Fall ist. Außerdem hängt das Reagieren auf die Reize und die Stärke der Reaktion, wie bereits erwähnt, stark von meinem Zustand ab (je nervöser, desto schneller werde ich getriggered), was aber zum Glück auch dazu führt, dass ich im Alltag nur selten Probleme damit habe und ich in den oben beschriebenen Teufelskreis gelange. In Situationen wie kurz vor Prüfungen oder so ist es dann allerdings schon wahrscheinlicher, dass mir bei einem stark hervorstehenden Schlüsselbein z.B. schlecht wird. Besonders „Angst“ habe ich allerdings vor Blutabnahmen beim Arzt. Mir wurde schon ewig keines mehr abgenommen, aber alleine der Gedanke daran verursacht schon obige Symptome, da ich ja weiß, dass ich aufgeregt sein werde und solche Situationen zudem nicht „ertragen“ kann. Ich habe diese Probleme schon länger (bzw. immer), kann mir aber nicht erklären warum. Ich hatte nie Angst vor einem Arztbesuch, obwohl ich als Kind öfter im Krankenhaus war. Auch Spritzen in den Oberarm beim Impfen z.B. stellen kein besonderes Problem dar und Organe an sich auch nur bedingt(wenn mit Blutgefäßen überzogen), eben nur Adern und Knochen/ Knorpel.
    Mich würde interessieren wie ich besser damit umgehen kann oder ob das vielleicht auf ein bestimmtes psychologisches Phänomen rückführbar ist, da ich allgemein im Internet wenig auf diese spezifische Problematik gefunden habe. Sich dem Problem stellen funktioniert auch eher weniger, da es eben teilweise bis zur Bewusstlosigkeit führen kann und das Gefühl nicht Angst ist (und auch nicht wirklich Ekel), es ist eigentlich kein Gefühl, es ist eher eine sofortige, unkontrollierbare Reaktion auf einen Reiz.
    Falls es jemand bis hierhin geschafft hat, hoffe ich natürlich auf Tipps um damit besser klar zu kommen. Vielen Dank im Voraus!

    Viele Grüße
    Dan


  • Re: psychisch bedingter Kreislaufzusammenbruch

    "hoffe ich natürlich auf Tipps um damit besser klar zu kommen."

    Das Problem haben oft angehende Medizinstudenten oder Krankenschwestern am Anfang ihrer Ausbildung.

    Aber diese "Überempfindlichkeit" mit den beschriebenen Kreislaufreaktionen lässt sich recht gut über eine stufenweise Gewöhnung zum Verschwinden bringen.

    In Ihrem Fall sind es offenbar besonders hervorstechende anatomische Gebilde - wie Gefäße, Knochenvorsprünge, vielleicht auch Gelenke.

    Da wäre z.B. sinnvoll, sich einen Stauschlauch am Arm zu befestigen und zuzusehen, wie die Venen anschwellen. Diese Prozedur dann immer mehr steigern.


    Vielleicht haben Sie Gelegenheit, ein menschliches Skelett aus dem Biologieunterricht sich intensiv anzuschauen. Die Knochenvorsprünge, die Clavikula und die Gelenke zu betasten und auch diesen Vorgang oft zu wiederholen.

    Das wäre das taktil-emotionale Herangehen.

    Die andere Variante ist der kognitive Weg > sich intensiv mit mit der Anatomie und den Funktionen zu beschäftigen.
    Die langsam entstehende Faszination bezüglich der einzigartigen Art und Weise wie die Natur das Wunder Mensch im Lauf der Jahrtausende gestaltet hat, überdeckt dann die aversive Abwehr mit ihren Folgen.

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