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Blasenkarzinom - Stauniere

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  • Blasenkarzinom - Stauniere

    Guten Tag Herr Prof. Wust,

    eine Freundin von mir (sie ist 42J. alt) hat ein Blasenkarzinom und wurde vor 3 Monaten operiert (Ausschabung). Jetzt macht sie BCG, die erhebliche Nebenwirkungen und Schmerzen verursacht, weshalb sie überlegt, die Behandlung abzubrechen. Sie kann nach der Behandlung nicht mehr laufen, kaum noch atmen, es dauert bis zu einer Woche bis sich die Schmerzen bessern. Zusätzlich hat sie Schmerzen in der Brust, die Leber ist geschwollen und schmerzt etc. Meine erste Frage – in welchem Maße sind Nebenwirkungen noch normal zu nennen und wo ist die Grenze erreicht, wo man den eigenen Körper nicht mehr nur zu einer Reaktion stimuliert, sondern übermäßig belastet?

    Außerdem wurde eine Stauniere festgestellt, sie leistet nur noch 25%. Der Urologe, der sie behandelt hat, wollte ein "Durchstoßen" des Harnleiters machen , da er ihr aber eine Betäubung verweigert hat (also wirklich verweigert, ohne Begründung!), hat sie es nicht machen lassen. Die anderen Ärzte wollten eigentlich schon gleich aufschneiden und nachschauen, aber sie hat gehofft, daß sich der Stau von alleine bessert. Nach einer weiteren Untersuchung in der Klinik weiß man jetzt immer noch nicht, woher der Harnstau kommt, es scheint kein vernarbtes Gewebe von der OP zu sein. Sie hat natürlich Angst, das sich der Krebs auf den Harnleiter ausgeweitet hat.

    Jetzt sucht sie sich erstmal eine andere Klinik, aber wir möchten gerne mehr Informationen zu den möglichen Diagnoseverfahren und Therapien. Es ist ihr sehr wichtig, von den Ärzten informiert und aufgeklärt zu werden, was bislang eben leider garnicht der Fall war. Können Sie uns Ansprechpartner, Publikationen etc. nennen, die hilfreich sein könnten, neue Diagnose/Behandlungsmethoden, Kliniken, die über viel Erfahrung oder ausgeprägte Forschung verfügen? Sie hat im übrigen eine medizinische Vorbildung, es können also auch Fachinformationen sein (sofern sie auch für Nicht-Mediziner zugängig sind, was viele Internet-Angebote nicht sind)

    Vielen Dank, daß Sie sich die Zeit nehmen, all diese Fragen zu beantworten!
    Schöne Grüße aus Hamburg,
    Marie

  • RE: Blasenkarzinom - Stauniere


    Die BCG-Therapie wird ja nur eine Zeit lang durchgeführt. Wenn sie sehr schlecht vertragen wird, sollte man es bei einigen Kursen belassen, obwohl die Ergebnisse bei einer Erhaltungstherapie besser sind.
    Wichtiger erscheint mir aber die Abklärung der Nierenstauung. Mindestens ein CT (MRT) sollte man hier durchführen. In Verbindung mit Zystoskopie sollte man die Ursache finden (leider muß man an eine Tumorprogression denken). Wenn Tumor festgestellt wird, muß man ohnehin neu planen. Dann entsteht die Frage nach radikaler Op oder Radiochemotherapie. Besorgen Sie sich das Heft 9 (Band 8), September 2002 „Der Onkologe“ über das Blasenkarzinom: siehe www.DerOnkologe.de.

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