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An Prof Wust

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  • An Prof Wust

    Sehr geehrter Herr Prof Wust,

    Sie haben auf einen Beitrag von Frau oder Herr *Wamserrane* folgendes geschrieben:

    Machen Sie aber deutlich,dass das alter der entscheidende Risikofaktor ist,an Krebs zu erkranken.

    Das stimmt doch nun wirklich nicht und es wundert mich das Sie als Onkologe so etwas behaupten.
    Es ist doch gerade so das immer mehr jüngere Patienten an Krebs erkranken.
    Für mich ist die Umweltverschmutzung der entscheidende Risikofaktor auch wenn das viele nicht war haben wollen!
    Ein weiterer wesentlicher Risikofaktor ist die Ernährung.
    Von Jahr zu Jahr erkranken immer mehr Menschen an Karzinomen der Verdaungswege.
    Erschreckend dabei ist vor allem die Zunahme der Erkrankungen bei Speiseröhrenkrebs,Mundhöhlenkrebs und Rachenkrebs.Und es ist keineswegs so das daran nur alte Menschen sterben sondern mitlerweile auch 30 Jährige die noch dazu nie geraucht und getrunken haben!
    Es wäre schön wenn das alter der entscheidende Risiokfaktor wäre.Leider ist dies aber nicht der Fall.
    In ein paar Jahren wird Krebs die Todesursache Nr 1 sein.Das sollte uns allen arg zu denken geben.


  • RE: An Prof Wust


    Da kann ich nur zustimmmen.
    2 Freunde der Familie nie geraucht, kein Alkohol , sportlich aktiv, beruflich erfolgreich also mitten im Leben (38 Jahre und 45 Jahre ) beide an einem HNO Tumor erkrankt. Weit entfernt von der angeblichen Risikogruppe ! Die Antwort kann nur in der Umwelt bzw. Ernährung zu finden sein.

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    • RE: An Prof Wust


      Als Onkologe kenne ich vor allem die Fakten. Empfehle die Zusammenstellung des Robert-Koch Instituts www.rki.de/KREBS. Interessant ist auch die Zusammenstellung im deVita, besonders s. 242ff. Dem ist zunächst zu entnehmen, wie schwer überhaupt eine Aussage zur Krebsinzidenz ist, wenn man kein zuverlässiges Krebsregister hat. Die vorliegenden Daten weisen keineswegs eine (alterskorrigierte) Zunahme der Krebsinzidenz aus. Im Gegenteil, die Gesamtrate sinkt in den USA seit ca 30 Jahren (s. DeVita). Natürlich steigen bestimmte Arten (z.B. Kolokarzinom), andere sinken kontinuierlich (z.B. Magenkarzinom). Die Ursachen sind teilweise bekannt oder zumindest wahrscheinlich: neben Rauchen und Alkohol sind es Faktoren, die den Lebensstil betreffen („Life Style“ Faktoren). Beim Kolonkarzinom wird die Ernährung (vor allem zu fettreich) eine Rolle spielen (möglicherweise auch beim Mammakarzinom). Trotzdem besteht eine starke dispositionelle Komponente. Den Einfluß der Umwelt kann man nicht ausschließen, das ist aber leider sehr stark ideologisch angehaucht. Umwelt und Lebensstil sind außerdem schwer zu trennen. Es gibt zwar einzelne (vor allem berufliche) Substanzen (z.B. Asbest, Radon), wo ein Zusammenhang nachgewiesen wurde. Der Rest ist reine Spekulation.
      Die Inzidenz bei jüngeren Patienten ist sehr gering (s. RKI). Die absolute Zunahme liegt tatsächlich an der Verschiebung der Alterspyramide (die ist ja nun nicht zu leugnen). Ausnahmen gibt es natürlich immer. Sie müssen doch wissen, dass man aus Kasuistiken keine Verallgemeinerungen herleiten kann.
      Ansonsten ist das Thema zu komplex, um es so kurz in einem solchen Forum abzuhandeln.

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