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Chemo abbrechen???

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  • Chemo abbrechen???

    Sehr geehrter D. Hennesser,

    bei meinem Mann wurde im November ein Enddarmtumor festgestellt. T3-4, N0, L0,
    Er bekam ein Ileostoma gelegt und danach folgte eine neoadjuvante Therapie mit 28 Bestrahlungen - kombiniert mit Chemo in der 1. und 5. Woche.

    Am 10. März konnte der verkleinerte Tumor entfernt werden. Im Gewebe und in den gefundenen Lymphen wurde kein Befall festgestellt.

    Bereits im Dezember wurden wir von dem Onkologen aufgeklärt, dass nach der OP noch 4 Zyklen Chemo 5-FU folgen würden, den ersten Zyklus hat mein Mann in der letzten Woche bekommen. Er bekommt die Chemo über einen Port verabreicht.

    Vor diesem ersten Zyklus fragte der Onkologe meinen Mann jedoch, warum er sich so viel Chemo antun wollte, es würde seine Chancen kein Rezidiv zu bekommen ohnehin nur um 4 % erhöhen.
    Jetzt sagt mein Mann, er würde nur noch einen Zyklus mitmachen (also in 2 Wochen), danach wird er die Chemotherapie abbrechen und den Port rausnehmen lassen.

    Mich irritiert das sehr und mich würde Ihere Meinung gerne dazu wissen.

    Mit freundlichen Grüßen
    KirGün


  • Re: Chemo abbrechen???


    Das ist in der Tat eine verwirrende Aussage. Es ist richtig, daß Ihr Mann mit der Bestrahlung und der Chemo vor der OP sicherlich den wichtigsten Teil hinter sich hat. Andererseits ist eine 5-FU-Therapie meist keine große Belastung und eine Steigerung von hier 72 auf 76 % (nie mehr etwas mit dem Tumor zu tun zu haben) würde mich persönlich bei einer starken Chemotherapie auch zur Zurückhaltung veranlassen, nicht jedoch bei 5-FU. Außerdem muß man wissen, daß ein Wiederauftreten des Tumors, meist in Form von Lungen-oder Lebermetastasen, in der Regel Unheilbarkeit bedeutet. Da lohnt sich m.E. auch eine Verbesserung um 4 %.

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    • Re: Chemo abbrechen???


      Vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort!

      Ich lese immer wieder, dass die Anwendung von 5-FU unterschiedelich, also vermutlich individuell verabreicht wird. Solle mein Mann die Chemo dennoch weiter fortsetzen, könnte man bei gleicher Wirksamkeit die Spanne zwischen den Zyklen von drei auf 5 oder 6 Wochen erhöhen?
      Hintergrund ist, das mein Mann gleichfalls Parkinson-Patient ist und ihm im Moment alles zuviel wird.

      Mit freundlichen Grüßen

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      • Re: Chemo abbrechen???


        Das 4-Wochen-Intervall ist Standard beim Rektumkarzinom und nur in besonderen Ausnahmefällen kann man davon abweichen. Man weiß dann aber nicht, wie stark die Wirksamkeit dadurch vermindert wird.

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