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Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

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  • Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

    Hallo liebe Community, in letzter Zeit mache ich mir wieder sehr häufig Gedanken zu folgendem Thema: Augeninnendruck und Augenerkrankungen. Ich hoffe, ich kann diese lästigen Ängste vor schwerwiegenden Krankheiten im Auge endlich ablegen, deshalb hoffe ich hier nochmals eine genaue Antwort auf meine offenen Fragen. Vielen Dank schon mal hierfür. Zu meinen bisherigen Erfahrungen/Ärztebesuchen und meiner gesundheitlichen Vorgeschichte: Ich bin nun 25 Jahre alt, habe seit meiner Kindheit (Geburt) auf dem linken Auge eine Sehschwäche, mit einer derzeitigen Sehleistung von etwa 30-50% links. Das rechte Auge ist komplett ohne Sehschwäche. Allgemein bin ich weitsichtig (Links 6 Dioptrien rechts 3,5 Dioptrien) und habe auf beiden Augen eine Hornhautverkrümmung (links stark, rechts nicht so stark). Zu meinem eigentlichen Problem: Ich hatte vor etwa 2 Jahren „komische Phänomene“ an meinen Augen, vorallem dem linken, entdeckt. Diese äußerten sich durch Sehen von Lichtkränzen um helle Lichtquellen, unterschiedliches Sehen, wenn ich jeweils ein Auge komplett abdecke, etc. Mit meinen „komischen Phänomenen“ bin ich im Internet auf Recherche gegangen, an was dies denn so liegen kann und bin über zahlreiche Foren, Internetartikel, … stark verunsichert worden (vor allem Glaukom). Da ich mich selbst in diese Theorie, an einem Glaukom erkrankt zu sein, tief hineingesteigert habe, lies ich vor etwa 1 ½ Jahren eine Glaukomvorsorgeuntersuchung durchführen. Ergebnis: Sehnerv in Ordnung, keine Gesichtsfeldeinschränkung (soweit mein linkes Auge eben zulässt, aufgrund der Sehschwäche), Hornhautdicke normal, Augeninnendruck (Luftdruckmessung) bei 20/22. Zwar etwas beruhigt, aber dennoch von Ängsten geplagt und wieder das Internet befragend, stellte ich fest, dass mein Augendruck deutlich erhöht ist. Mein Arzt hat dazu aber nichts gesagt gehabt. Da ich weiterhin beunruhigt war, habe ich den Augeninnendruck bei einem weiteren Augenarzt überprüfen lassen. Ergebnis: Augeninnendruck (Luftdruckmessung) bei 20/21. Sehnerv in Ordnung. Keine weitere Behandlung. Nunja was soll ich jetzt sagen … vor einem halben Jahr hatte ich wieder erneut sehr starke Ängste und ein erneuter Arztbesuch stand vor der Türe. Dieser Arzt nahm sich viel Zeit für mich, hat mich sehr gut beraten und ausführlich die Problematik erklärt. Er schaute sich meinen Sehnerv an, stellte nichts fest. Von einer erneuten Augeninnendruckprüfung sah er ab, da er mir erklärt hatte, dass bei einem gesunden Auge der Augeninnendruck nicht so relevant sei und ich mir sicher sein kann, dass mit meinen Augen alles in Ordnung ist. Seither war ich auch sehr beruhigt, was das Thema anging. Eine regelmäßige Kontrolle setzte mein Arzt auf alle 2 Jahre an. Im Internet findet man natürlich immer wieder, dass ein Augeninnendruck von 20/21 deutlich hoch ist und behandelt werden sollte. Deshalb mache ich mir auch wieder gewisse Ängste darüber, doch mal eine Augenkrankheit zu bekommen… Muss man so einen Augeninnendruck behandeln, oder warum haben bislang 3 Ärzte bei mir nichts unternommen? Ist ein Turnus der Kontrollen von 2 Jahren angepasst? Kann ich da beruhigt sein? Eine weitere Thematik, was mich derzeit noch so beschäftigt ist, dass wenn ich mein rechtes Auge komplett abdecke und rein mit dem linken sehe, ich öfters nicht zu 100 % das gleiche sehe, wie wenn ich es andersrum mache. Mein Freund meint, es beruht aufgrund der Sehschwäche in meinem linken Auge. Hat er damit Recht? Und wenn ich mein rechtes Auge zuhalte und nur mit dem linken schaue, dann wird das Bild auch ab und an mal etwas dunkler und an manchen Stellen auch schwarz. Kann sowas daran liegen, da ich alternierend sehe, und somit auch weiterhin mein Hirn beide Bilder überlappen will, auch wenn ich eins zuhalte? Mein Freund hat mit mir schon einige Tests zu all meinen Themen gemacht und hat auch sehr ähnliche Erkenntnisse. Und bei ihm ist auch alles in Ordnung. Aber würde gerne nochmal eine professionelle Meinung dazu hören. Ich hoffe, ich habe alle wichtigen Informationen zusammengesammelt um eine passende Antwort zu erhalten. Und hoffe inständig, meine Ängste diesbezüglich ablegen zu können. Vielen lieben Dank.


  • Re: Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

    Die Angst, die im Moment ja nicht berechtigt zu sein scheint, wird sich nie ganz ablegen. Sie dient Ihnen selber aber als Antrieb dafür, korrekte Maßnahmen einzuleiten und durchzuführen, nämlich Arztbesuche in regelmäßigen Abständen. Ob Ihnen nun alle 2 Jahre oder jährlich gut tut, bleibt Ihnen überlassen. Verschlechtert sich der Zustand erkennbar, müssten Sie natürlich sofort zum Augenarzt Ihres Vertrauens, ggf. sogar ohne Terminvereinbarung.
    Sie sind momentan noch recht jung und das Risiko für die von Ihnen befürchteten Verschlechterungen steigt mit dem höheren Alter dann deutlich an. Sowohl Glaukom als auch netzhautbedingte Veränderungen, die im ungünstigsten Fall dazu führen können, dass gewisse Berufe nicht oder nicht mehr ausgeübt werden können. Im Moment machen Sie vieles richtig, seien Sie mit der aktuellen Situation eher zufrieden und mit Blick auf die langfristige Zukunft.
    Ein Internet kann einen Arztbesuch nicht ersetzen und dort steht auch irgendwo, dass die Luftdruckmessungen in letzter Konsequenz keine zu 100% belastbaren Ergebnisse liefern. Diese Messungen ergeben ein meist ein etwas zu hohes Ergebnis. Sie müssten also irgendwann mal eine manuelle Messung vom Arzt einfordern (inklusive einer geringen Korrektur aufgrund der individuellen Hornhautdicke). Aber auch dieser Wert allein entscheidet nicht über etwaige weitere Maßnahmen, die (wie immer) auch mit Nebenwirkungen verbunden sein können.
    Dass sich der Seheindruck zwischen dem linken und rechten Auge unterscheidet ist auch bei normalsichtigen Augen der Fall, erst recht in einer Situation wie in Ihrem Fall.

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    • Re: Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

      hallo Augenangst,

      da du noch so jung bist und noch so viel Leben vor dir hast, werde ich versuchen dir diese Ängste zu nehmen. Vorweg: sie sind unbegründet. Vieles von dem, was man im Internet zu Arzneimitteln liest, ist versteckte Werbung von Pharmaunternehmen. Da aber kranke Patienten nicht an den Bäumen wachsen, müssen auch gesunde Patienten (= Kunden) angeworben werben um den Umsatz zu steigern. Als neutrale Information getarnt, wird Angst verbreitet. Durch Herabsetzen der Grenzwerte, werden auch gesunde Patienten in die Fangnetze der Pharmaindustrie getrieben.

      „Druck“ gibt es an vielen Stellen im Körper: im Blutkreislauf (Blutdruck), im Gehirn (Hirndruck), in der Lunge (Lungendruck), etc. So auch im Auge. Der Augeninnendruck ist nichts Krankhaftes, sondern er ist notwendig. Einen Augeninnendruck von 20 – 22 mmHg ist nicht zu hoch, er ist gesund. Bei mir wurde einmal per Luftstoß ein Druck von 23 mmHg gemessen, bei der applanatorischen Nachmessung kam dann 12 mmHg raus. Soviel zur Genauigkeit dieser Messung. Schon wenn man kurz die Luft anhält (weil man den Luftstoß erwartet) geht der Druck in die Höhe.

      Deine Augenärzte haben verantwortungsbewusst entschieden. Vor allem der letzte hat sich anscheinend sehr viel Mühe gemacht dir zu erklären, dass der Druck bei einem gesunden Sehnerv keine große Rolle spielt. Ein gesundes Auge braucht keine Behandlung, denn, wie es so schön heißt, es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkungen. Und letztere sind bei „Glaukomtropfen“ alles andere als harmlos. Darum ist es ethisch nicht vertretbar ein gesundes Auge prophylaktisch zu behandeln, vor allem bei einem Patienten mit nur einem voll funktionsfähigen Auge. Dir würde durch eine Behandlung mehr Schaden zugefügt werden als es dir nutzt.

      Glaukomtropfen funktionieren, indem sie entweder die Produktion von Kammerwasser hemmen oder den Abfluss von Kammerwasser anregen. Das ist aber nur gerechtfertigt, wenn ein krankhaftes Missverhältnis zwischen Produktion und Abfluss von Kammerwasser vorliegt. In allen anderen Fällen wird das Auge widernatürlich entwässert. Ferner enthalten Augentropfen einen Konservierungsstoff - in der Regel Benzalkoniumchlorid. Es ist ein Zellgift, von dem nachgewiesen ist, dass es Augengewebe irreversibel schädigt, vor allem bei chronischer Anwendung. Ob es enthalten ist, wird in der Packungsbeilage unter Punkt „6. Weitere Informationen“ aufgeführt. Auch Pupillen erweiternde Augentropfen enthalten diesen Konservierungsstoff.
      https://www.springermedizin.de/morph...n-auge/8339158
      Es gibt sogar Vermutungen, dass Benzalkoniumchlorid die Entstehung von Glaukom begünstigt bzw. verschlimmert.
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3991986/

      So, nun hoffe ich, dass ich dir ein wenig die Ängste nehmen konnte. Alles Gute!

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      • Re: Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

        Vielen lieben Dank an Rdani0 und extranjero, eure beiden Beiträge haben mir schon deutlich geholfen. Ich mache mir nicht mehr allzusehr meine Gedanken, allerdings sind sie eben doch noch da.

        Könnte ich denn bitte noch von Fr. Liekfeld eine Antwort zu meinem Beitrag erhalten? Würde mir nochmal sehr viel bedeuten, einen weiteren Rat einer Ärztin dazu zu haben.

        Vielen Dank.

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        • Re: Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

          fr. Liekfeld: Könnten Sie bitte mir noch eine Antwort auf meine Fragen geben. Vielen Dank

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          • Re: Augeninnendruck und Angst vor Glaukom

            Guten Abend, Augenangst,
            auch ich kann bekräftigen, dass Sie sich keine Sorgen machen sollten. Die Befunde hören sich nicht nach einem Glaukom oder einer anderen fortschreitenden Augenerkrankung an. Wenn Sie wirklich alle paar Jahre noch eine Früherkennung-Untersuchung hinsichtlich des Glaukoms machen wollen, könnten Sie ein HRT (Heidelberger Retinograph) oder ein OCT (optische Kohärenztomografie) machen lassen - beides Untersuchungen, die auf frühe strukturelle Veränderungen in der Nervenfaserschicht bzw. im Sehnerven abzielen und Veränderungen zeigen würden, bevor es Schäden im Gesichtsfeld gibt.
            Ansonsten ist der Augeninnendruck statistisch betrachtet noch im Normbereich (wobei es dafür keine feste Grenze gibt).
            Versuchen Sie, sich nicht verrückt zu machen. Eine 2jährige Kontrolle wäre sicher ausreichend.
            Mit freundlichen Grüßen, Priv.-Doz. Dr. med. A. Liekfeld

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