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Ratlos?

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  • Ratlos?

    Hallo,

    ich bin zur Zeit etwas ratlos und weiss nicht so recht, was ich von folgendem halten soll.

    Mein Vater ist vor 5 Monaten gestorben. Seitdem lebt meine Mutter (85 Jahre) alleine in ihrem Haus. Ich selbst wohne 60 km entfernt und habe sie inzwischen in einer Wohnanlage, bei mir um die Ecke, für betreutes Wohnen angemeldet, aber die Wartezeiten sind leider entsprechend lange. Also fahre ich 4-5 mal die Woche zu ihr.

    Seit ca. 2 Wochen bemerke ich zunehmende Veränderungen bei meiner Mutter. D.h., sie spricht ständig davon, dass mein Vater im Haus rumgeistert, sie z.B. aus dem Bett drängt, vom Stuhl schubsen will etc. Seit gestern ist mein Vater körperlich in sie gefahren und will etwas von ihr, was genau sagt sie nicht. Auch will sie nicht am Telefon darüber sprechen, da er mithört.

    Ich mache mir jetzt ernsthafte Gedanken. Kann es sein, dass sie mit der Einsamkeit nicht zurechtkommt oder könnte dies der Anfang für Alzheimer/Demenz sein? Wie komme ich der Sache bei ohne sie in irgendeine Richtung zu dirigieren?

    Vielleicht reagiere ich selbst jetzt auch nur total überzogen und sehe Dinge die es gar nicht gibt?

    Für jede Antwort bin ich dankbar.

    Liebe Grüße

    Nele

  • Re: Ratlos?


    Liebe Nele,
    so aus der Ferne kann man natürlich nicht abschätzen, was dahinter steckt. Meine ersten Gedanken waren:
    Es ist sehr schwer, heutzutage als alter Mensch alleine all die Anforderungen zu bewältigen, z.B. was Ämter manchmal von einem wollen in unverständlichem Beamtendeutsch, die Dinge rund um den Haushalt und das Haus, dann die eigenen Gebrechen. Da muss schon alles gut organisiert sein und von Hilfe begleitet werden, damit das gelingt. Auch wenn Sie häufig da sind, erleben Sie vielleicht nicht so hautnah, die alltäglichen Schwierigkeiten.
    Vielleicht können sie einmal systematisch alles nach und nach checken, angefangen damit, ob ihre Mutter ihre Medikamente (nehme mal an, dass sie auch welche bekommt in ihrem Alter), richtig einnimmt und gegebenfalls dafür sorgen, dass jemand sie ihr gibt. Viele alte Menschen sammeln alles und nehmen es sehr unsachgemäß ein.
    Und dann würde ich bald mit ihr zum Arzt ihres Vertrauen gehen (am besten mit dem Arzt vorher erst unter vier Augen reden und ihm die Auffälligkeiten schildern).
    Grundsätzlich würde ich versuchen, keinen Druck auszuüben, sondern sie wie eine Freundin unter Wahrung der Würde vorsichtig zu Hilfsangeboten leiten. Damit kann man nicht soviel falsch machen. So schwer es ist, ist es auch gut, selbst Ruhe auszustrahlen.
    Der Tod des Ehepartners, besonders wenn man lange verheiratet ist, führt ja zu einem Gefühl wie zerteilt zu sein. Die verletzte Seele versucht dann sicher das auf ganz unterschiedliche Art zu kompensieren.
    Ich wünsche Ihnen viel Kraft und gute Ideen für die Begleitung.
    LG, Eva Franziska

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    • Re: Ratlos?


      Sehr geehrte Nele,

      Sie beschreiben eine wahnhafte/halluzinatorische Störung, die dringenst zu einer ärztlichen Vorstellung führen sollte. Hierbei sollte ein Facharzt für Nervenheilkunde oder ein (Geronto-)Psychiater einbezogen werden. Die möglichen Gründe für die Symptomatik sind vielfältig und auch der Tod Ihres Vaters mag hier eine Rolle spielen. In jedem Fall handelt es sich hier um ein abklärungsbedürftiges Beschwerdebild.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Spruth

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