Frau spricht mit Ärztin wegen Gürtelrose
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Wie Gürtelrose entsteht: Die Rolle des Immunsystems

Letzte Aktualisierung: 21.01.2026

Gürtelrose (auch Herpes Zoster genannt) ist eine ernst zu nehmende Nervenkrankheit, die durch Varizella-Zoster-Viren ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um denselben Erreger, der auch für Windpocken verantwortlich ist. Mehr als 95 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland tragen das Windpocken-Virus in sich, das später ohne weitere Ansteckung eine Gürtelrose auslösen kann. Jeder Dritte erkrankt im Laufe seines Lebens an Gürtelrose. Besonders häufig sind Menschen ab 50 Jahren betroffen, wenn die natürlichen Abwehrkräfte nachlassen. Erfahren Sie, was Sie zur Vorsorge wissen müssen. 

Gürtelrose: Auslösende Viren schlummern im Körper

Gürtelrose ist keine harmlose Hauterkrankung, sondern eine ernsthafte Nervenkrankheit. Der Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus. Jeder, der einmal Windpocken hatte, kann im Laufe des Lebens an Gürtelrose erkranken. Denn nach einer Windpocken-Infektion zieht sich das Varizella-Zoster-Virus zunächst in die Nervenknoten am Rückenmark zurück und verbleibt dann ein Leben lang im Körper. Wenn das Immunsystem geschwächt ist – etwa durch Alter, Krankheit, Stress oder starke emotionale Belastungen –, kann das Virus reaktiviert werden und führt dann nicht mehr zu Windpocken, sondern zu Gürtelrose.

Interessant: Erwachsene mit Diabetes, Asthma, COPD, koronarer Herzerkrankung und rheumatoider Arthritis haben ein um durchschnittlich 30 % höheres Erkrankungsrisiko als Erwachsene ohne chronische Krankheit. Ein deutlich erhöhtes Gürtelrose-Risiko besteht auch für Erwachsene mit Depressionen. In Deutschland gibt es rund 400.000 Fälle von Herpes Zoster jährlich.

Typische Symptome der Gürtelrose und mögliche Folgen

Die reaktivierten Viren wandern aus den Nervenknoten über die Nervenbahn an die Oberfläche zur Haut. Dabei wird eine Entzündung hervorgerufen; im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs kommt es zum typischen bläschenförmigen Hautausschlag. Noch bevor der Hautausschlag sichtbar wird, zeigen sich bei den meisten Betroffenen sogenannte Vorboten der Erkrankung. Dazu zählen brennende Schmerzen sowie Missempfindungen (Brennen, Kribbeln, Juckreiz) in der betroffenen Körperregion. In diesem Stadium können auch grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und manchmal auch leichtes Fieber auftreten. Teils quälende Nervenschmerzen, die über Monate oder sogar Jahre anhalten können, sind die häufigste Komplikation im Rahmen einer Gürtelrose-Erkrankung. Sie können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen halten die Nervenschmerzen über Wochen, Monate oder Jahre hinweg an, was als Post-Zoster-Neuralgie bezeichnet wird. Diese Komplikation ist mit einem hohen Leidensdruck verbunden und kann den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Warum Gürtelrose im höheren Lebensalter häufiger auftritt

Das körpereigene Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle, der Reaktivierung der Viren entgegenzuwirken. Eine Immunschwäche begünstigt nicht nur das Risiko einer Reaktivierung der Varizellen – auch die Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe ist erhöht.

Das Risiko für Gürtelrose steigt bereits ab dem 50. Lebensjahr. Denn mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem natürlicherweise schwächer. Doch auch akute Belastungen wie Stress oder Vorerkrankungen wirken sich negativ auf die Abwehrkräfte aus. Zu den chronischen Krankheiten, die das Gürtelrose-Risiko zusätzlich erhöhen, zählen beispielsweise:

  • Diabetes mellitus
  • Rheuma
  • Asthma bronchiale
  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Depression
  • systemischer Lupus erythematodes
  • HIV-Infektion

Gürtelrose vorbeugen: Nicht nur ein gesunder Lebensstil ist entscheidend

Auch wenn Gürtelrose eine Viruserkrankung ist, kennt sie keine Saison wie beispielsweise Grippe – Gürtelrose kann ganzjährig auftreten, da sie nicht durch Ansteckung entsteht. Das Gürtelrose-Virus, das nach einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung – meist im Kindesalter – im Körper schlummert, kann durch ein abgeschwächtes Immunsystem reaktiviert werden und die schmerzhafte Nervenerkrankung auslösen.

Um das Immunsystem zu unterstützen, ist eine gesunde Lebensweise hilfreich. Dazu zählt:

  • ausreichend Schlaf
  • Stressreduktion
  • gesunde, vitaminreiche Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol

Fakt ist jedoch: Egal, wie gesund man lebt, wird das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer. Dadurch steigt auch das Risiko für Gürtelrose. Aber auch eine hohe Stressbelastung und chronische Krankheiten spielen eine wesentliche Rolle. Wer beispielsweise merkt, dass Infektionen häufiger auftreten oder die Erholungsphasen länger dauern, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Derartige Signale können ein Anzeichen dafür sein, dass die Abwehrleistung des Immunsystems schwächer wird – dadurch steigt das Risiko für Herpes Zoster.

Gürtelrose: Was die STIKO empfiehlt

Vorsorge bedeutet in diesem Zusammenhang, das persönliche Risiko einzuordnen und sich ärztlich beraten zu lassen. Eine Impfung wird für Erwachsene mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko und für alle ab 60 von der STIKO empfohlen.

Weitere Informationen rund um Gürtelrose und Vorsorge-Maßnahmen finden Sie auf: https://guertelrose-wissen.de/

Eine Initiative von GSK

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