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Andesvirus auf Kreuzfahrt: Was den Hantavirus-Typ so gefährlich macht
Der Ausbruch eines besonderen Hantavirus mit Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Der seltene Andes-Typ kann sich – anders als andere Hantaviren – offenbar auch von Mensch zu Mensch übertragen. Doch wie gefährlich ist das Virus wirklich? Droht ein Ausbruch auch über das Kreuzfahrtschiff hinaus?
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Andesvirus erfahren Sie in dieser Bildergalerie.
Was ist das Andesvirus?
Das Andesvirus ist ein vor allem in Südamerika vorkommender Typ des Hantavirus. Anders als viele andere Hantaviren befällt der Andes-Typ vor allem die Lunge und kann schwere, teils lebensbedrohliche Verläufe verursachen. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt zwei bis vier Wochen.
Warum ist das Andesvirus so gefährlich?
Das Andesvirus verursacht häufig das sogenannte Hantavirus-Lungensyndrom. Dabei kommt es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber und Muskelschmerzen. Wenige Tage später können plötzlich schwere Atemprobleme auftreten, weil sich Flüssigkeit in der Lunge ansammelt. Die Sauerstoffaufnahme verschlechtert sich dann oft innerhalb kurzer Zeit drastisch. In schweren Fällen drohen Kreislauf- und Lungenversagen (ARDS).
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Hantavirus: Wie erfolgt die Ansteckung?
Hantaviren werden normalerweise über Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen. So auch beim Andesvirus, dessen Hauptwirt die Langschwanz-Zwergreisratte ist. Anders als andere Hantaviren kann sich das Andesvirus jedoch vermutlich in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen. Vermutlich liegt das daran, dass es sich vor allem in den Atemwegen vermehrt und bei engem Kontakt über Speichel und Atemwegssekrete ansteckend ist.
Hantavirus: Droht eine Ausbreitung über das Kreuzfahrtschiff hinweg?
Nach aktuellem Wissensstand gilt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als gering. Zwar kann das Andesvirus offenbar in seltenen Fällen zwischen Menschen übertragen werden. Dafür scheint aber enger und längerer Kontakt nötig zu sein – wie auf einem Kreuzfahrtschiff, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Fachleute rechnen derzeit nicht mit einer schnellen, großflächigen Ausbreitung darüber hinaus. Tierische Wirte des Erregers fehlen hierzulande.
Warum beobachten Forschende das Geschehen dennoch sogfältig?
Fachleute untersuchen derzeit, ob genetische Veränderungen des Virus (Mutationen) eine Rolle spielen könnten, die eine Ansteckung von Mensch zu Mensch einfacher machen. Bislang gibt es dafür jedoch keine gesicherten Hinweise. Dennoch beobachten Gesundheitsbehörden Geschehen wie auf dem Kreuzfahrtschiff genau, um mögliche Mutationen rechtzeitig zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern.
Der Ausbruch eines besonderen Hantavirus mit Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Der seltene Andes-Typ kann sich – anders als andere Hantaviren – offenbar auch von Mensch zu Mensch übertragen. Doch wie gefährlich ist das Virus wirklich? Droht ein Ausbruch auch über das Kreuzfahrtschiff hinaus?
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Andesvirus erfahren Sie in dieser Bildergalerie.
- Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: Informationen des RKI zu Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/H/Hantavirus/Hanta_Kreuzfahrtschiff_2026.html (Abruf: 05/2026)
- Online-Informationen des Deutschen Ärzteblatts: WHO: Hantavirus wohl von Mensch zu Mensch übertragen: https://www.aerzteblatt.de/news/who-hantavirus-wohl-von-mensch-zu-mensch-ubertragen-78abbf67-1b91-4b20-9d4b-23830386ef22 (Abruf: 05/2026)
- Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: Andes-Typ bei Hantavirusausbruch nachgewiesen: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/andes-typ-bei-hantavirusausbruch-nachgewiesen-165045/ (Abruf: 05/2026)
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