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ADHS-Typen: Diese 3 Erscheinungsformen gibt es
ADHS wird oft mit starker Unruhe oder Konzentrationsproblemen verbunden. Tatsächlich kann sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung aber sehr verschieden äußern. Fachleute beschreiben deshalb unterschiedliche Erscheinungsformen, bei denen jeweils bestimmte Merkmale im Vordergrund stehen. Auch Untersuchungen stützen diese Annahme: In Hirnscans zeigten Betroffene teilweise Unterschiede in Hirnregionen, die unter anderem für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle wichtig sind.
Wichtig ist dabei: Die sogenannten ADHS-Typen sind keine vollständig getrennten Formen. Vielmehr handelt es sich um unterschiedliche Ausprägungen derselben neuroentwicklungsbedingten Störung.
Die Bildergalerie zeigt, welche drei Erscheinungsformen von ADHS beschrieben werden.
Vorwiegend unaufmerksamer ADHS-Typ
Beim vorwiegend unaufmerksamen ADHS-Typ stehen Aufmerksams- und Konzentrationsprobleme im Vordergrund. Betroffene schweifen gedanklich oft ab, verlieren den Faden oder wirken nach außen verträumt und gedanklich woanders. Das kann sich etwa darin zeigen, dass sie Gesprächen schwer folgen können oder Aufgaben häufiger unterbrechen. Da starke Hyperaktivität meist fehlt, wird diese ADHS-Form mitunter erst spät erkannt. Dieser ADHS-Typ betrifft vor allem Frauen.
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Unaufmerksamer ADHS-Typ: Probleme mit Organisation und Alltag
Darüber hinaus haben viele Betroffene des unaufmerksamen ADHS-Typs Schwierigkeiten, ihren Alltag zu strukturieren. Sie neigen dazu, Aufgaben aufzuschieben, Fristen zu verpassen oder Prioritäten falsch zu setzen. Besonders größere Aufgaben oder Abläufe mit vielen einzelnen Schritten können schnell überfordernd wirken. Das führt im Alltag häufig zu Stress und einem hohen Leidensdruck. Nach außen wird das Verhalten der Betroffenen jedoch oft missverstanden – etwa als Nachlässigkeit oder mangelnde Disziplin.
Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver ADHS-Typ
Beim vorwiegend hyperaktiv-impulsiven ADHS-Typ stehen dagegen eine starke Nervosität und ein ausgeprägter Bewegungsdrang im Vordergrund. Betroffene haben etwa Schwierigkeiten, länger still zu sitzen oder ruhig abzuwarten. Sie sind körperlich oft sehr aktiv, reden viel oder werden schnell ungeduldig. Besonders Erwachsene beschreiben jedoch oft eher eine innere Getriebenheit. Für Außenstehende ist die Hyperaktivität dann weniger deutlich erkennbar.
Test für Erwachsene: Habe ich ADHS?
Hyperaktiv-impulsiver ADHS-Typ: Weitere Merkmale
Zusätzlich fällt es vielen Betroffenen schwer, Impulse zu kontrollieren. Sie reagieren oft spontan, unterbrechen Gespräche oder treffen vorschnell Entscheidungen. Das kann im Alltag zu Missverständnissen oder Konflikten führen – etwa in Beziehungen, im Beruf oder im Straßenverkehr.
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Kombinierter ADHS-Typ
Beim kombinierten ADHS-Typ treten Merkmale der unaufmerksamen und der hyperaktiv-impulsiven Erscheinungsform gemeinsam auf. Dadurch kann der Alltag besonders anstrengend werden. Viele Betroffene haben das Gefühl, ständig zwischen Überforderung, Chaos und innerer Anspannung festzustecken.
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ADHS-Typen: Welche Rolle die Erscheinungsformen spielen
Die Einteilung in verschiedene ADHS-Typen dient Fachleuten vor allem dazu, Symptome genauer zu beschreiben. In der Praxis steht heute jedoch meist weniger der genaue Typ im Vordergrund als die individuelle Ausprägung der Beschwerden. Denn viele Betroffene zeigen Merkmale aus mehreren Bereichen gleichzeitig. Außerdem können sich die Symptome im Laufe des Lebens verändern. Die Einteilung in Typen wird deshalb eher als Orientierung genutzt und spielt bei der Behandlung oft eine untergeordnete Rolle.
ADHS wird oft mit starker Unruhe oder Konzentrationsproblemen verbunden. Tatsächlich kann sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung aber sehr verschieden äußern. Fachleute beschreiben deshalb unterschiedliche Erscheinungsformen, bei denen jeweils bestimmte Merkmale im Vordergrund stehen. Auch Untersuchungen stützen diese Annahme: In Hirnscans zeigten Betroffene teilweise Unterschiede in Hirnregionen, die unter anderem für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle wichtig sind.
Wichtig ist dabei: Die sogenannten ADHS-Typen sind keine vollständig getrennten Formen. Vielmehr handelt es sich um unterschiedliche Ausprägungen derselben neuroentwicklungsbedingten Störung.
Die Bildergalerie zeigt, welche drei Erscheinungsformen von ADHS beschrieben werden.
- Online-Informationen von ADHS Deutschland e.V.: ADHS: https://adhs-deutschland.de/adhs-adhs-ads/adhs (Abruf: 05/2026)
- Online-Informationen von DocCheck: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung: https://flexikon.doccheck.com/de/Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitaetsstoerung (Abruf: 05/2026)
- Online-Informationen des Spektrums der Wissenschaft: Neurodiversität: Hirnscans deuten auf drei ADHS-Arten hin: https://www.spektrum.de/news/neurodiversitaet-hirnscans-deuten-auf-drei-adhs-arten-hin/2312400 (Abruf: 05/2026)
- Online-Informationen von MSD Manual: Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität (ADHD): https://www.msdmanuals.com/de/profi/paediatrie/lern-und-entwicklungsstoerungen/aufmerksamkeitsstoerung-und-hyperaktivitaet-adhd (Abruf: 05/2026)
- Online-Informationen des Universitätsklinikums Köln: ADHS im Erwachsenenalter: https://www.adhs.info/fuer-erwachsene/adhs-im-erwachsenenalter/ (Abruf: 05/2026)