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Erhöhen diese Medikamente das Demenzrisiko?
Einige weit verbreitete Medikamente stehen im Verdacht, die Gehirnleistung langfristig zu beeinflussen und möglicherweise das Demenzrisiko zu erhöhen. Studien liefern Hinweise auf solche Zusammenhänge, eindeutige Beweise gibt es jedoch meist nicht. Denn oft stammen die Daten aus Beobachtungsstudien. Ob tatsächlich die Medikamente selbst verantwortlich sind oder andere Faktoren eine Rolle spielen, bleibt daher unklar.
Dennoch sehen Fachleute bei bestimmten Wirkstoffen Hinweise darauf, dass sie die Gehirnfunktion beeinflussen könnten. Welche Alltagsmedikamente gemeint sind, erfahren Sie in der Bildergalerie.
Antihistaminika: Allergiemittel mit Nebenwirkungen
Einige ältere Allergiemittel blockieren den Botenstoff Acetylcholin, der für Gedächtnis und Aufmerksamkeit wichtig ist. Kurzfristig können solche Wirkstoffe müde machen und die Konzentration beeinträchtigen. Laut Studien könnte bei langfristiger Einnahme ein erhöhtes Demenzrisiko bestehen.
Zu diesen Mitteln zählen unter anderem ältere Antihistaminika, die bei Allergien oder in frei verkäuflichen Schlafmitteln eingesetzt werden. Neuere Präparate gelten als verträglicher, da sie das Gehirn weniger stark beeinflussen.
Antipsychotika und Demenz: Zusammenhang nicht eindeutig
Antipsychotika werden bei schweren psychischen Erkrankungen eingesetzt und beeinflussen die Signalverarbeitung im Gehirn. Einige Studien deuten darauf hin, dass ihre Anwendung mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden sein könnte.
Unklar bleibt jedoch, ob die Medikamente selbst oder die zugrunde liegenden Erkrankungen dafür verantwortlich sind. Bei medizinischer Notwendigkeit überwiegt der Nutzen in der Regel deutlich.
Benzodiazepine können das Risiko für Demenz erhöhen
Benzodiazepine wirken beruhigend und dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Sie werden häufig bei Angstzuständen oder Schlafstörungen eingesetzt. Hinweise aus Studien deuten auf ein möglich erhöhtes Demenzrisiko bei langfristiger Einnahme hin.
Auch hier ist nicht abschließend geklärt, ob eher die Medikamente oder die Grunderkrankungen den Zusammenhang erklären.
PPI und Demenz – die Studienlage ist uneinheitlich
Protonenpumpeninhibitoren (PPI) werden häufig bei Sodbrennen eingesetzt. Einige Studien fanden Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, andere konnten das nicht bestätigen. Die Studienlage ist insgesamt uneinheitlich.
PPI reduzieren die Magensäure. Dadurch kann Vitamin B12 schlechter aufgenommen werden. Ein langfristiger Mangel könnte sich negativ auf die Nervenzellen im Gehirn auswirken.
Wichtig zu wissen: Einnahme immer ärztlich abklären
Ein erhöhtes Demenzrisiko wird vor allem bei einer langfristigen Einnahme bestimmter Medikamente diskutiert. Eine gelegentliche Anwendung gilt in vielen Fällen als unproblematisch.
Viele dieser Medikamente sind medizinisch notwendig. Ein eigenständiges Absetzen kann gesundheitliche Folgen haben. Daher sollte bei Unsicherheiten immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
Einige weit verbreitete Medikamente stehen im Verdacht, die Gehirnleistung langfristig zu beeinflussen und möglicherweise das Demenzrisiko zu erhöhen. Studien liefern Hinweise auf solche Zusammenhänge, eindeutige Beweise gibt es jedoch meist nicht. Denn oft stammen die Daten aus Beobachtungsstudien. Ob tatsächlich die Medikamente selbst verantwortlich sind oder andere Faktoren eine Rolle spielen, bleibt daher unklar.
Dennoch sehen Fachleute bei bestimmten Wirkstoffen Hinweise darauf, dass sie die Gehirnfunktion beeinflussen könnten. Welche Alltagsmedikamente gemeint sind, erfahren Sie in der Bildergalerie.
- Taylor-Rowan, M. et al.: Anticholinergic burden (prognostic factor) for prediction of dementia or cognitive decline in older adults with no known cognitive syndrome, Cochrane Database of Systematic reviews: https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD013540.pub2/full (Abruf: 05/2026)
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- Pourhadi N, et al.: Proton pump inhibitors and dementia: A nationwide population-based study. Alzheimer's Dement. 2024;20:837-845
- Mehta, R et al.: Association of Proton Pump Inhibitor Use With Incident Dementia and Cognitive Decline in Older Adults: A Prospective Cohort Study, Gastroenterology, 2023; 165, 564-572.e1
- Online-Informationen der New York Times: 4 Drugs That May Increase Your Dementia Risk: https://www.nytimes.com/2026/04/22/well/mind/medications-dementia-risk-increase.html (Abruf: 05/2026)
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