- Home
- Krankheiten
- ALS
- ALS Ursachen
Was löst die Krankheit ALS aus? Ursachen und Risikofaktoren
Schauspieler Eric Dane, bekannt aus der Serie "Grey’s Anatomy", ist im Alter von 53 Jahren an den Folgen der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gestorben.
Bei der unheilbaren Nervenerkrankung sterben nach und nach die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark ab, die Bewegungen steuern. Dadurch erhalten die Muskeln keine Signale mehr, bauen sich ab und werden gelähmt. Im fortgeschrittenen Stadium betrifft das auch die Atemmuskulatur, was schließlich zum Tod führen kann.
Doch was löst die Krankheit ALS aus? Die Bildergalerie zeigt, welche Ursachen und Risikofaktoren zur Entstehung der unheilbaren Nervenerkrankung beitragen.
Was löst ALS aus? Mehrere Faktoren spielen zusammen
Nach aktuellem Forschungsstand entsteht ALS wahrscheinlich durch ein Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Dazu zählen genetische Veränderungen und äußere Risikofaktoren. Diese setzen vermutlich Prozesse in Gang, bei denen der Zellstoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät, die Energieversorgung gestört ist oder Nervenzellen dauerhaft übererregt werden. Dadurch sterben die sogenannten motorischen Nervenzellen nach und nach ab.
Genetische Ursache: ALS kann vererbt werden
In etwa 5 bis 10 Prozent der Fälle tritt ALS familiär auf. Das bedeutet: Die Erkrankung kommt gehäuft in einer Familie vor, weil eine genetische Veränderung weitergegeben wird. Dabei reicht es meist aus, wenn ein Elternteil die entsprechende Genveränderung trägt. Kinder haben dann ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken. Allerdings entwickelt nicht jede Person mit einer solchen Veranlagung tatsächlich ALS. Die familiäre Form zeigt sich im Durchschnitt etwas früher als die häufiger vorkommende, nicht vererbte Variante.
Sporadische ALS ist nicht vererbt
In etwa 90 bis 95 Prozent der Fälle tritt ALS ohne familiäre Vorbelastung auf. Diese Form wird als sporadisch bezeichnet. Warum es dann zu der Erkrankung kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Manchmal entstehen genetische Veränderungen spontan im Laufe des Lebens. Bei anderen Betroffenen ist nicht das Gen selbst verändert, sondern es werden bestimmte Gene falsch abgelesen und genutzt. Das kann die Funktion und Gesundheit der Nervenzellen beeinträchtigen. Zudem können sich Eiweiße in den Nervenzellen falsch falten und ablagern. Dadurch werden die motorischen Nervenzellen nach und nach geschädigt.
Was löst ALS aus? Umwelteinflüsse als Risikofaktoren
Auch äußere Einflüsse stehen im Verdacht, zur Entstehung von ALS beizutragen. Diskutiert werden unter anderem Rauchen sowie der Kontakt mit bestimmten Chemikalien wie Pestiziden, Schwermetallen oder Lösungsmitteln. Allerdings gilt: Für keinen dieser Einflüsse gibt es bislang einen eindeutigen Beweis als alleinige Ursache. Forschende gehen vielmehr davon aus, dass Umweltfaktoren nur im Zusammenspiel mit einer individuellen Anfälligkeit eine Rolle spielen.
Lesetipp: Muskelschwäche nach Infekt? Symptome bei Guillain-Barré-Syndrom
Ursache von ALS: Welche Rolle spielen Entzündungen?
Bei Menschen mit ALS lassen sich im Gehirn und Rückenmark häufig entzündliche Veränderungen nachweisen. Bestimmte Immunzellen, die normalerweise geschädigte Nervenzellen beseitigen oder Entzündungen regulieren, sind verstärkt aktiviert. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer sogenannten Neuroinflammation, einer Entzündungsreaktion im Nervensystem. Noch ist jedoch unklar, ob diese Prozesse die Erkrankung mitverursachen oder ob sie eine Reaktion auf bereits geschädigte Nervenzellen sind.
Lesetipp: Stille Entzündung – diese Symptome sind Warnzeichen
ALS: Sind Viren Auslöser der Erkrankung?
Forschende untersuchen, ob bestimmte Virusbestandteile an der Entstehung von ALS beteiligt sein könnten. Im Fokus stehen dabei bestimmte endogene Retroviren. Das sind uralte Virusreste, die seit Millionen Jahren in das menschliche Erbgut eingebaut sind. Normalerweise sind diese inaktiv. Einige Studien fanden jedoch Hinweise darauf, dass sie bei Menschen mit ALS verstärkt aktiviert sein könnten. Ob diese Aktivierung zur Schädigung von Nervenzellen beiträgt oder eine Folge der Erkrankung ist, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Wichtig ist: Weder die Viren noch ALS als solche sind ansteckend.
Schauspieler Eric Dane, bekannt aus der Serie "Grey’s Anatomy", ist im Alter von 53 Jahren an den Folgen der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gestorben.
Bei der unheilbaren Nervenerkrankung sterben nach und nach die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark ab, die Bewegungen steuern. Dadurch erhalten die Muskeln keine Signale mehr, bauen sich ab und werden gelähmt. Im fortgeschrittenen Stadium betrifft das auch die Atemmuskulatur, was schließlich zum Tod führen kann.
Doch was löst die Krankheit ALS aus? Die Bildergalerie zeigt, welche Ursachen und Risikofaktoren zur Entstehung der unheilbaren Nervenerkrankung beitragen.
- Online-Informationen der Deutschen Hirnstiftung: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): https://hirnstiftung.org/erkrankung/amyotrophe-lateralsklerose-als/ (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE): Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): https://www.dzne.de/aktuelles/hintergrund/amyotrophe-lateralsklerose-als/ (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.: Entzündungen im Gehirn blockiert: https://www.mpg.de/604468/pressemitteilung201006281 (Abruf: 02/2026)
- Meissner, F. et al.: Inflammation in amyotrophic lateral sclerosis: targeting IL-1β signaling: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26424568/. Science Translational Medicine. 2015; Vol. 7, Issue 307: 307ra153. doi:10.1126/scitranslmed.aac8201. (Stand: 09/2025 / Abruf: 02/2026)
G12