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Niacin

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (25. November 2013)

© Jupiterimages/iStockphoto

Niacin ist ein Sammelbegriff für die zu den wasserlöslichen B-Vitaminen gehörenden Substanzen Nikotinsäureamid (Nikotinamid), Nikotinsäure und Pyridinnukleotid-Coenzyme. Niacin wurde früher auch als Vitamin B3 bezeichnet. Es ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten, kann aber auch vom Körper selbst hergestellt werden.

Der Mensch nimmt Niacin über die Nahrung auf. Zudem ist der menschliche Körper in der Lage, Niacin aus einer Aminosäure, dem Tryptophan, zu gewinnen. Daher wird der Niacin-Bedarf in Äquivalenten angegeben (1 mg Niacin-Äquivalent = 60 mg Tryptophan, d.h. aus 60 mg Tryptophan entsteht 1 mg Niacin).

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen, täglich 13 Milligramm Niacinäquivalente aufzunehmen, Männer sollten 16 Milligramm täglich zu sich nehmen. Die meisten Menschen überschreiten diesen Wert. Bei Schwangeren und Stillenden ist der Bedarf an Niacin erhöht.

Ein Mangel an Niacin kann bei Alkoholismus und chronischem Durchfall auftreten. Auch die Antibabypille steht im Verdacht, negative Auswirkungen auf den Niacinstatus zu haben.

Vitamine sind lebensnotwendige (essenzielle) Substanzen, die der Körper nicht selbstständig bilden kann und die ihm deshalb ständig zugeführt werden müssen. Da Niacin auch vom menschlichen Organismus selbst produziert werden kann, ist es zwar kein Vitamin im klassischen Sinne, wird aber zu den Vitaminen gezählt.

Nicotinsäure kommt überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vor (z.B. Vollkorngetreideprodukte, besonders Weizenvollkorn, und geröstetem Kaffee), Nicotinsäureamid kann vor allem über tierische Nahrungsmittel aufgenommen werden (insbesondere Innereien und Fisch). Niacinreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Erdnüsse, Sardinen, Rindfleisch, Vollkornprodukte und Pilze.

Personen, bei denen ein Mangel an Niacin besteht, können an einer sogenannten Pellagra (Hautentzündung mit Hyperpigmentierung an Hautstellen, die verstärkt der Sonne ausgesetzt sind), Durchfall und Demenz erkranken.

Ein leichter Mangel zeigt sich in Appetitverlust und herabgesetzter Leistungsfähigkeit.


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