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Bulimie (Bulimia nervosa)

Stand: 26. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Bulimie (Bulimia nervosa) ist eine umgangssprachlich als Ess-Brech-Sucht bezeichnete Essstörung. Kennzeichnend sind Essanfälle und anschließend gegensteuerndes Verhalten (oft selbst ausgelöstes Erbrechen). Dabei haben die Betroffenen in erster Linie Angst vor einer Gewichtszunahme.

Je nachdem, durch welches Verhalten Menschen mit Bulimie nach der Essattacke ein Abnehmen erreichen wollen, lassen sich zwei Typen der Essstörung unterscheiden: Beim häufigen Purging-Typ erbrechen die Betroffenen nach den Essattacken oder greifen zu Abführmitteln oder harntreibenden Mitteln, um ihr Gewicht zu senken. Beim selteneren Non-purging-Typ der Bulimia nervosa fasten die Betroffenen zwischen den Essattacken, anstatt zu erbrechen oder Medikamentenmissbrauch zu betreiben, oder treiben übermäßig viel Sport.

Im Gegensatz zur Magersucht (Anorexia nervosa) und zur Binge-Eating-Störung sind die Menschen mit Bulimie meist normalgewichtig. Die Essstörung tritt überwiegend bei Frauen auf; etwa 80 Prozent aller Betroffenen sind jünger als 22 Jahre, wenn sie eine Bulimie entwickeln. Die Ursachen der Bulimia nervosa reichen von psychischen und familiären Belastungen über biologische Faktoren bis hin zum gesellschaftlichen Schönheitsideal.

Typische Bulimie-Symptome sind neben den Essanfällen eine Körperschemastörung (d.h. Menschen mit Bulimia nervosa halten sich trotz Normalgewicht für zu dick), starker Leidensdruck und geringes Selbstwertgefühl mit ausgeprägter Neigung zu Depressionen. Daneben kann die Bulimie – vor allem durch das selbst ausgelöste Erbrechen – körperliche Schäden zur Folge haben: Dazu zählen durch Karies geschädigte Zähne, Elektrolytmangel, Heiserkeit und Schluckstörungen bis hin zur Schädigung der Speiseröhren- und Magenwand. Menschen mit Bulimie versuchen, ihre Essstörung geheim zu halten. Daher suchen sie im Durchschnitt erst nach etwa fünf Jahren Hilfe.

Die Bulimie-Therapie zielt darauf ab, das Essverhalten zu normalisieren. Anschließend erfolgt die psychotherapeutische Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen der Bulimie. Im Einzelfall kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz. Die Prognose der Bulimie hat sich in den letzten Jahren verbessert: In 40 Prozent der Fälle kommt es zu einer deutlichen, in 20 Prozent zu einer geringen Besserung. Allerdings verläuft die Bulimia nervosa in weiteren 40 Prozent der Fälle chronisch.

Weiterlesen: Bulimie (Bulimia nervosa): Definition

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