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Bulimie (Bulimia nervosa)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. April 2015)

© Jupiterimages/PhotoDisc

Die Bulimie (Bulimia nervosa) ist eine Essstörung, die man umgangssprachlich oft als Ess-Brech-Sucht bezeichnet, denn: Kennzeichnend sind unkontrollierbare Essanfälle und anschließendes gegensteuerndes Verhalten (etwa bewusst herbeigeführtes Erbrechen) aus Angst vor einer Gewichtszunahme.

Je nachdem, durch welches Verhalten Menschen mit Bulimie nach der Essattacke eine Gewichtszunahme verhindern wollen, unterscheidet man zwei Formen der Essstörung: Beim häufigen Purging-Typ erbrechen die Betroffenen nach den Essattacken oder greifen zu Abführmitteln oder harntreibenden Mitteln, um ihr Gewicht zu senken. Beim selteneren Non-purging-Typ der Bulimia nervosa fasten die Betroffenen zwischen den Fressattacken, anstatt zu erbrechen oder Medikamentenmissbrauch zu betreiben, oder treiben übermäßig viel Sport.

Im Gegensatz zur Magersucht (Anorexia nervosa) und zur Binge-Eating-Störung sind Menschen mit Bulimie meist normalgewichtig. Überwiegend tritt die Bulimia nervosa bei Frauen auf. Häufig beginnt die Essstörung erst gegen Ende des Jugendalters: Die meisten Betroffenen sind zwischen 15 und 35 Jahren alt.

Bulimie kann viele verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • psychische Belastungen
  • Probleme innerhalb der Familie
  • biologische Faktoren
  • falsche Schönheitsideale

Menschen mit Bulimie bekommen nicht nur Essanfälle, sondern nehmen auch ihren Körper falsch wahr (sog. Körperschemastörung): Trotz eines normalen Gewichts fühlen sie sich zu dick. Dabei wissen viele Bulimiker, dass sie krank sind, verspüren deswegen einen hohen Leidensdruck und haben ein geringes Selbstwertgefühl. Depressionen können eine Folge der Bulimia nervosa sein.

Die Bulimie kann den Körper schwer schädigen. Vor allem das selbst herbeigeführte Erbrechen hat viele negative Folgen, zum Beispiel:

Die meisten Menschen mit Bulimie versuchen, ihre Essstörung geheim zu halten. Daher suchen sie in der Regel erst relativ spät Hilfe.

Die Behandlung der Bulimie zielt darauf ab, das Essverhalten zu normalisieren und die Ursachen der Bulimie in einer Psychotherapie zu behandeln. Im Einzelfall kommen zusätzlich Medikamente (z.B. Antidepressiva) zum Einsatz. Die Prognose der Bulimia nervosa hat sich in den letzten Jahren verbessert: Wer sich behandeln lässt, hat gute Chancen, die Bulimie zu besiegen – in den meisten Fällen bessern sich die Symptome der Essstörung.



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