Wehen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (03. Juli 2017)

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Wehen signalisieren, dass sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Sie sind ein natürliches Ereignis, dass die Schwangere etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) bis nach der Geburt des Kindes begleitet.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto häufiger kommt es zu Wehen und desto stärker spürt die Schwangere sie.

Was sind Wehen?

Wehen entstehen, wenn sich die Muskelfasern der Gebärmutter zusammenziehen. Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Wehen, die

  • im Verlauf der Schwangerschaft (Schwangerschaftswehen, Übungswehen, Senkwehen),
  • der Geburt (Geburtswehen) und
  • der Phase nach der Geburt (Nachwehen)
auftreten und jeweils einem bestimmtem Zweck dienen. Meist spürt die Schwangere daher diejenigen Wehen, die sich typischerweise zur jeweiligen Zeit bemerkbar machen. Einen Grund zur Sorge stellen sie nicht dar.

Spürt eine Frau zu einem recht frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft Wehen – zum Beispiel in der 25. SSW –, ist sie oft verunsichert. Jetzt schon? Stimmt mit mir etwas nicht? Geht es meinem Baby gut? Vor allem erstmalig Schwangere kennen das Gefühl nicht und es fällt ihnen schwer, abzuschätzen, ob alles in Ordnung ist.

Aber woher weiß ich, dass es Wehen sind? Und wie fühlen sich echte Wehen an? Um diese Fragen beantworten zu können, hilft es, die verschiedenen Arten von Wehen zu kennen und zu wissen, wann sie normalerweise auftreten können.

Selten handelt es sich in der Frühschwangerschaft um vorzeitige Wehen. Diese sind regelmäßig und schmwerzhaft und wirken sich zu früh (vor Ende der 37. SSW) auf den Muttermund aus. Vorzeitige Wehen können eine Frühgeburt auslösen und sind ein Grund für einen Aufenthalt im Krankhaus – die Hälfte aller Frauen mit vorzeitigen Wehen entbindet aber trotzdem termingerecht.

Ob die Schwangere die unterschiedlichen Wehen spürt, hängt davon ab, wie groß die Gebärmutter (Uterus) ist und ob sich nur ein Teil oder die gesamte Gebärmutter anspannt. Sehr schwache Wehen lassen sich nur mit technischen Hilfsmitteln aufzeichnen, etwa dem CTG (Wehenschreiber). Ausgelöst werden Wehen von einem Hormon namens Oxytocin, das der Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse produziert. Wehen dauern in der Regel 20 bis 60 Sekunden an.

Wann man Wehen bemerkt und wie man Wehen empfindet, ist von Frau zu Frau und Schwangerschaft zu Schwangerschaft sehr unterschiedlich: Manche Wehen sind für alle werdenden Mütter spürbar (etwa die Geburtswehen), andere nehmen einige Frauen gar nicht wahr.

Ähnlich verhält es sich mit der Einstellung zu den Wehen: Während manche Frauen Angst vor Wehen haben, wünschen sich andere die Wehen regelrecht herbei und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

Wehen lassen sich nach ihrem zeitlichen Auftreten wie folgt einteilen:

Die Aussage "Ich bekomme Wehen!" versetzt ein Paar nicht selten leicht in Panik. Fällt der Satz am Ende der Schwangerschaft, markiert er meist den Startpunkt zur Geburt und Spannung und Vorfreude steigern sich ins Unermessliche.

In aller Regel setzen sich Schwangere umso mehr mit dem Thema Wehen auseinander, je näher der Geburtstermin rückt. Da in Deutschland heutzutage fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommt, kennen viele Mütter das Gefühl einer richtig schmerzhaften Wehe, also einer Austreibungs- beziehungsweise Presswehe/Geburtswehe, gar nicht. Sehr wohl aber können sie Bekanntschaft mit Übungswegen, Senkwehen, Vorwehen und den Nachwehen gemacht haben.

Faustregel: Im letzten Drittel der Schwangerschaft sind maximal drei Wehen pro Stunde normal (ab der 26. SSW max. 1 Wehe pro Stunde, ab der 30. SSW max. 3 Wehen).