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Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Nervus facialis

Stand: 23. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der bei der Fazialisparese (Gesichtslähmung) in seiner Funktion gestörte Gesichtsnerv (Nervus facialis bzw. Fazialisnerv; kurz: Fazialis) ist der siebte Hirnnerv: Hirnnerven entspringen nicht dem Rückenmark, sondern dem Gehirn. Der Nervus facialis ist ein sogenannter gemischter Nerv, da seine Anatomie efferente und afferente Nervenfasern umfasst:

  • Efferente Fasern leiten Befehle vom Gehirn zum jeweiligen Erfolgsorgan (z.B. Muskel).
  • Afferente Fasern dagegen leiten die Informationen von den Erfolgsorganen, zum Beispiel die Temperaturempfindung an der Haut, zum Gehirn.
Gesichtsnerven
Vom Nervus facialis angeregte Muskeln

Der Nervus facialis besteht aus motorischen, sensiblen und sekretorischen Fasern sowie aus Geschmacksfasern. Den Teil des Nervus facialis mit den sekretorischen und den Geschmacksfasern bezeichnet man auch als Nervus intermedius. Die efferenten motorischen Fasern leiten Befehle zu der Gesichtsmuskulatur, zur Muskulatur der Ohrmuschel und zum Muskel, der die Gehörknöchelchen fein einstellt. Der afferente Anteil sensibler Fasern leitet die Hautempfindungen des äußeren Gehörgangs und des Trommelfells zum Gehirn (Berührung, Schmerz, Kälte). Die sekretorischen Fasern führen zu Drüsen im Zungen- und Unterkieferbereich. Die Geschmacksfasern leiten die Geschmacksempfindung von der Zunge zum Gehirn. Ein weiterer Nervenanteil führt zu den Tränendrüsen. Je nachdem, welche Nervenfunktionen bei der Fazialisparese gestört sind, können daher neben der charakteristischen Gesichtsmuskellähmung auch Geschmacksempfinden, Hörempfinden sowie Tränen- und Speichelbildung verändert sein.

Nervus-facialis-Verlauf:

Die bei der Fazialisparese (Gesichtslähmung) möglichen Symptome lassen sich auch den Nervus-facialis-Verlauf erklären: Der Fazialisnerv ist ein paariger Nerv, das heißt es gibt ihn auf beiden Seiten des Kopfs. Er verläuft sowohl innerhalb als auch außerhalb des Schädels:

  • Intrakranieller Nervus-facialis-Verlauf (innerhalb des Schädels): Der Gesichtsnerv entspringt am untersten Bereich des Gehirns, der an das Rückenmark angrenzt. Von dort verläuft er zum inneren Gehörgang, weiter durch das Felsenbein und von dort zu der Austrittsstelle aus dem Schädelknochen. Diese liegt am Warzenfortsatz, der knöchernen Vorwölbung hinter dem Ohr. Im intrakraniellen Verlauf gibt der Nervus facialis drei Äste ab:
    • den Nervus petrosus major, der die sekretorischen Fasern für die Tränendrüse führt,
    • den Nervus stapedius, der die Muskulatur der Gehörknöchelchen versorgt,
    • die Paukensaite (Chorda tympani), die Geschmacksfasern und sekretorische Fasern für die Drüsen im Zungen- und Unterkieferbereich führt.
  • Extrakranieller Nervus-facialis-Verlauf (außerhalb des Schädels): Nach dem Austritt aus dem Foramen stylomastoideum gibt der Fazialisnerv einige kleinere Äste zu verschiedenen Gesichtsmuskeln ab. Der Hauptteil tritt in die Ohrspeicheldrüse ein und zweigt sich dort fächerförmig in die Äste auf, die die mimische Gesichtsmuskulatur versorgen.

Weiterlesen: Fazialisparese (Gesichtslähmung): Ursachen

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