Keuchhusten (Pertussis): hochansteckend und langwierig

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (09. Januar 2017)

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Keuchhusten (Pertussis) ist längst keine Kinderkrankheit mehr: Zunehmend sind Jugendliche und Erwachsene betroffen. Zwar sind mittlerweile über 90 Prozent der Kinder bei ihrer Einschulung gegen Keuchhusten geimpft. Wer nicht rechtzeitig an eine Auffrischimpfung denkt, ist jedoch nicht mehr ausreichend geschützt.

Keuchhusten ist sehr ansteckend: Wenn ein ungeimpfter Mensch mit seinem Erreger – dem Bakterium Bordetella pertussis in Kontakt kommt, erkrankt er mit mindestens 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls. Die Ansteckung geschieht durch Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel durch Niesen oder Husten.

Wenn sich ausreichend geimpfte Menschen Bordetella pertussis einfangen, sind sie selbst zwar weitgehend vor der Erkrankung geschützt. Jedoch können sie für kurze Zeit den Keuchhusten trotz Impfung weiterverbreiten.

Die mit Keuchhusten verbundenen Symptome ähneln zunächst einer Erkältung: Schnupfen, Niesen, Heiserkeit und leichter Husten gehören zum Krankheitsbild. Nach etwa ein bis zwei Wochen treten die für Pertussis charakteristischen Hustenanfälle auf. Der Keuchhusten klingt erst nach mehreren Wochen langsam ab.

Wie hört sich Keuchhusten an?

Die für Keuchhusten typischen Hustenanfälle treten vor allem bei Kindern auf. Dabei husten sie mit vor­gestreck­ter Zunge mehrfach schnell hintereinander (sog. Stakkatohusten). Oft atmen sie anschließend keuchend oder juch­zend ein.

Je nach Alter können sich die Symptome von Keuchhusten aber auch anders entwickeln: Keuchhusten bei Erwachsenen und Jugendlichen macht sich oft nur durch lang anhaltenden, trockenen Husten bemerkbar. Dagegen verläuft Pertussis bei Kindern im Säuglingsalter oft besonders schwer: Die Hustenanfälle sind in dem Alter zwar oft weniger stark, es können aber Atemstillstände (Apnoen) auftreten. Außerdem kann Keuchhusten gerade beim Baby eher Komplikationen verursachen, wie:

Darum ist gerade für Säuglinge ein weitreichender Impfschutz vor Keuchhusten wichtig: Das bedeutet nicht nur, die Säuglinge selbst so früh wie möglich gegen Keuchhusten zu impfen, sondern auch dafür zu sorgen, dass alle Kontaktpersonen über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Denn nur die Impfung kann die Verbreitung der Erreger wirksam eindämmen!
Für Neugeborene ist der Schutz vor Keuchhusten besonders wichtig. © iStock

Um Babys vor Keuchhusten zu schützen, sollten sich frischgebackene Mütter, deren Impfschutz vor der Schwangerschaft nicht aufgefrischt wurde, in den ersten Tagen nach der Geburt impfen lassen. Und auch für alle anderen engen Kontaktpersonen, deren letzte Pertussis-Impfung über zehn Jahre zurückliegt, ist eine Auffrischimpfung ratsam.

Da die Impfung nur etwa 4 bis 12 Jahre lang vor Keuchhusten schützt, sollten Jugendliche und Erwachsene rechtzeitig an eine Impfauffrischung denken. Wer auf natürlichem Weg an Pertussis erkrankt, ist anschließend etwa 4 bis 20 Jahre lang immun.

Wenn jemand Keuchhusten hat und zur Therapie rechtzeitig Antibiotika bekommt, trägt dies ebenfalls zur Eindämmung der Infektion bei: Die Medikamente sorgen dafür, dass die Pertussis weniger lange (nur noch etwa 5 Tage) ansteckend ist.


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