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Gebärmutterhals­krebs (Zervixkarzinom)

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (11. September 2014)

Unter Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) versteht man bösartig verändertes Gewebe im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervix). Die anatomische Lage des Gebärmutterhalses ermöglicht es dem Frauenarzt, im Rahmen einer Früherkennungs-Untersuchung auffällige Gewebeveränderungen zu entdecken. So lässt sich Gebärmutterhalskrebs oft schon in einem frühen Stadium erkennen und dann wirksam behandeln.

Gebärmutterhalskrebs ist in vielen Fällen die Folge einer zurückliegenden und chronisch andauernden Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV). Die Viren übertragen sich hauptsächlich über direkten Haut- und Schleimhautkontakt, insbesondere durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. HPV-Infektionen sind durchaus häufig – zwischen 50 und 80 Prozent der Bevölkerung haben im Laufe ihres Lebens bereits eine Infektion durchgemacht und höchstwahrscheinlich noch nicht einmal etwas davon bemerkt, da die Beschwerden oft unauffällig sind.

Ein Zervixkarzinom infolge einer HPV-Infektion entsteht aber nach heutigem Erkenntnisstand nur, wenn die Infektion chronisch verläuft – insbesondere wenn sie länger als 12 Monate andauert. Dies ist nur bei wenigen Frauen der Fall. Durchschnittlich tritt Gebärmutterhalskrebs durch HP-Viren erst dann auf, wenn die Infektion mindestens 15 Jahre besteht.

Frühe Stadien eines Zervixkarzinoms lassen sich mittels Laserchirurgie oder einer sogenannten Konisation (einem operativen Eingriff am Gebärmutterhals) mit sehr guten Heilungsaussichten behandeln. Bei diesen Methoden bleibt die Gebärmutter erhalten und auch Schwangerschaften sind meist problemlos möglich. Bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs ist eine größere Operation oder eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie notwendig.

Seit März 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs die sogenannte HPV-Impfung. Laut den jüngsten Empfehlungen der STIKO erfolgt die erste HPV-Impfung bei Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, die Auffrischungsimpfung nach sechs Monaten. Eine dritte Auffrischungsimpfung gegen HPV ist nur dann notwendig, wenn das Mädchen beim ersten Impftermin älter als 13 Jahre ist. Die Altersempfehlung zielt darauf ab, bereits vor dem ersten sexuellen Kontakt einen Impfschutz aufzubauen.

Es gibt zwei verschiedene Impfstoffe. Beide schützen vor zwei bestimmten Typen des HP-Virus, die für etwa 70 Prozent aller Fälle von Zervixkarzinom verantwortlich sind: HPV 16 und 18. Sie heißen aus diesem Grund auch "Hochrisiko-HP-Viren". Den größten Nutzen im Hinblick auf das Zervixkarzinom hat die Impfung bei Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Aber auch junge, bereits sexuell aktive Frauen können von der Impfung profitieren – wenn auch in geringerem Maße. Eine der beiden Impfungen schützt zusätzlich vor den HPV-Typen 6 und 11, die gutartige Genitalwarzen verursachen.

Bedeutsam ist, dass die HPV-Impfung zwar vor einer Infektion mit den krebsauslösenden Viren der Typen 16 und 18 schützen kann. Es gibt allerdings weitere HP-Viren, die ebenfalls, wenn auch deutlich seltener Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Vor ihnen schützen beide Impfstoffe nicht. Daher sollten auch gegen HPV geimpfte Frauen weiterhin jährlich zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt gehen.

Gebärmutterhalskrebs war Anfang der 1970er Jahre noch die häufigste Krebserkrankung der Frau. Seit dem Start der gesetzlichen gynäkologischen Früherkennungs-Untersuchungen 1971 ist das Zervixkarzinom mittlerweile auf Platz zwölf zurückgefallen.






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