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Psychosen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
psychotische Erkrankungen; psychotische Störung

Unter Psychose versteht man eine psychische Störung, die durch den grundlegenden Wandel des eigenen Erlebens und des Außenbezugs charakterisiert ist. Dabei unterliegt die Persönlichkeit dieser Menschen einer völligen Fremdsteuerung, sie sind also nicht mehr Herr ihres eigenen Willens. Dieser Umstand grenzt Psychosen zu anderen psychischen Störungen ab. Ein Mensch mit Angststörung (etwa Flugangst) oder Zwangshandlungen (zum Beispiel Waschzwang) ist durchaus noch in der Lage, Wirklichkeit und Vorstellung auseinander zu halten. Das Gleiche gilt in der Regel für Menschen mit Depressionen.

Bei einer psychotischen Störung ist das Erleben der Wirklichkeit hingegen stark gestört. Je nach Stärke der Beschwerden kann es zum Beispiel zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen kommen. Menschen mit psychotischen Erkrankungen erscheinen oft verwirrt und ihr Denken ist für Außenstehende kaum mehr nachzuvollziehen.

Mediziner unterscheiden zwei Grundformen, nämlich endogene und exogene Psychosen. Endogene Psychosen entstehen im Betroffenen selbst, zum Beispiel aufgrund erblicher Veranlagung. Exogene Psychosen werden etwa durch Alkohol, Medikamente oder illegale Drogen verursacht, können aber auch Folge einer Hirnhautentzündung oder einer Alzheimer-Demenz sein.

Die wohl bekannteste Form der psychotischen Erkrankung ist die Schizophrenie. Die Patienten kennen ihre Umwelt oft nicht wieder, sie sind verängstigt, angespannt und fühlen sich bedroht. Manche hören Stimmen, die ihr Tun kommentieren oder ihnen Befehle geben. Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Rückzug von Freunden und Kollegen, Gefühlsstarre oder Depressionen sind die "andere Seite" der Psychose, die die Kranken quält.

In der Allgemeinheit wird Schizophrenie häufig mit der multiplen Persönlichkeitsstörung verwechselt. Bei dieser Erkrankung existieren zwei oder mehr verschiedene Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums. Typisches Beispiel ist die Geschichte von Doktor Jekyll und Mister Hyde, einem Arzt, der sich zuweilen in einen Wahnsinnigen verwandelt. Bei der Schizophrenie treten solche Phänomene jedoch nicht auf.

Doch nicht nur bei der Schizophrenie kommen Wahnvorstellungen vor. Sie können auch im Rahmen einer schweren Depression, einer Manie ("himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt"), einer Alkoholerkrankung, Medikamentenüberdosierung, einer Gehirnerkrankung (Alzheimer-Demenz, Hirnmangeldurchblutung, Gehirnhautentzündung) oder einer schweren Leberschädigung vorkommen.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Die meisten Psychosen brechen nicht auf einmal aus, sondern "kündigen" sich über Wochen an: Wer "die Welt nicht mehr versteht", auf einmal an Freunden zweifelt, sich beobachtet oder verfolgt fühlt, sollte sich dringend einem Arzt anvertrauen. Andere Warnzeichen sind Wahnvorstellungen wie das Hören von Stimmen oder Halluzinationen. Auch Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen oder Selbstmordgedanken können auf eine behandlungsbedürftige Psychose deuten.

Das Problem dabei ist: Die Betroffenen erkennen oft nicht selbst, dass sie einem Wahn verfallen und den Sinn für die Wirklichkeit verlieren. Deshalb sind die Patienten darauf angewiesen, dass Verwandte, Freunde oder Bekannte eingreifen und für eine ärztliche Diagnose sorgen.








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