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Abszess: Was gegen die schmerzhaften Eiterbeulen hilft

Veröffentlicht von: Till von Bracht (05. Juli 2016)

© Jupiterimages/BananaStock

Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe – also eine Art riesiger Eiterpickel. Um diese Eiterbeule herum baut der Körper eine Kapsel, die verhindern soll, dass sich der Abszess weiter ausbreitet.  In der Regel sind Abszesse äußert schmerzhaft, dennoch sollten Sie nicht selbst an der Eiterbeule "herumdoktorn"! 

Ein Abszess entsteht meist durch Bakterien, die von außen in den Körper eingedrungen sind – zum Beispiel durch eine Schürfwunde am Knie. Auch eine Schnittverletzung beim Rasieren oder ein eingewachsenes Haar kann unter Umständen zu einem Abszess führen.

Prinzipiell kann ein Abszess überall im Körper entstehen, zum Beispiel

  • im Intimbereich,
  • in der Achselhöhle, 
  • am Po,
  • im Mund
  • oder sogar im Gehirn.

Meist tritt die Eiterbeule jedoch direkt unter der Haut auf, da sie als erstes mit den Krankheitserregern in Kontakt kommt. Oft bildet sich ein Abszess auch an den Körperstellen, die ständiger Reibung ausgesetzt sind – zum Beispiel an den Innenseiten der Oberschenkel oder am Po.

Auf alle Fälle gilt: Versuchen Sie nicht, den Abszess selbst auszudrücken oder aufzustechen! Drücken Sie zu stark auf den Abszess, kann es passieren, dass die Erreger in die Blutbahn gelangen und die Entzündung sich ausbreitet. In sehr seltenen Fällen kann ein solches "Herumdoktern" sogar dazu führen, dass eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) entsteht.

Anfangs äußerst sich ein Abszess durch ein unbestimmtes Druck- oder Schmerzgefühl. Im weiteren Verlauf nehmen die Beschwerden zu – dann kann jede Berührung starke Schmerzen verursachen. Bei einem Abszess am Po zum Beispiel können sich die Betroffenen unter Umständen nicht mehr hinsetzen, ohne dass Schmerzen auftreten. 

Einen oberflächlichen Abszess können Sie meist schon an den klassischen Zeichen eine Entzündung erkennen. Die betroffene Stelle ist 

  • gerötet,
  • geschwollen und
  • reagiert äußerst empfindlich auf Druck.

Wenn ein auf der Haut sichtbarer roter Streifen vom Abszess wegführt, haben sich die Erreger in den Lymphbahnen ausgebreitet. Man spricht in diesem Fall von einer sogenannten Lymphangitis.

Das Bild zeigt einen Abszess am Fuß. © Okapia

Auch am Fuß kann sich ein schmerzhafter Abszess bilden. (© NAS/Chris Bjornberg/OKAPIA)

Die gute Nachricht: Nur in wenigen Fällen entwickelt sich aus einer leichten Hautverletzung eine schmerzhafte Eiterbeule. Abszesse entstehen nur dann, wenn Bakterien in den Körper vordringen (etwa über eine Wunde) und wenn außerdem für das Bakterium günstige Bedingungen bestehen. 

Faktoren, die die Entstehung eines Abszesses begünstigen, sind zum Beispiel:

Nicht immer sind Bakterien die Ursache für einen Abszess. Bei einem sogenannten "kalten Abszess" (steriler Abszess) entstehen Abszesse ohne Einfluss von Bakterien – etwa bei Tuberkulose. Diese chronische Infektionskrankheit ist durch einen einzelnen Entzündungsherd gekennzeichnet, der sich meist in der Lunge befindet (pulmonale Tbc). Fließt der Eiter aus dieser Entzündung hinab in weitere Körperregionen und sammelt sich dort, können auch dort – fern vom Krankheitsherd – Abszesse entstehen.

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Abszesse behandeln: Was hilft?

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie einen Abszess entdecken, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen – vor allem bei einem Abszess im Gesicht! Hausmittel oder Salben aus der Apotheke können nur im Frühstadium und bei sehr kleinen Abszessen helfen. Der Grund: Abszesse kapseln sich ab, bauen also eine Barriere gegenüber dem umliegenden Gewebe auf. Blut oder Medikamente gelangen dadurch nur schlecht oder gar nicht zu dem entzündeten Gewebe.

Die einzig wirksame Behandlung besteht darin, den Abszess chirurgisch zu entfernen. Es gilt die Redewendung: "Wo Eiter ist, dort entleere ihn“. Wie die Operation genau aussieht, hängt vor allem davon ab, wo der Abszess liegt und wie groß er ist. 

Befindet sich die Eiterbeule zum Beispiel direkt unter der Haut, wird der Arzt die betroffene Region zunächst örtlich betäuben. Es folgt ein kleiner Hautschnitt an der Stelle, wo der Abszess sich am meisten vorwölbt – dadurch entleert sich meist spontan Eiter. Anschließend entfernt der Arzt das entzündete Gewebe und säubert die Wunde, indem er sie spült. Um zu verhindern, dass zurückgebliebene Krankheitserreger einen erneuten Abszess verursachen, lässt der Arzt die Wunde meist "offen" abheilen.

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