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Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Alles über Symptome, Therapien und Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Juli 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Beim systemischem Lupus erythematodes – oder kurz SLE – handelt es sich um eine seltene Autoimmunerkrankung: Das heißt, das Immunsystem bildet Antikörper gegen den eigenen Körper. Die Folge: Überall im Körper können Entzündungen entstehen und Organe schädigen. 

Je nachdem, welche Organe von dem systemischem Lupus erythematodes betroffen sind, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Vor allem das Bindegewebe und die Gefäße sind häufig von den Entzündungen betroffen (sog. Kollagenose).  Ein typisches Symptom des systemischen Lupus erythematodes ist zum Beispiel das sogenannte Schmetterlingserythem – eine symmetrische, schmetterlingsförmige Hautrötung über Nasenrücken und beiden Wangen.

Typisch für SLE sind außerdem

Das Bild zeigt den rötlichen, schmetterlingsförmigen Hautausschlag im Gesicht, der typisch für den systemischen Lupus erythematodes ist.

Typisch für den systemischen Lupus erythematodes ist ein rötlicher, schmetterlingsförmiger Hautausschlag im Gesicht – das sogenannte Schmetterlingserythem.

Wissenswertes

SLE kommt vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter vor: 9 von 10 Betroffenen sind Frauen. Insgesamt ist der systemischem Lupus erythematodes aber selten – in Deutschland leiden derzeit rund 30.000 Menschen unter der Krankheit. 

Früher dachte man, angreifende Wölfe (lat. lupus = Wolf) wären für die Narben im Gesicht der Betroffenen verantwortlich. Mittlerweile weiß man, dass eine Autoimmunerkrankung die Ursache ist – von dem Mythos blieb nur der Name "Lupus" übrig. Das Wort "erythematodes" bedeutet errötend – namensgebend sind die rötlichen, schmetterlingsförmigen Hautausschläge im Gesicht, die typisch für den systemischen Lupus erythematodes sind.

Ein systemischer Lupus erythematodes entsteht als Folge einer überschießenden Reaktion des Immunsystems (Autoimmunerkrankung): Dabei bildet das Immunsystem aus ungeklärter Ursache Antikörper (sog. Autoantikörper), die sich gegen körpereigene Strukturen richten. Die Folge: Kleine Gefäße, Haut und Bindegewebe entzünden sich durch den Angriff der Autoantikörper. Im Verlauf können innere Organe und Gelenke Schaden nehmen.

SLE gilt als die Krankheit mit den tausend Gesichtern: so vielfältig sind die Symptome, die sie hervorruft. Umso schwieriger ist es oft, die Diagnose und die Ursache zu finden. Die Fachorganisation der amerikanischen Rheumatologen (American College auf Rheumatology) hat deshalb einen Kriterienkatalog veröffentlicht, der die Diagnose vereinfachen soll. Zu den Kriterien, die für einen systemischen Lupus erythematodes sprechen, zählen zum Beispiel

  • die sichtbaren Symptome (Schmetterlingserythem, kreisrunde rote Hautflecken),
  • der Nachweis von bestimmten Antikörpern im Blut
  • und Nierenentzündungen. 

Die Krankheit verläuft chronisch und meist in Schüben – heilen lässt sich ein systemischer Lupus erythematodes nicht. Mit geeigneten Therapien und einer engmaschigen Kontrolle durch den Arzt können die allermeisten Betroffenen heutzutage jedoch ein nahezu normales Lebensalter erreichen. Die Grundlage der Behandlung besteht aus bestimmten Medikamenten, die Abwehrreaktion des Körpers unterdrücken – sogenannte Immunsuppressiva. Im weiteren Verlauf kommen in der Regel Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide ("Kortison") zum Einsatz. 

Lupus erythemotodes ist eine seltene, chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem gesunde Zellen und Gewebe angreift. Erfahren Sie im Video mehr über die unterschiedlichen Formen von Lupus und mit welchen Symptomen sie einhergehen!

Der SLE benötigt eine engmaschige und gezielte Therapie. Ziel ist es, die fehlgesteuerte Abwehrfunktion des Körpers zu unterdrücken (sog. Immunsuppression) und die Beschwerden zu lindern. Weitere Medikamente, wie beispielsweise Blutdrucksenker oder Schmerzmittel, unterstützen bei Bedarf die Behandlung. Generell sollten Betroffene UV-Strahlung durch Sonne und Solarium so gut es geht meiden, da sie einen Krankheitsschub auslösen kann.

Ein systemischer Lupus erythematodes ist zwar nicht heilbar, dank moderner Therapieverfahren überleben allerdings neun von zehn Betroffenen mehr als zehn Jahre nach Feststellen der Diagnose. Die Prognose verschlechtert sich allerdings, wenn Organschäden hinzukommen.



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