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Schwindel (Vertigo): Alles über Ursachen, Therapie und Verlauf

Veröffentlicht von: Till von Bracht (18. Juli 2016)

© iStock

"Mir wird schwindelig. Es fühlt sich an, als würde der Boden unter den Füßen schwanken." Das Gefühl von Schwindel – fachsprachlich Vertigo – kennen wahrscheinlich die meisten aus eigener Erfahrung. Die Gründe hierfür sind vielfältig und können durchaus harmlos sein: Viele Kinder zum Beispiel lieben das kurzzeitige Schwindelgefühl nach einer Karussellfahrt. In manchen Fällen können die Schwindelanfälle aber auch im Rahmen einer Erkrankung auftreten – etwa bei Morbus Menière .

Von Schwindel spricht man, wenn die räumliche Orientierung oder das Gleichgewicht unangenehm gestört ist. Dieser Sammelbegriff bezeichnet also keine Krankheit an sich, sondern gilt als Symptom.

Allgemein gesagt entsteht Schwindel, wenn sich die Informationen, die verschiedene Sinnesorgane aufgenommen haben, widersprechen. Ein Beispiel: Während einer rasanten Karussellfahrt folgen unsere Augen den vorbeihuschenden Objekten – das visuelle System registriert also eine Drehung und meldet dies an das Gehirn. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr hingegen stellt bei konstanter Drehung keine Bewegungsänderung fest. Durch diese Diskrepanz kommt es zu Schwindel. 

Als Ursachen für Schwindel oder Schwindelanfälle kommen verschiedene Auslöser infrage – zum Beispiel

Auch in der Schwangerschaft (vor allem in den ersten sechs Monaten) kann es immer mal wieder zu Kreislaufproblemen und Schwindel kommen. Grund dafür ist das Hormon Progesteron, das dazu führt, dass sich die Blutgefäße erweitern und der Blutdruck abfällt.

Das Bild zeigt eine Schwangere, die vor einem Fenster steht und Wasser trinkt. © iStock

Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft kann einigen Frauen hin und wieder schwindelig werden. Dies liegt daran, weil durch die veränderte Durchblutung und die Hormonumstellung der Blutdruck schneller abfällt.

Manche Betroffene klagen vor allem morgens beim Aufstehen, beim Drehen des Kopfes oder beim Hoch- oder Runterschauen über kurze Schwindelattacken, die selten länger als eine Minute dauern. Begleitet wird der heftige Drehschwindel häufig von Übelkeit bis hin zu Erbrechen. Diese harmlose, wenn auch äußerst unangenehme Form des Schwindels nennt man in der Medizin auch benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel: Die Ursache sind vermutlich kleine Kristalle, die im Bogengang des Innenohrs die Sinneszellen reizen.

Bei Schwindel treten neben den wahrgenommenen Scheinbewegungen praktisch immer weitere Symptome auf: So kann ein Schwindelgefühl

  • mit einer Unsicherheit beim Stehen und Gehen,
  • mit Übelkeit, Erbrechen und Ohrensausen
  • sowie mit einer gestörten Funktion der Augenmuskulatur (Nystagmus, Augenzittern)

einhergehen.

Diese Symptome können sowohl vorübergehend (episodisch) als auch andauernd (chronisch) auftreten.

Schwindel ist nicht gleich Schwindel: Je nach Art der Beschwerden unterscheidet man verschiedene Formen von Vertigo. Typische Schwindelarten sind beispielweise:

  • Der Attackendrehschwindel ist ein plötzlicher und heftiger Schwindel, der nur Sekunden oder wenige Minuten dauert. Typisch bei diesem Schwindel ist ein starkes Drehgefühl mit Fallneigung und manchmal auch Übelkeit.
  • Ein anhaltender Drehschwindel hält stunden- bis tagelang an und geht mit Fallneigung, Augenzittern, Übelkeit und Erbrechen einher.
  • Beim Lagerungsschwindel entsteht der Schwindel typischerweise durch seitliches Neigen des Kopfs. Keine andere Form der Vertigo ist bei Erwachsenen häufiger als der gutartige Lagerungsschwindel (auch: benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel).
  • Der Schwankschwindel ist mit Stand- und Gangunsicherheiten und hoher Fallneigung verbunden; Übelkeit und Erbrechen sind bei dieser Form von Schwindel eher selten.


Schwindel: Was tun?

Wer häufiger unter Schwindelanfällen leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen: Grundvoraussetzung für die richtige Behandlung ist eine korrekte Diagnose. Erst wenn der Arzt weiß, welche Ursachen genau für den Schwindel verantwortlich sind, kann er geeignete Maßnahmen ergreifen. 

Wenn zum Beispiel die Reisekrankheit (vor allem auf Schiffen, im Auto oder in der Bahn) hinter dem Schwindelgefühl steckt, reicht es oft schon, die Reise in regelmäßigen Abständen zu pausieren. Auch bestimmte Medikamente (sog. Antivertiginosa) sind in solchen Fällen geeignet: Diese helfen gegen den Schwindel und gegen die oft gleichzeitige Übelkeit.

Ist eine Erkrankung für den Schwindel verantwortlich, zum Beispiel ein Morbus Menière oder eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs, gilt es, diese zu behandeln. Hier sind Antivertiginosa nicht geeignet – der Arzt wird andere Medikamente einsetzen (z.B. Glukokortikoide). Darüber hinaus können krankengymnastische Methoden den Gleichgewichtssinn der Betroffenen verbessern.

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