Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS): So entstehen die Knieschmerzen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. Februar 2016)

Ein Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS) entsteht durch falsche und übermäßige Belastungen des Kniegelenks: Damit das Kniegelenk großen Belastungen standhalten kann, müssen alle beteiligten Strukturen (wie Knochen, Knorpel, Bänder, Kapsel, Menisken und die Muskulatur) reibungslos zusammenspielen.

Beim Läuferknie ist dieses Zusammenspiel jedoch gestört, was sich durch Schmerzen im Knie beziehungsweise an der Außenseite des Knies bemerkbar macht – zunächst beim Bergabgehen oder Joggen und später auch beim Gehen. Zu den Gründen für die Entstehung eines Läuferknies gehören zum Beispiel:

  • klassische Läuferfehler wie unzureichendes Aufwärmen vor dem Laufen, unzureichendes Dehnen, zu schnelles Steigern des Trainings, zu harter Untergrund, falsches Schuhwerk, "sitzende" Laufhaltung (d.h. der Läufer streckt das Hüft- und Kniegelenk in der Stütz- und Abdruckphase nicht ausreichend, was v.a. bei Ermüdung oft zu beobachten ist)
  • O-Beine
  • unterschiedlich lange Beine
  • angeborene Fehlstellungen

Wie der Name schon sagt, entsteht das Tractus-iliotibialis-Syndrom durch Reizung des sogenannten Tractus iliotibialis – dies ist eine Sehnenplatte, die vom Becken kommend an der Außenseite des Oberschenkels zum Schienbeinkopf verläuft: Führt das Knie Beuge- und Streckbewegungen aus, gleitet der Tractus iliotibialis normalerweise am äußeren Kniegelenkspalt vorbei.

Bei Menschen mit einem Läuferknie scheuert der Tractus iliotibialis aber über die Knochen, die das Kniegelenk bilden – besonders über die des Oberschenkels. Deshalb bezeichnet man das Läuferknie auch als Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom oder iliotibiales Bandsyndrom (kurz: ITBS). Dieses Scheuern verursacht eine Entzündung der strapazierten Gewebe – und es entsteht ein stechender Schmerz im Knie.


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